Jorge Martin: Rückzug nach dem FP2, Tiefschlag für Aprilia im WM-Kampf
Zunächst deutete vieles darauf hin, dass Jorge Martin in die Rennen in Sepang starten würde, doch nach dem FP2 musste Aprilia die Malaysia-MotoGP-WM-Rettungsmission ohne Chancen auf Erfolg absagen.
Am Freitagmorgen hatte Aprilia-Werksfahrer Jorge Martin seinen Kampfgeist eindrücklich unter Beweis gestellt. Mit einer sechs Tage alten Fraktur des rechten Handgelenks und ohne Operation, Gips oder stabilisierende Schiene nahm Martin das FP1 in Angriff. Der WM-Zweite, der nichts unversucht lassen wollte mit Blick auf den MotoGP-Tabellenstand, landete auf dem letzten Platz mit rund 2,5 Rückstand auf die Bestzeit von Marc Marquez.
Auch im Zeittraining am Nachmittag ging Martin wieder auf den Kurs. Doch nach nur drei Runden und einer brisanten Rettungsaktion an den Lenkerstummeln der RS-GP beschloss man, den Rest des Tages zu pausieren. Als die Nummer 89 am Samstagmorgen den Beginn des FP2 im Lederkombi vorbereitete, waren die Aprilia-Fans weiter voller Hoffnung.
Während des Q1 bestätigte Aprilia: Jorge Martin out!
Doch der Versuch, sich im Q1 eine gute Ausgangslage zur Schadensbegrenzung zu verschaffen, blieb aus. Nach acht Runden im FP2 – Martin war wieder hinten und hatte 1,5 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit – fiel die endgültige Entscheidung. Während die Piloten im Q1 ohne Jorge Martin kämpften, bestätigte Aprilia Racing: «Jorge Martin wird für den Rest des Grand Prix von Malaysia aussetzen, um sich weiter von seiner Verletzung zu erholen.»
Aprilia-Teammanager Paolo Bonora ergänzte vor laufenden Kameras: «Die Schmerzen von Jorge waren zu groß. Wie haben gemeinsam entschieden, dass es besser ist, nun schnellstmöglich an einer Verbesserung einer Situation zu arbeiten. Jorge wird sofort zurück nach Spanien reisen und dort alles versuchen, um in Katar erneut auf die Strecke zu gehen.»
Für Aprilia Racing und Jorge Martin ist der Rückzug vom Malaysia-GP ein, wenn auch nicht unerwarteter, Rückschlag mit Blick auf die WM-Tabelle. Zwar war allen Akteuren klar, dass Martin in Sepang keine Gefahr für WM-Spitzenreiter Marc Marquez sein würde, doch einige WM-Punkte und damit eine Schadensbegrenzung hätten den MotoGP-Titelkampf in jedem Fall lebendiger gehalten – als ohne den kämpfenden Spanier auf der Strecke.
Marc Marquez hat in Sepang ein großes Problem weniger
Zur Mitte des Malaysia-GP musste der Widerstand auf Strecke abgebrochen werden. Sicher ist: Jorge Martin wird in Sepang leer ausgehen und Marc Marquez hat auf dem Weg zum Titel eine weitere Etappe als Tabellenführer überstanden. Jetzt liegt es an «MM93» das Beste aus dem Punktevorsprung von 10 Zählern zu machen. Mit Startplatz 2 verschaffte sich der Ducati-Lenovo-Pilot eine nahezu ideale Ausgangslage, um dem zehnten WM-Titel zwei entscheidende Schritte näher zu kommen.
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