Marc Marquez vor Sachsenring-GP: «Mein größter Gegner bin ich selbst»
Von Marc Marquez werden auf dem Sachsenring Siege erwartet. Vor dem finalen MotoGP-Wochenende vor der Sommerpause sprach der Ducati-Pilot jedoch vor allem über seine Gesundheit.
Kaum Zeit zum Durchatmen: Zwischen dem Grand Prix in Assen und dem Rennwochenende auf dem Sachsenring absolvierte Marc Marquez ein volles Programm. Der Ducati-Werkspilot trainierte gemeinsam mit Tour-de-France-Sieger Tadej Pogačar auf dem Rennrad und war am vergangenen Wochenende bei der World Ducati Week in Misano präsent.
Nun wartet mit dem Sachsenring eine Strecke, auf der der Spanier traditionell zu den großen Favoriten zählt. Alle erwarten, dass die Siege auf der anspruchsvollen Berg- und Talbahn in Hohenstein-Ernstthal nur über die Nummer 93 gehen werden.
Trotzdem tritt Marquez die Reise nach Deutschland mit einer zurückhaltenden Erwartungshaltung an. Der Ducati-Pilot liegt aktuell auf Rang 5 der MotoGP-Weltmeisterschaft und hat 40 Punkte Rückstand auf Aprilia-Pilot Jorge Martin. Vor dem letzten Grand Prix vor der Sommerpause richtet er den Fokus jedoch nicht auf die Konkurrenz, sondern auf sich selbst.
Marc Marquez kündigt andere Herangehensweise als in Assen an
«Die letzten Monate waren nicht einfach und ziemlich anstrengend. Es gab viele Rennen in Folge und Rennveranstaltungen. Das hier ist das letzte Rennen vor der Sommerpause. Ich will hier meine 100 Prozent geben», erklärte Marquez, der im Gegensatz zum Assen-Wochenende mehr Einsatz zeigen wird.
«In Assen hatte ich eine spezielle Herangehensweise und hier werde ich erneut eine eigene Herangehensweise haben. Wir werden ab dem FP1 sehen, wo wir stehen. Ich würde gern ums Podium kämpfen», formulierte Marquez seine sehr zurückhaltende Zielsetzung.
Obwohl der Sachsenring als eine seiner stärksten Strecken gilt und viele Beobachter von einem Sieg ausgehen, will Marquez die Erwartungen bewusst dämpfen. «Wenn man zu dieser Art von Kurs kommt und sein Ziel erreicht, dann sagen alle, dass es meine Strecke war. Wenn man es aber nicht erreicht, dann wird schnell von einem Desaster gesprochen. Damit kann ich umgehen.»
Warum ihn der WM-Kampf mit den anderen Piloten kalt lässt
Mit Blick auf den Titelkampf sieht der Weltmeister derzeit mehrere Fahrer auf Augenhöhe. «Es gibt drei oder vier Fahrer vor mir. Sie fahren gut und sind sehr schnell. Martin, Bezzecchi und Di Giannantonio. Vor drei Rennen war ich raus, jetzt bin ich wieder im Spiel drin. Mal sehen, ob wir hier ein gutes Wochenende haben können», so der Spanier.
Dabei überraschte Marquez mit einer interessanten Einschätzung zur aktuellen WM-Situation. Obwohl Marco Bezzecchi im ersten Teil der Saison aus seiner Sicht das höchste Tempo zeigte, sieht er den Aprilia-Piloten nicht als Maßstab. «Niemand hat einen klaren Vorsprung. Bezzecchi war im ersten Teil der Saison der Schnellste, doch er war nicht der beste Fahrer, denn Martin führt die Meisterschaft an.»
Für Marquez ist deshalb entscheidend, wie sich der Titelkampf nach der Sommerpause entwickelt. «Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, abhängig davon, ob man gegen einen oder gegen vier andere Fahrer antritt. Im Moment kämpfe ich einen anderen Kampf. Nach der Sommerpause wird sich dann zeigen, was möglich ist.»
Sein größter Konkurrent sitzt für den Spanier derzeit ohnehin nicht auf einem anderen Motorrad. Nach den körperlichen Problemen der vergangenen Jahre und Monate gilt seine volle Aufmerksamkeit der eigenen Verfassung. «Mein größter Gegner oder die Sache, die mir im Moment die größten Sorgen bereitet, ist meine gesundheitliche Situation. Der Rest kümmert mich nicht.»
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