Raul Fernandez trotz Platz 2 besorgt: «Beim Bremsen fehlt die Präzision»
An seinem 25. Geburtstag wurde Raul Fernandez Zweiter im MotoGP-Zeittraining auf Phillip Island. Nach einem heftigen FP1-Sturz und mit verletztem Finger bereitet ihm möglicher Regen Sorgen.
Der MotoGP-Freitag auf Phillip Island brachte Raul Fernandez an seinem 25. Geburtstag einen heftigen Sturz und
Ob er sich wegen seines Geburtstags oder wegen des Sturzes älter fühle, beantwortete der Spanier zunächst mit Humor. «Wegen beidem. Es ist also, als hätte ich zweimal Geburtstag», scherzte Fernandez. Anschließend wurde der Vorjahressieger des Australien-GP deutlich ernster.
«Es war ein schwieriger Tag. Ich hatte heute Morgen einen heftigen Sturz. Jetzt fühle ich mich verspannt und habe Schmerzen im Körper. Das bedeutet, dass ich mich morgen wahrscheinlich noch schlechter fühlen werde», erklärte der Aprilia-Pilot.
Fernandez körperlich angeschlagen
Nach dem FP1 passte Fernandez seine Herangehensweise an. Angesichts seiner begrenzten körperlichen Reserven und des angekündigten Wetterumschwungs konzentrierte er sich darauf, den Umweg über Q1 zu vermeiden. «Der Plan war, nach dem Verlauf des FP1 konzentriert zu bleiben und den Q2-Einzug zu schaffen. Morgen wird das Wetter völlig anders sein. Mit einer nassen Strecke, Regen, mehr Wind und niedrigeren Temperaturen werden die Erkenntnisse von heute nur begrenzt helfen. Im FP2 wird deshalb wieder alles neu sein», schilderte Fernandez.
Mit Platz 2 hinter Markenkollege Marco Bezzecchi erfüllte er sein Tagesziel. Seine Kräfte wollte er dabei möglichst gezielt einsetzen. «Ich habe auch versucht, etwas Energie zu sparen. Meine Reserven sind momentan begrenzt, deshalb muss ich entscheiden, wo ich sie sinnvoll einsetze. Ich nutze sie lieber morgen im Qualifying und im Sprint sowie am Sonntag im Rennen», betonte der Spanier.
Warum Regen keine Hilfe ist
Regen wäre für Fernandez jedoch keine Erleichterung. Wegen der Verletzung muss er beim Bremsen einen anderen Finger verwenden. Damit fehlt ihm ausgerechnet jene Genauigkeit, die auf nasser Fahrbahn besonders wichtig ist. «Ich bin dadurch nicht wirklich präzise. Im Nassen muss man sehr ruhig und sehr präzise sein. Deshalb glaube ich nicht, dass mir das helfen wird. Andererseits sind die Bewegungen auf dem Motorrad einfacher und nicht so aggressiv», erläuterte Fernandez.
Wie gut er unter diesen Voraussetzungen zurechtkommt, muss sich erst zeigen. «Wir werden sehen. Es wäre auch das erste Mal in diesem Jahr, dass wir auf nasser Strecke fahren. Außerdem müssen wir schauen, wie die Abstimmung des Motorrads funktioniert», ergänzte der Trackhouse-Pilot.
Große Sorgen mit Blick auf Sepang
Über das Australien-Wochenende hinaus beschäftigt ihn bereits die nächste Aufgabe in Sepang. Auf Phillip Island sind die harten Bremsmanöver überschaubar. In Malaysia erwartet er dagegen eine deutlich größere Belastung für seine verletzte Hand. Dass er dort wieder mit seinem gewohnten Finger bremsen kann, erwartet Fernandez noch nicht.
«Ich konzentriere mich auf dieses Wochenende. Aber in Sepang wird es sehr schwierig, auf einem guten Niveau zu sein. Das größte Problem ist für mich das harte Bremsen. Hier haben wir zwei Bremszonen, die den Finger nicht besonders stark belasten. In Sepang gibt es sehr viele harte Bremsmanöver. Dort muss man die Bremse sehr gut einsetzen können», erklärte er.
Eine gewisse Besserung erhofft sich Fernandez bis dahin, vollständige Genesung aber nicht. «Es wird sicher etwas besser sein als jetzt, aber nicht bei 100 Prozent. Ich habe, ehrlich gesagt, ein bisschen Angst vor Sepang», räumte der Spanier ein.
Zumindest sportlich bestätigte der Freitag die starke Form von Aprilia: Vier RS-GP landeten unter den ersten fünf, nur Ducati-Pilot Marc Marquez schob sich als Dritter dazwischen. Auf die Frage, ob es im Lager von Aprilia weitere Gespräche über eine mögliche Stallorder oder andere Anweisungen gibt, antwortete Fernandez diplomatisch. «Ich versuche, gegenüber allen ein Gentleman zu sein», bemerkte das Geburtstagskind.
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