Marc Marquez (Ducati): «Es gibt Athleten, die am Ende ihren Sport hassen!»
Vor dem MotoGP-Wochenende in Assen sprach Marc Marquez (Ducati Lenovo) über seine weiteren Karriere-Ziele, seinen zukünftigen Teamkollegen Pedro Acosta und über den 850er-Test in Brünn.
Am 23. Juni kam die offizielle Bestätigung, dass MotoGP-Champion Marc Marquez auch 2027 und 2028 für das Ducati-Werksteam an den Start gehen wird. Nach den jüngsten Erfolgen in Ungarn und Brünn, wo der Spanier drei Siege einfahren konnte, war der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.
Marquez ist nach eigener Aussage zwar körperlich immer noch nicht bei 100 Prozent, doch ihm reichte seine derzeitige Verfassung, um seine Konkurrenzfähigkeit für die nächsten beiden Jahre zu beurteilen. «Ich fahre weiter Rennen, weil ich diesen Sport liebe und noch ehrgeizige Ziele erreichen möchte. Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Ort dafür ist», meinte MM93 in einem offiziellen Statement.
Die Vertragsverlängerung von Marc Marquez war auch eines der zentralen Themen bei der Auftaktpressekonferenz in Assen. Er wurde danach gefragt, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen ist, für zwei weitere Jahre zu unterschreiben. Zur Erinnerung: vor einigen Woche hat er noch über einen Einjahresvertrag nachgedacht, was aber Ducati nicht wollte.
«Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Vertrag mit dem Ducati-Lenovo-Team verlängern konnte – es war das, was ich wollte», so der 33-Jährige. «Nach meiner Verletzung in Indonesien war der Winter nicht einfach. Dennoch hat Ducati an mich geglaubt, und sie haben mir die Zeit und das Vertrauen gegeben, dass ich in Ruhe darüber nachdenken konnte. Wenn du dich in einem Rehabilitations-Prozess befindest, dann habe ich immer gesagt, dass es besser ist, keine Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Sie gaben mir die Zeit. Auf der mentalen Seite bin ich bereit für 2027 und 2028. Ich will weiterhin meine Leidenschaft genießen, und das ist die MotoGP. Ich hoffe und bin mir zugleich sicher, dass mein Körper auch bald bereit sein wird. In den letzten Wochen konnte ich mir selbst beweisen, dass ich Schritt für Schritt auf ein akzeptables Niveau komme, um konkurrenzfähig zu sein. Jetzt will ich mich aber voll und ganz auf 2026 konzentrieren, denn die Gegenwart ist das Wichtigste.»
Die Ziele für die nächsten zwei Jahre
Welche ehrgeizigen Ziele möchte der neunfache Champion in seiner Karriere noch erreichen? «Das ambitionierteste Ziel ist es, meine Leidenschaft in den letzten Jahren meiner Karriere zu geniessen», fand Marquez klare Wort. «Es gibt Athleten, die am Ende ihrer Karriere ihren Sport hassen. Denn normalerweise hast du am Ende mit Verletzungen, Druck oder schlechten Ergebnissen zu kämpfen. Ich möchte es in meinen letzten Jahen genießen – das ist das Hauptziel.»
Marc Marquez war einer von elf MotoGP-Fahrern, die am Montag in dieser Woche das 850-er Bike mit den Pirelli-Reifen testen durften. Was waren seine ersten Eindrücke? «Erste Eindrücke sind nur erste Eindrücke», schmunzelte er. «Man muss auf alles achten, für das Team gibt es sehr viel zu tun. Zudem gibt es viele Dinge, die wir nächstes Jahr in der Meisterschaft haben werden. Der Start war aber nicht schlecht», lautete das knappe Resümee des Weltmeisters.
An diesem Wochenende geht es mit dem Assen-GP auf dem TT Circuit weiter. Wird Marquez erneut um den Sieg kämpfen können? «Letztes Jahr war ich nicht der Schnellste, trotzdem konnte ich gewinnen. Es ist aber eine Strecke, auf der ich immer meine Probleme hatte – auch wenn ich voll fit war. Ich erwarte deshalb, dass ich dieses Jahr mehr Probleme haben werde», blickte der Ducati-Pilot voraus. «Brünn hat mir aber gezeigt, dass ich es Tag für Tag angehen muss. Es gibt kein Limit aber auch keine Ziele. Es wird aber eine der letzten Pisten sein, auf der ich Schwierigkeiten habe.»
Marquez: «Ich habe sehr viel Respekt vor Pecco – er ist mein aktueller Teamkollege!»
In dieser Woche wurde auch der neue Teamkollege von Marc Marquez für 2027 und 2028 vorgestellt – Pedro Acosta. Nächstes Jahr wird der erfahrene Champion einen jungen und hungrigen Fahrer an seiner Seite haben. «Pedro war einer der besten Fahrer, der auf dem Markt war. Er wäre somit für jedes Team eine großartige Wahl gewesen. Er ist ein schneller, junger und frischer Fahrer. Er wird von Beginn an schnell sein», meinte Marquez in Richtung von Acosta. «Aber ich will nicht mehr ins Detail gehen, denn ich habe sehr viel Respekt vor Pecco – er ist mein aktueller Teamkollege!»
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