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Romain Febvre kritisiert FIM: «Sie hören einfach nicht auf uns Fahrer»

Im aktuellen Podcast Gypsy Tales kritisiert Titelverteidiger Romain Febvre einige Zustände in der Motocross-WM. Es geht ihm um Strafen und um die Leistungen der Flag Marshalls bei Überseerennen.

Motocross-WM MXGP

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Bereits nach dem Frankreich-Grand-Prix hatte sich MXGP-Titelverteidiger Romain Febvre in der Pressekonferenz nach dem Rennen kritisch zur Situation in der Motocross-WM geäußert. Später entschuldigte sich der Franzose dafür. Hintergrund war der schwere Unfall von Thibault Benistant, der am Streckenrand versorgt wurde, ohne dass das Rennen abgebrochen wurde. Nun hat sich Febvre im Podcast von Gypsy Tales von Jase Macalpine erneut kritisch über die WM geäußert.

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Umstrittene Strafen

So prangert Febvre die teils umstrittenen und harten Strafen bei geschwenkten gelben Flaggen an. Die Fahrer fühlen sich oft benachteiligt, als letztes Glied einer Kette von Entscheidungen. Sacha Coenen erhielt beim Deutschland-Grand-Prix einen Abzug von 5 Punkten, weil er die gelbe Flagge zu spät sah und deshalb zu spät bremste. Wenn aber der umgekehrte Fall eintritt, dass Flaggen nicht oder zu spät gezeigt werden, geschieht nichts. Erinnert sei an den Fall Kay de Wolf in Argentinien 2022 (Video am Ende des Abschnitts). Ein weiteres aktuelles Beispiel, allerdings nicht aus der WM, ist der Fall Max Nagl, der beim Masters-Rennen in Tensfeld ohne Vorwarnung und gelbe Flaggen in gestürzte Nachzügler sprang und sich dabei schwer verletzte.

Oftmals empfinden wir die Strafen als unfair und als Akt gegen den Fahrer.

Romain Febvre

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Schiedsrichterentscheidungen oder Basisdemokratie?

«Bei uns gibt es den Race Director, der seine Entscheidung ganz alleine trifft», sagt Febvre. «Aber es sollten alle Perspektiven betrachtet werden. Oftmals empfinden wir die Strafen als unfair und als Akt gegen den Fahrer. Sie denken, dass wir gegen sie kämpfen, wenn wir Kritik üben», erklärt Febvre. «Aber das stimmt nicht. Wir verfolgen dasselbe Ziel, dass unser Sport wächst und an Popularität gewinnt.» Aus dem Blickwinkel von Febvre ist das nachvollziehbar, aber diese Schiedsrichterentscheidungen sind nunmal keine basisdemokratische Angelegenheit. Der Race Director ist geschult und erfahren. Im Sport muss eine Instanz schnell und präzise entscheiden, ob es einem passt oder nicht. Später mag die eine Entscheidung ungerecht erscheinen, aber wollen wir wirklich bei jedem Rennen mehrere Versionen von Punkteständen sehen? Ist die Verwirrung der Punktstände durch Penalties, die sich zwar auf die WM-Tabelle, nicht aber auf das Grand-Prix-Ergebnis auswirken, nicht kompliziert genug? Um bei dem Beispiel Sacha Coenen zu bleiben: In der Grand-Prix-Wertung des Deutschland-GPs wird er mit 47 Punkten geführt, 25 für den Sieg in Lauf 1 und 22 für Platz 2 in Lauf 2. In der WM-Gesamtwertung wurden ihm aber 5 Punkte abgezogen. Das ist nur ein Fall von mehreren.

Flag Marshalls professionalisieren

Febvre schlägt vor, die Flag Marshalls besser auszubilden oder gar zu professionalisieren. «Eigentlich müssten immer die gleichen Flag Marshalls bei jedem WM-Lauf dabei sein. Wir fahren in Ländern wie in Thailand, wo sie nicht einmal die Farben der Flaggen kennen. Am Ende bedeutet es, dass das Risiko, das wir als Fahrer eingehen und sogar der Ausgang der Weltmeisterschaft von Leuten abhängt, die die Flaggen nicht auseinanderhalten können. In den USA machen sie das besser. Im Supercross reagieren die Marshalls auch viel schneller.» Allerdings gibt es gerade in den USA noch weitaus schlimmere Vorkommnisse als in der WM, die Febvre offenbar nicht kennt. Erinnert sei an den haarsträubenden Fall von Izaih Clark beim Supercross-Schlammrennen in Birmingham.

Kooperation statt Konfrontation

Nach dem erwähnten Zwischenfall mit Kay de Wolf in Argentinien haben FIM und Infront Moto Racing übrigens damals umgehend reagiert und die Marshalls angewiesen, ausschließlich in Fahrtrichtung zu schauen, was teilweise schon übertriebene Ausmaße angenommen hat. Achten Sie mal auf die Marshalls z.B. beim Deutschland-Grand-Prix, wie stoisch sie in eine Richtung starren. So hat jede Seite ihre eigene Wahrnehmung und zieht daraus ihre Schussfolgerungen. Am Ende des Tages muss auch der Promoter mit Budgets rechnen und kann nicht beliebig Personal einstellen, das an 40 Tagen im Jahr zum Einsatz kommt, aber das ganze Jahr bezahlt werden will – ganz abgesehen von zusätzlichen Reise- und Übernachtungskosten. Das ist die andere Seite der Medaille. Deshalb ist am Ende Kooperation von allen Seiten gefragt. Kooperation statt Konfrontation, im Großen wie im Kleinen und eigentlich nichts Neues unter der Sonne.

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