Marc Márquez: Das Punktekonto am Sonntag bleibt leer
Vor dem Jahreswechsel war Marc Márquez guter Dinge, weil er erstmals seit fünf Jahren ohne Operation durch den Winter kam. Jetzt liegt er 199 Punkte hinter Bagnaia.
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Wo soll Marc Márquez nach diesen drei grossteils trostlosen Jahren jetzt noch einen Funken Motivation hernehmen? Bei den ersten neun Grand Prix in dieser Saison hat er fünfmal verletzungsbedingt gefehlt, in Portimão, Le Mans, Mugello und Silverstone ist er gestürzt. Honda blieb in England heute mit allen vier Fahrern ohne Punkte, das Repsol-Honda-Werksteam wurde durch Stürze von Márquez und Mir aufgerieben und klebt in der Team-WM bombensicher auf dem elften und letzten Platz fest.
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Den japanischen Kollegen von Yamaha erging es in Silverstone nicht viel besser: Fabio Quartararo stürzte in der 17. Runde auf Platz 8, Morbidelli heimste zwei karge Punkte ein. Doch Marc Márquez versicherte, er sei happy mit dem vergangenen Wochenende. "Ich bin zufrieden mit diesem Weekend. Denn mein Ziel war es, das Selbstvertrauen ein bisschen aufzubauen und beim Motorrad wieder eine Basisabstimmung zu finden. Das ist uns ein Stück weit gelungen", stellte der sechsfache MotoGP-Weltmeister fest. "Aber wir brauchen mehr Rennen, unterschiedliche Pisten und unterschiedliche Situationen. Insgesamt waren das drei stabile Tage, außerdem hatte ich mich gut unter Kontrolle. Natürlich wird man mir vorwerfen, dass ich im Rennen gestürzt bin, als ich in den Top-Ten lag. Aber das hatte mit einer sehr unglücklichen Situation zu tun, die im Rennsport passieren kann."
"Das Problem war, dass bei mir der Flügel in der ersten Runde gebrochen ist. Dadurch habe ich beim Beschleunigen Zeit verloren, die Beherrschung des Bikes wurde dadurch ziemlich schwierig. Aber ich zwang mich zur Ruhe, ich fuhr in meinem Rhythmus wie im Training, meist in 2:01,5 min", fuhr Márquez fort. "Dann begann es zu tröpfeln, da wollte ich nichts riskieren, Bastianini hat mich deshalb überholt. Normal riskiere ich mehr, wenn es regnet, heute habe ich das unterlassen. Doch in den Kurven 10 und 11 war es etwas nasser als in den anderen Kurven. Ich begann etwas zu rutschen, also bin ich nach links rausgefahren, um einen Crash oder eine Kollision zu vermeiden. Aber genau in diesem Augenblick hatte auch Bastianini einen Rutscher, er wich ebenfalls nach links aus. Ich weiß nicht, ob ich ihn berührt habe, eventuell ganz leicht. Ja, wir sind gestürzt. Aber durch diese Art von Stürzen geht bei mir kein Vertrauen verloren."
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Was hat Marc Márquez von diesem Rennen gelernt, auch wenn er am Sonntag in diesem Jahr noch nie gepunktet hat? Marc: "Ich bin an diesem Wochenende mit einer komplett anderen Einstellung ans Werk gegangen. Ich habe nicht auf die Zeiten geachtet, ich habe alles vergessen und mich auf mein Gefühl verlassen. Als ich mich im Sprint nicht wohl gefühlt habe, habe ich nicht gepusht. Heute habe ich etwas mehr riskiert, schon im Warm-up – weil ich in der Früh ein gutes Gefühl hatte. Ich wollte eigentlich ein sturzfreies Wochenende erleben. Also zumindest ohne Stürze, die auf zu viel Risiko zurückzuführen waren. Der heutige Sturz hatte nichts damit zu tun, dass ich das Motorrad überfahren habe. Ich bin nicht über meinem Limit gefahren, es ist einfach eine unglückliche Situation passiert."
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Kann ein Rennfahrer seines Kalibers nach einem Wochenende mit Platz 19 im Sprint, Platz 13 am Sonntag nach acht Runden und dem vierten Rennsturz im vierten Sonntagsrennen wirklich happy sein? MotoGP-Ergebnisse, Silverstone (6. August):
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