Muss Franco Colapinto zittern? Das sagt Alpine-F1-Geschäftsleiter Nielsen
Franco Colapinto hat in diesem Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Reicht das, um seine Alpine-Zukunft zu sichern? Geschäftsleiter Steve Nielsen erklärt, was er vom Argentinier erwartet.
Als Franco Colapinto im vergangenen Jahr das Cockpit von Jack Doohan übernehmen durfte, weil der Australier unter den Erwartungen geblieben ist, waren die Erwartungen hoch. Schliesslich hatte der Argentinier im vorangegangenen Jahr bei seinen neun GP-Einsätzen im Williams bereits sein Talent aufblitzen lassen. Zwei Mal schaffte er es in die Punkte.
Die Saison 2025 gestaltete sich aber deutlich schwieriger für den jungen Rennfahrer aus Buenos Aires – auch weil der Alpine-Renner A525 nicht konkurrenzfähig war. Er kam in 18 WM-Runden kein einziges Mal in die Punkte und schloss die WM auf dem 20. Platz ab. Nur Doohan, der die ersten sechs Rennwochenenden im A525 bestreiten durfte, klassierte sich hinter ihm.
In diesem Jahr läuft es viel besser für Colapinto: In den bisherigen neun WM-Runden schaffte er es fünf Mal in die Punkte. Er reist als WM-Dreizehnter zum nächsten Kräftemessen nach Belgien. Die Frage, ob der 23-Jährige genug getan hat, um seine Zukunft im französischen Team zu sichern, kommt dennoch auf. Denn die Lücke zu seinem Teamkollegen Pierre Gasly ist gross. Während der aktuell neuntplatzierte Franzose bereits 42 WM-Zähler erobern konnte, steht der jüngere der beiden Alpine-Piloten bei 18 Punkten. Und Colapintos Vertrag läuft Ende Jahr aus.
Entscheidung wurde noch nicht getroffen
Alpine-F1-Geschäftsleiter Steve Nielsen erklärte auf die entsprechende Frage in Silverstone: «Jun, jeder will immer mehr erreichen. Ich denke, Franco gehört zu jener Gruppe von Fahrern, die langsam starten, wenn ich das mal so sagen darf. Er wird aber besser und hat in diesem Jahr bereits einige beachtliche Rennen gezeigt.»
Und der britische Ingenieur betont: «Miami war gut, China genauso. Er verbessert sich. Ich glaube, er ist aufgrund seiner Leistung dabei, und wenn es soweit ist, werden wir die entsprechende Entscheidung treffen. Wenn er gut genug ist, bleibt er, und wenn nicht, gibt es eine bessere Alternative. So ist das eben in der Formel 1.»
Der 62-Jährige weiss, in welchen Bereichen Colapinto zulegen konnte: «Ich denke, seine Konstanz hat sich besonders in den Rennen verbessert, ebenso seine Fähigkeit, mit Pierre mitzuhalten. Das blitzte bereits im vergangenen Jahr durch, aber unser Auto war 2026 so schlecht, dass es schwierig war, die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber ich glaube, in dieser Saison war er in einigen Situation Pierre ebenbürtig, und das ist natürlich schön zu sehen.»
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