Christian Horner überzeugt: Das darf sich die Formel 1 nicht erlauben
Der frühere Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner ist nicht mehr Dauergast im GP-Zirkus. Der Brite nutzte die Zeit nach seiner Entlassung, um andere Serien zu besuchen und Erkenntnisse zu sammeln.
Lange bestimmte die Formel 1 das Leben von Christian Horner, der mehr als 20 Jahre lang als Teamchef und Geschäftsführer die Geschicke des Red Bull Racing Teams lenkte. Der stolze Brite feierte mit der Mannschaft aus Milton Keynes etliche Erfolge, und erlebte aus nächster Nähe mit, wie erst Sebastian Vettel und dann Max Verstappen dem Rennstall des Energydrink-Herstellers einen Sieg nach dem anderen und jeweils vier WM-Titel in Folge bescherten.
Nach dem Silverstone-Rennen im vergangenen Jahr war aber Schluss damit, Horner wurde entlassen und war zum ersten Mal seit langer Zeit nicht mehr im Takt der Königsklasse unterwegs. Der frühere Teamchef nutzte die Zeit, um sich andere Motorsport-Serien anzuschauen, wie etwa die MotoGP oder die Formel E. Und er sammelte dabei auch wichtige Erkenntnisse, wie er bei der Veranstaltung «Autosport Business Exchange» in New York verriet.
«Die Formel 1 lebt in einer Art Blase, nichts ist wichtiger als das nächste Rennen. Aber ich wechselte plötzlich vom Platz an der Boxenmauer in die Zuschauerrolle, und es war erstaunlich, wie viel mehr es zu entdecken gibt, was die Analysen, Strategien und den Verlauf des Rennens angeht. Ich bin überzeugt, dass dies ein Bereich ist, den man nutzen könnte, um den Zuschauern ein noch besseres Erlebnis zu bieten», erklärte der 52-Jährige.
Und das war nicht die einzige Erkenntnis, die Horner mit den Teilnehmern in New York teilte. Der frühere Teamchef betonte: «Die Formel 1 hat sich durch die Netflix-Serie eine unglaubliche Position bei einer ganz neuen Generation von Fans erarbeitet.» Daraufhin erklärte er auch, was sich die Formel 1 auf keinen Fall erlauben darf: «Sie muss sich weiterentwickeln und darf nicht stagnieren oder auf der Stelle treten.»
Formel-1-Comeback nicht ausgeschlossen
Natürlich wurde Horner auch auf eine mögliche Rückkehr in den GP-Zirkus angesprochen. Und er wiederholte, was er schon in zahlreichen Interviews und Podcast-Auftritten beteuert hat: «Ich habe meine Zeit in diesem Sport geliebt, ich bin ein Formel-1-Fan und wenn meine Zeit in der Königsklasse vorbei ist, bin ich damit im Reinen. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, und ich schätze mich glücklich, mit all den Leuten zusammengearbeitet zu haben, mit denen ich im Team war.»
Gleichzeitig betonte der frühere Rennfahrer: «In mir schlummert immer noch dieser Ehrgeiz, sich dem Wettbewerb zu stellen, und wenn sich die richtige Gelegenheit unter den richtigen Bedingungen bieten würde, wäre ich bereit, zurückzukehren. Ich würde nicht einfach zurückkehren wollen, nur um dabei zu sein, ich würde das tun, um zu gewinnen. Das Interesse an diesem Sport ist gewaltig, besonders hier in den USA. So viele Menschen wollen in die Formel 1 investieren. Die Franchise-Werte steigen nahezu jeden Monat an. Daher konzentriere ich mich auf etwas, an dem ich mit Eigenkapital beteiligt sein könnte. Mal schauen, wie sich das entwickelt.»
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