Licht und Schatten bei Razgatlioglu: Spaß habe ich hier nicht – noch nicht!
Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com zog Yamaha-MotoGP-Neuzugang Toprak Razgatlioglu ein Zwischenfazit. Trotz erstaunlicher Leistungen mit der M1 spricht der Superbike-Champion noch nicht von Genuss.
Wenig überraschend konnte MotoGP-Rookie Razgatlioglu in der frühen Phase der Weltmeisterschaft noch keine sportlichen Bäume ausreißen Station 6 der 2026er-Kampagne erreichte der Pramac-Athlet mit vier WM-Punkten aus zehn Rennen. Immerhin rangiert «El Turco» damit noch vor Teamkollege Jack Miller, der gerade einmal einen Zähler auf dem Konto hat. Das beste Rennergebnis gelang jüngst in Le Mans – Platz 13 in einem GP, bei dem überschaubare 16 Piloten die Zielflagge sahen.
Dabei hatte der Pilot mit der Startnummer 07 schon früh ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. In Brasilien beendet Toprak das wichtige Zeittraining auf trockener Piste auf Position 3. Doch nach P12 im Q2 ging es im Rennen bis auf 17 zurück.
In Barcelona stand der populäre MotoGP-Neueinsteiger für ein Vieraugengespräch zur Verfügung. Der dreifache Superbike-Weltmeister kam schnell zur Sache: «Es ist so – mit dem, was ich bisher mit dem Superbike gemacht habe, hat das gar nichts mehr zu tun. Ich stecke immer noch in der Lernphase. Ich schätze, ich bin derzeit bei 40 Prozent. Die Unterschiede sind so groß, dass ich es hinnehmen muss, mich über die kleinen Dinge zu freuen. Und die gibt es immer wieder», so Razgatlioglu.
Kampf zu Beginn, Spass am Ende
Toprak weiter: «Zuletzt in Le Mans war der Freitag sehr hart, auch wegen der für mich neuen Strecke, doch wir haben uns bis zum GP stark verbessert – und am Ende habe ich dann einen Fehler gemacht. Meine Lage ist zweigeteilt. Die Probleme greifen immer am Anfang der Rennen. Wenn alles noch frisch ist – ist es sehr hart. Bremsen, Einlenken, ich muss so kämpfen. In der zweiten Rennhälfte ändert es sich – dann kommt meine Zeit und in den letzten rund acht Runden bin ich richtig stark, mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie Fabio.»
Der 29-Jährige brachte die beiden Kernthemen auf den Punkt: «Noch sitze ich auf dem Motorrad nicht so, dass ich mich richtig wohlfühle. Ich sitze immer noch zu hoch. Wir werden hier mit dem Motorrad für 2027 reagieren können. Aber derweil muss ich mich auf das konzentrieren, was ich habe. Dann ist das Thema mit dem Bremsen. Ich bremse wie immer – in Jerez haben wir 18 bar im System gemessen! Im ersten Anlegen der Bremse reiße ich fast den Hebel ab – doch auf dem MotoGP-Bike kann ich es nicht umsetzen. Die Technik funktioniert einfach anders, oft steht dann das Vorderrad. Auch das könnte vielleicht nächstes Jahr besser werden.»
«Aber es gibt auch Gutes», so Razgatlioglu «Mit dem hinteren Teil des Bikes habe ich keine Probleme. Und wenn der Grip nachlässt, dann kann ich damit gut umgehen, das hilft mir dann eben in den Schlussphasen der Rennen.»
Topraks Zusammenfassung ist auch von Selbstkritik geprägt: «Mit den Schwierigkeiten, die ich noch habe, wohlzufühlen, passieren mir immer wieder Fehler.“ Auch kleinste Fehler ruinieren das Ergebnis. Wenn du ein Zehntel verlierst, dann kann das auch sechs Positionen kosten. Also, Spaß habe ich damit hier derzeit nicht. Noch nicht!»
Der Freitag in Barcelona endete für «El Turco» wieder mit Lust und Frust. Zunächst mit gut zwei Sekunden Rückstand gelangen zum Schluss schnelle Runden am Heck von Fabio Qurartararo. Doch auch 0,8 sec Abstand zu Pedro bedeuteten wieder nur Position 19.
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