Toyota-Pilot Solberg führt Rallye Portugal nach drei WPs am Donnerstag an
Der Schwede Solberg geht mit einem Vorsprung von 3,4 Sekunden in den ersten vollen Tag der Rallye Portugal. Engster Verfolger ist der Fransose Adrien Fourmaux mit dem Hyundai.
Im Gegensatz zu den meisten Läufen der Rallye-Weltmeisterschaft mit einer Wertungsprüfung am ersten Tag waren in Portugal am Eröffnungstag Donnerstag gleich drei WPs zu absolvieren, was erste richtige Einblicke in das Wettbewerbsbild des sechsten WM-Laufs 2026 lieferte.
Der Franzose Fourmaux gab in der Eröffnungsprüfung in Agueda/Sever das Tempo vor, wobei die ersten drei Plätze, vervollständigt durch die Toyota-Fahrer Elfyn Evans und Solberg, die nur durch knapp zwei Zehntelsekunden voneinander getrennt waren. Monte Carlo-Sieger Solberg setzte sich auf der längeren Wertungsprüfung Sever-Albergaria durch und war 3,6 Sekunden schneller als Fourmaux (der Viertplatzierte), wodurch er sich einen Vorsprung von 3,4 Sekunden sicherte.
Solberg behielt diesen Vorsprung dann auch auf der Superspezialprüfung in Figueira da Foz bei, da er und Fourmaux auf der WP3 die gleiche Zeit fuhren.
«Es war ein ganz ordentlicher Start», kommentierte Solberg die Eröffnung, der am Mittwoch auch im Shakedown vorne gelegen hatte. «Morgen wird ein ganz harter Tag für die Reifen. Das Wetter am Samstag und Sonntag könnte besondere Herausforderungen bereithalten», unkte der Skandinavier.
Fourmaux meinte, dass er mit seinem Tag ziemlich zufrieden ist. Für seine Leistung muss einberechnet werden, dass er die Schotteretappen des Donnerstags im letzten Jahr nach seinem frühen Ausfall gar nicht gefahren war.
Weltmeister Sebastien Ogier fuhr auf der WP1 eine für ihn ungewöhnlich langsame siebtschnellste Zeit. Der Franzose hatte mit der Balance seines Toyotas zu kämpfen gehabt. Einige Veränderungen am Auto auf den Verbindungstrassen halfen ihm dann ein höheres Tempo gehen zu können. So konnte er bis zum Abend auf den dritten Rang der Gesamtwertung vorfahren.. Auf WP3 hatte er sich mit seinem Teamkollegen Elfyn Evans die Bestzeit geteilt.
«Wir hatten am Anfang wirklich zu kämpfen, konnten das Auto dann ein wenig umstellen und fühlten uns auf der zweiten WP dann wesentlich besser. Am Nachmittag hatten wir noch etwas zu kämpfen», erläuterte Ogier. «Es ist natürlich erst der Anfang, aber wir brauchen morgen unbedingt einen besseren Tag».
Hyundai-Pilot Neuville liegt nach dem Donnerstag nur 0,2 Sekunden hinter dem Podium aber auch gerade nur 0,1 Sekunden vor dem fünftplazierten Evans. Der Belgier liegt 7,4 Sekunden hinter der Rallye-Spitze. «Es ist schön, wenn man zumindest im Kampf um Toppositionen dabei ist, denn dafür sind wir ja alle hier», meinte Neuville nach dem bisher harzigen Saisonverlauf.
«Leider hatten wir in einer Haarnadelkurve auf WP1 einen halben Dreher, aber insgesamt war es schon ein guter Start in die Rallye», äußerte sich der Weltmeister von 2024.
Elfyn Evans fuhr auf der Eröffnungsprüfung eine starke Zeit und lag trotz des Nachteils, als Erster auf der Strecke zu sein, nur eine Zehntelsekunde hinter dem Schnellsten. Doch ein stärkerer Straßenkehrereffekt auf der zweiten Etappe ließ ihn bis zum Ende der WP auf den fünften Platz zurückfallen – indes: nur 7,5 Sekunden hinter dem Führenden Solberg. «Es lief ganz passabel. Aber es ist noch ein langer Weg bei dieser Rallye“, kommentierte Evans.
Für dessen Mannschaftskameraden Takamoto Katsuta, der direkt hinter Evans auf die Strecke fuhr, war der Auftakt Start jedoch weniger vielversprechend. Der Japaner beendete den Donnerstag nur auf dem achten Gesamtrang und 15,9 Sekunden hinter der Spitze.
Sami Pajari (Toyota) und Dani Sordo (Hyundai) liegen auf den Plätzen sechs und sieben die Plätze der Gesamtwertung. Der Spanier Sordo lag nach der WP1 sogar auf Rang vier und lobte sein Hyundai-Team: «Mein Auto fühlt sich wirklich gut an».
Der WM-Teilzeitfahrer hatte in der WP 2 mit den härteren Reifen zu kämpfen und fiel auf den siebten Gesamtrang zurück Pajari liegt unterdessen gerade 3,2 Sekunden hinter Evans und 10,7 Sekunden hinter der Spitze.
Josh McErlean beendete den Donnerstag als bestplatzierter M-Sport-Fahrer, allerdings gerade nur mit 1,4 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Jon Armstrong. McErlean platzierte sich in WP1 als Achter, vor Neuvilles Hyundai, bevor er hinter Armstrong zurückfiel. Armstrong touchierte in einer Linkskurve auf WP2 eine Armco-Barriere. Der Ire überholte seinen Landsmann dann auf der Superspecial-Prüfung wieder, nachdem er die fünftschnellste Zeit gefahren war.
Der zurückgekehrte Martiņs Sesks (Ford) fühlte sich auf der WP1 «rostig», da er 15,4 Sekunden auf die Bestzeit einbüßte. Doch der Lette fand seinen Rhythmus wieder und fuhr auf der WP2 die siebtbeste Zeit. Er liegt somit nach den ersten Tag auf dem 11. Platz. Die drei Ford Puma Rally1 liegen in der Gesamtwertung gerade nur 1,5 Sekunden auseinander.
In der WRC2-Kategroie gewann Teemu Suninen (Toyota) WP1, doch Jan Solans (Skoda) ging als WRC2-Führender in die Nachtpause. Auf Position zwei liegt Nikolay Gryazin (Lancia) vor Alejandro Cacho (Toyota) und dem zweifachen Saisonsieger Yohan Rossel (Lancia).
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