Reumütiger Marco Bezzecchi (Aprilia) gesteht: «Wir haben beide geweint»
Vor dem Assen-GP entschuldigte sich Marco Bezzecchi erneut für seinen Ausraster in Brünn. Er schilderte den bewegenden Moment mit dem Streckenposten und seine Gedanken zu seinem 2027er-Teamkollegen.
Am Donnerstag vor dem Assen-GP, dem zehnten WM-Wochenende der Saison 2026, nutzte Marco Bezzecchi die Gelegenheit, sich ein weiteres Mal für den Vorfall in Brünn zu entschuldigen. Nach seinem Sturz im Sprint war der Aprilia-Werkspilot gegenüber einem Marshal tätig geworden und hatte dafür eine Sperre für das Sonntagsrennen kassiert. «Es war eine schlechte Geste von mir. Ich habe die Situation nicht richtig gehandhabt», gestand der Italiener. «Ich fühle mich immer noch schlecht – nicht für mich, sondern für mein Team, das ganze Werk und vor allem für den Streckenposten selbst, der am stärksten in diese Situation verwickelt war.»
Eine Aussprache unter Tränen
Den betroffenen Streckenposten namens Ladislav suchte Bezzecchi bewusst erst spät auf. «Ich habe etwas gewartet, weil ich nicht wollte, dass die Leute denken, ich entschuldige mich nur, um der Strafe zu entgehen», erklärte er. Erst als die Sanktion bestätigt war, ging er zu ihm. «Wir haben gesprochen, wir haben beide geweint. In einem schlechten Moment war es ein schöner Augenblick für mich, bei dem mir viel Last von den Schultern genommen wurde.»
Die Rennsperre akzeptierte der 27-Jährige ohne Widerspruch. «Ich habe das verstanden. Diese Strafe war richtig, ich habe alles akzeptiert.» Er wolle den Vorfall als Lektion nutzen, um als Mensch zu wachsen: «Die Lektion lernte ich sofort, als sie mir die Entscheidung mitteilten.»
Neuer Teamkollege ab 2027 in der Aprilia-Box: Francesco Bagnaia
Sportlich richtet sich der Blick nach Assen, wo er 2022 sein erstes MotoGP-Podium holte. Ein kleiner Ausblick auf 2027 folgte ebenfalls, denn am Donnerstag wurde offiziell bestätigt, dass Francesco Bagnaia ab der kommenden Saison im Aprilia-Werksteam fahren würde. «Ich bin glücklich für ihn, für das Team, für die Fabrik. Es wird allerdings seltsam, die Box zu teilen, denn am Ende waren wir immer Rivalen und werden es bleiben.» Die Stimmung bei Aprilia sei weiter hervorragend, wie auch das Verhältnis zu einem aktuellen Stallgefährten Jorge Martin.
Beim Brünn-Test am Montag drehte Bezzechi trotz der emotionalen Vortage 50 bis 60 Runden auf der neuen 850-ccm-Aprilia. Für ihn war das «einer der besten Tage auf dem Motorrad.» Mit dem Wegfall des Holeshot-Devices ab diesem Wochenende kann er leben: «In Sachen Sicherheit wird es besser. Es ist gut, dass sie eine starke Entscheidung getroffen haben.» Zwei zusätzliche Start-Übungen sollen den Fahrern die Umstellung erleichtern.
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