«Klassenclown» Miller: «Weiß nicht, ob jemand diese Rolle übernehmen will»
Jack Miller (Yamaha) sprach im Vorfeld des Australien-GP über seinen letzten MotoGP-Auftritt vor heimischem Publikum. Welche Chancen er sich ausrechnet und was Phillip Island so speziell macht.
Der Große Preis von Australien 2026 wird für Jack Miller der letzte Heim-GP in der MotoGP sein. Zugleich wird in diesem Jahr die Motorrad-WM das letzte Mal auf Phillip Island fahren, bevor 2027 der «Umzug» nach Adelaide erfolgt.
Phillip Island war Schauplatz einiger unvergesslicher Momente in Millers Karriere. Im Jahr 2014 begeisterte er seine heimischen Fans mit einem Sieg im Moto3-Rennen. 2019 konnte er in der Königsklasse den dritten Platz einfahren. 2022 wurde zu seinen Ehren die Kurve 4 offiziell in «Miller Corner» umbenannt. Der Australier wird nächstes Jahr im Februar in der Superbike-WM noch einmal die Gelegenheit haben, auf dem Phillip Island Circuit Rennen zu fahren.
«Es ist einer der ikonischsten Strecken im Kalender. Hier fanden einige der besten Rennen statt, die wir in der MotoGP bislang gesehen haben», betonte Miller in der Auftaktpressekonferenz am Donnerstag. «Ich freue mich wirklich sehr auf meinen Heim-Grand-Prix. Es wird sowohl für mich als auch für das Team ein besonderes Wochenende, da es mein letztes Heimrennen in der MotoGP sein wird, bevor ich zu den Superbikes wechsle. Dieser Ort hat mir einige großartige Erinnerungen beschert, daher wird es ein emotionales Erlebnis werden. Wir haben etwas Besonderes für die Fans geplant, und ich freue mich darauf, es mit allen zu teilen und das Beste aus diesem Wochenende zu machen.»
Was macht Phillip Island so einzigartig? «Dieser Ort ist aus so vielen Gründen speziell. Wenn ich daran denke, als ich hier das erste Mal Rennen gefahren bin, im Jahr 2009. Ich bin damals von kleineren australischen Strecken hierhergekommen. Es war für mich das erste Mal auf einer breiten Grand-Prix-Rennstrecke. Ich wusste zuerst nicht, was ich tun sollte, weil es so viel Platz auf der Strecke gab», erinnerte sich der 31-Jährige. «Dieser Ort ist phänomenal. Mit einem MotoGP-Bike hier zu fahren, ist sehr speziell. Man tanzt mit dem Motorrad und man muss die Bewegungen, die Wheelies und den Wind kontrollieren. Man kann niemals voll attackieren, man muss mit dem Bike spielen. Das macht es umso spaßiger, hier zu fahren.»
Jack Miller: «Der Regen wird der größte Freund sein an diesem Wochenende»
Am Freitag soll das Wetter schön sein, die Prognose für Samstag und Sonntag sieht weniger gut aus. Sieht Regenspezialist Miller seine Chance? «Wir werden sehen, was möglich ist. Der Regen wird der größte Freund sein an diesem Wochenende. Phillip Island ist eine Strecke, auf der man den Unterschied machen kann – auch wenn das Motorrad nicht großartig funktioniert», stellte «Jackass» klar.
Miller hat für den diesjährigen Australien-GP einen Helm und eine Lederkombi in speziellen Farben (Grün und Gold) mitgebracht. Auch seine Yamaha wird in diesem Design gehalten sein. «Es sieht ziemlich cool aus – das Bike und alles andere.»
Nach zwölf Jahren wird Jack Miller die MotoGP Ende 2026 verlassen. Er ist ein besonderer Charakter und wird von allen sehr geschätzt. Seine flotten Sprüche und die direkte Art werden nächstes Jahr fehlen im GP-Paddock. Wer könnte 2027 in seine Fußstapfen treten? «Ich weiß nicht, ob jemand diese Rolle übernehmen will. Es ist eine Art Klassenclown. Und es gibt eine lange Liste mit Dingen, die man nicht tun sollte», lachte Miller. «Es war ein Wahnsinns-Abenteuer. Ich kann mich glücklich schätzen, hier zwölf Jahre verbracht zu haben.»
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