Weniger Schmerzen, mehr Speed: Vinales (Tech3) verblüffte mit Q2-Einzug
Nach einem weiteren körperlichen Nieder auf Phillip Island und schwachem Start in Sepang, lieferte KTM-Tech3-Pilot Maverick Vinales mit Platz 8 im Zeittraining die MotoGP-Überraschung des Tages.
Unmittelbar nach dem Ende des MotoGP-Zeittrainings konnte es Teamchef Nicolas Goyon kaum glauben: Erstmals 2026 hatten mit Enea Bastianini und Maverick Vinales beide Tech3-Athleten den direkten Sprung ins zweite Qualifying geschafft. Der Einzug war zudem alles andere als eine Glücks- oder Zitterpartie. Beide Racer überzeugten mit starken Sessions – und Speed.
Während Bastianini in der laufenden Saison schon mehrfach aufgezeigt hatte, war der Auftritt von Mavervick die wohl größte Überraschung des Tages. Auch, weil im FP1 am Freitagmorgen noch nicht auf die Leistungsexplosion hingewiesen hatte. Bastianini war als Vierter direkter hinter Acosta schon positiv aufgefallen, doch «Top Gun» Vinales fehlten zunächst noch 1,5 Sekunden – Platz 16.
Vinales gelang mehr als eine schnelle Runde
Stunden später, als es um die begehrten zehn Direktmandate ging, zeigte sich ein gänzlich veränderter Maverick Vinales. Erstmals seit dem Sachsenring-GP 2025 mischte Vinales wieder mit, kam als einer der ersten Piloten auf eine 1:57er-Zeit. In den letzten Minuten bestätigte Vinales mit einer weiteren Attacke, dass kein Glück im Spiel war. Die Nummer 12 kam auf 1:57,547 min, war damit 0,002 s hinter Bastianini Achter und
Maverick Vinales, der vor einer Woche auf Phillip Island schmerzbedingt nicht einmal den Sprint beenden konnte, hatte die Erklärung schnell parat: «Es ist, wie ich schon immer gesagt habe, allein eine Frage der Schmerzen. Sie sind der alleinige limitierende Faktor. Mit den Schmerzen in der Schulter ist es nicht möglich, die ganze Kraft abzurufen, die es braucht, um das Motorrad richtig zu bewegen. Improvisieren funktioniert, das Bike fordert sich dich immer zu 100 Prozent.»
Vinales weiter: «Dass ich jetzt mit so viel weniger Schmerzen fahren kann, das liegt an der Strecke – und an den Behandlungen, die ich seit Australien bekommen habe. Auf dem Linkskurs in Phillip Island war es extrem, ich konnte quasi gar keine Kraft abrufen – in Sepang ist es komplett anders. Dazu kamen die Behandlungen. Ich habe auch viel mit Dr. Charte gearbeitet, um mit Injektionen die Entzündung in der Schulter vorzugehen. Und es hat sich gezeigt: Je geringer die Schmerzen, desto besser der Speed. Ich habe gewusst, dass es so ist. Ich wäre nicht hier, wenn ich wüsste, dass der Speed nicht mehr da ist.»
Mangelnde Routine verhinderte noch besseres Resultat
Der Tech3-Pilot ging noch weiter, was seine schnellen Runden in Sepang angeht: «Ich war etwas überrascht, dass ich so fahren konnte. Dadurch, dass ich so lange nicht mehr so schnell war, hat mir etwas die Routine und die Präzision gefehlt. Um ehrlich zu sein, die Zeiten sind mir recht leicht gefallen. Mit höherer Präzision wäre es noch einige Zehntel schneller gegangen.»
Mit Blick auf die beiden Rennen in Malaysia sagte der Katalane: «Ich muss schauen, wie ich den Samstag manage, denn mein klarer Fokus liegt auf dem GP-Rennen. Sollte ich im Sprint mit Schmerzen kämpfen, werde ich die Energie für den Sonntag sparen.» Und mit noch mit weiterem Blick nach vorne: «Mein Ziel ist es, in die finalen Rennen in Portimao und Valencia ohne Schmerzen zu gehen!»
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