Charles Leclerc (Ferrari): «Hamilton hat nichts, was ich nicht auch hätte»
Ferrari-Ass Charles Leclerc hat fünf seiner 52 Formel-1-Podestplätze auf dem Red Bull Ring erobert, mit dem Sieg von 2022 als Highlight. Nun sagt der achtfache GP-Sieger: «Ich bin nicht eingeschränkt»
Charles Leclerc schwimmen die Felle davon. Ausgerechnet jetzt, als Ferrari nach knapp zwei Jahren wieder siegfähig ist, gewinnt sein Stallgefährte Lewis Hamilton einen Grand Prix. Leclerc ist zuletzt in Kanada, Monaco und Spanien dem Rekord-Champion hinterhergefahren.
Das Blatt hat sich gewendet: 2025 hatte Leclerc den erfolgreichsten Formel-1-Fahrer im Griff. Hamilton tat sich schwer mit dem Handling des Ferrari, an die internen Abläufe musste er sich ebenfalls gewöhnen, das Verhältnis zu seinem Renningenieur Riccardo Adami war angespannt.
2026 ist das alles ganz anders: Ganz anderer Rennwagen, mit viel Input des Champions, mit dem neuen Ingenieur Carlo Santi läuft es richtig gut, Hamilton ist hungrig und aufgekratzt, und auf einmal ist es Leclerc, der mit sich und der Welt hadert.
In Montreal und Monte Carlos monierte Leclerc, er komme mit den Bremsen nicht zurecht, seit Katalonien fährt er die gleichen Bremsscheiben von Carbon Industries wie Hamilton. Aber erneut war Hamilton der schnellere Mann.
Leclerc braucht nun dringend eine kraftvolle Reaktion auf der Rennstrecke, denn sein Rückstand in der WM-Tabelle auf Hamilton liegt bei bereits 40 Punkten.
Charles im Fahrerlager des Red Bull Rings: «Ich fühle mich nicht besonders gestresst, ich will einfach ein sauberes Wochenende, dann kommen auch die Ergebnisse.»
«Die letzten Rennen waren keine Freude. Ich fühlte mich im Wagen nicht wohl in Montreal und Monte Carlo, da verlor ich ein wenig das Vertrauen ins Auto. Dazu kamen die Ausfälle in Monaco und Spanien. Wir haben viele Punkte verloren.»
«Auf der positiven Seite fühlte ich mich wieder wohler im Wagen in Barcelona, und ich hoffe, das geht hier so weiter. Wir haben wieder ein Siegerauto, und wenn ich meinen Teil dazu beitrage, dann kann ich auch wieder gewinnen.»
«Hier wird das keine einfache Sache. Auf dem Papier sollte Mercedes hier stärker sein als wir. Auf der anderen Seite wird es heiss, und zuletzt in Spanien war der Ferrari bei solchen Bediungungen sehr gut zu den Reifen.»
Gerücht im Fahrerlager: Der 2026er Ferrari entspricht vom Handling her mehr dem Fahrstil von Hamilton als jenem von Leclerc. Charles widerspricht: «Das ist nicht wahr. Wir haben bei den neuen Autos viel Spielraum bei der Abstimmung, und ich bin in keiner Weise eingeschränkt. Ich habe kein grundsätzliches Problem mit dem Wagen, am Anfang des Jahres lief es ja gut. Nur, wie gesagt, in Montreal und Monte Carlo war ich eingeschränkt.»
Welche Hoffnungen hat Charles, dass es hier besser laufen wird? «Schon in Barcelona fühlte ich mich wohler, zudem mag ich den Red Bull Ring, er erlaubt einen schönen Rhythmus, ich mag das. Dass mein letzter Sieg schon eine Weile zurückliegt, daran denke ich nicht.»
«Ich weiss, dass der Ferrari wieder ein Siegerauto ist, Lewis Hamilton hat es bewiesen. Nun liegt es an mir.»
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