Kurios: Jetzt profitiert Le-Mans-Held Johann Zarco von der trockenen Piste!
Und wieder steht Frankreich Kopf: Mit der Bestzeit auf trockener Piste in Le Mans sorgte Johann Zarco für eine weitere Sensation. Der Held des Tages aus der LCR-Honda-Mannschaft will Großes träumen.
Wie so oft war auch das Zeittraining in Le Mans eine äußerst kurzweilige Angelegenheit. Im weniger bedeutsamen FP1 waren die Honda-Piloten auffällig gut zurechtgekommen. Während Honda-Werksfahrer Luca Marini mit Bestzeit verblüffte, landete Zarco auf dem vielversprechenden vierten Platz. Doch mit der Sensation, die Stunden später auf dem Circuit Bugatti folgen sollte, hatten auch die harten Zarco-Fans nicht gerechnet.
Auch deshalb nicht, weil sich der MotoGP-Volksheld bei idealen Bedingungen ebenfalls nicht als Teil der ersten MotoGP-Garde sieht. Während der Auftaktpressekonferenz hatte der Vorjahressieger klargestellt, dass mit ihm im Regen immer zu rechnen sei – auf trockenem Untergrund hingegen Fahrten ganz an die Spitze nicht realistisch seien.
Jetzt auch mit einer Antwort auf trockener Piste in Le Mans
24 Stunden lang belehrte der Altmeister sich und alle Anwesenden in Le Mans eines Besseren. Der in Le Mans laut besungene Zarco fuhr ein perfektes Zeittraining, das von zwei sehenswerten Schlussattacken gekrönt wurde. Attacke 1 hatte dem Vorjahressieger zum ersten Mal P1 beschert. Mit einer 1:30,1 hielt er ein Ducati-Trio in Schach. Als Fabio Di Giannantonio noch schneller und in der 1:29er-Welt von Le Mans war, hatte der 35-Jährige auch darauf eine Antwort. Vier Minuten vor Schluss feilte Zarco weiter an seiner idealen Runde und landete schließlich ein Hundertstel vor «Diggia». Damit kochte die Stimmung rund um den Circuit schon zwei Tage vor dem Grand Prix.
Nach der fabelhaften Leistung trat Johann Zarco beinahe gerührt vor die Medien: «Wir hatten vor dem Event auch gedacht, es wäre gut, wenn es regnen würde – doch jetzt sind wir an einem Punkt, wo ich auch im Trockenen ein ernsthafter Teilnehmer des Rennens werden kann. Das ist ein wahnsinnig gutes Gefühl!»
Hinweise, wie es zur Bestzeit kam, gab Zarco gleich mehrere, doch den entscheidenden Faktor konnte er nicht ausmachen: «Zum einen ist es natürlich das Bike. Ich habe es schon oft gesagt, und ich sage es immer wieder: Das Potenzial ist da! Nur haben wir es zu Beginn des Jahres nicht geschafft, 100 Prozent zu nutzen. Ab Austin, und dann in Jerez, wurde es besser und hier konnte ich jetzt wieder einen Schritt machen über das Vertrauen zum Bike.»
Welle der Unterstützung
Zarco weiter: «Wir haben uns generell beim Beschleunigen und beim Bremsen verbessert, in Le Mans kommt das richtig zum Tragen. Und die Schwierigkeit, das Bike besser in die Kurven zu bringen, die konnte ich von Runde zu Runde mit immer mehr Vertrauen überwinden. Dazu kommt, dass auch die anderen Honda-Kollegen davon profitieren. Sie pushen mich zusätzlich. Und dann sind da noch die Fans. Beim Fahren versuche ich es auszuschalten, aber die Welle der Unterstützung trägt auf jeden Fall auch.»
Der LCR-Pilot breit grinsend: «Jetzt muss ich glücklich sein, dass es heute nicht geregnet hat. Keine Ahnung, was ich auf nasser Strecke getan hätte.» Und sollte es doch wieder nass werden? «Dann haben wir wieder ein komplett neues Spiel, auf das wir uns einstellen müssen. Der Tag heute hat gezeigt, dass wir viel mehr Möglichkeiten haben, als wir dachten, und dass es erlaubt ist, von Großem zu träumen.»
Bemerkenswert: Joan Mir steuerte seine MotoGP-Honda auf Position. Luca Marini und Teamkollege Moreira verpassten das Q2, doch selbst der junge Brasilianer war auf Rang 19 gerade einmal 0,8 Sekunden langsamer als Johann Zarco.
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