Johann Zarco (LCR): In der Wüste von Katar klar schnellster Honda-Pilot
Der älteste Pilot der MotoGP war mit hohen Erwartungen in die Wüste von Katar gereist. Trotz solidem Q2-Einzug wurden die aber laut Johann Zarco bislang noch nicht erfüllt. Die Top 3 scheinen gesetzt.
Vor gut einem Jahr untermauerte Johann Zarco auf der Wüstenrennstrecke von Katar die positive Entwicklung in der Honda-MotoGP-Box. Zarco mischte im Frühjahr 2025 konstant in den Top 8 mit. Trotz eines Abflugs im Sprint bestätigte die Nummer 5 mit Platz 5 im Großen Preis die Konkurrenzfähigkeit der RC213V. Punkte gab es zudem für Rang 4, denn Vinales wurde nach der Zieldurchfahrt auf Platz 14 strafversetzt.
Eineinhalb Jahre später stieg Johann Zarco so ein, wie er aufgehört hatte. Die LCR-Maschine, die zugleich wieder beste Honda im Feld war, landete nach 45 Minuten im FP1 auf Platz 10. Aus Sicht des GP-Veteranen eine Enttäuschung. «Ich war zunächst doch sehr überrascht, wie viel Zeit ich auf die Spitze verloren hatte. Gehofft hatte ich, dass wir auf mit weniger Rückstand loslegen. Doch man muss auch sehen, die ersten drei Fahrer waren doch deutlich schneller, auch das hatte ich so nicht erwartet.» In Zahlen ausgedrückt: Auf die erste Richtmarke von Marc Marquez büßte der Franzose 1,086 Sekunden ein.
Zarco musste nach missglückter Attacke um Q2-Einzug bangen
Unter Flutlicht rückte der Frontmann des Honda-Kundenteams näher an die Spitze heran. Doch die Ducati-Piloten Fabio Di Giannantonio und Marc Marquez sowie wie Aprilia-Ass Bezzecchi waren blieben außer Reichweite. Als Achter fehlten nach einer Stunde Zeittraining jetzt noch 0,895 Sekunden. Zarco wunderte sich über den Verlauf des Freitags. «Als es in die erste Zeitattacke ging, war das Gefühl sehr gut – die erste Runde hat auch richtig funktioniert. Zarco war eine 1:51,3 min gelungen – schneller als im Zeittraining 2025, aber noch zwei Zehntel über seiner Q2-Bestmarke.
Dann macht es Zarco spannend: «Beim zweiten Versuch dachte ich, es wird sehr schwer, mich weiter zu verbessern. Doch das Potenzial war da. Ich habe aber selber Fehler gemacht – in dem Stress war die Chance vorbei. Normalerweise hast du ein echtes Problem, wenn dir nicht auch im zweiten Versuch eine Verbesserung gelingt. Die Chance, aus dem Q2 zu fallen, zu sehr groß – aber ich hatte Glück.»
Die MotoGP-Honda bleibt «sehr anspruchsvoll»
Zarcos Sicht mit Blick auf das anstehende Qualifying: «Ich muss noch mehr Vertrauen in das Motorrad finden, mich in dieser Hinsicht steigern, denn die Basis für mehr da. Ich bin aber mit der Leistung bislang zufrieden und werde versuchen, das im Q2 zu wiederholen. In dem Bereich ist die Leistungsdichte aber auch sehr hoch, die volle Leistung unseres guten Pakets auszuschöpfen, bleibt sehr anspruchsvoll.»
Dass Zarco sein Handwerk versteht, ist unbestritten. Luca Marini war 0,3 s langsamer und muss wie Rookie Moreira und Ersatzpilot Jake Dixon im Q1 antreten. Wieder einmal liegt es 36-Jährigen, die Honda-Fahne oben zu halten.
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