Martin vor Deutschland-GP und Yamaha-Wechsel: «100 Prozent bis zum Schluss»
Erstmals seit 2024 erreichte Jorge Martin das Fahrerlager als MotoGP-Tabellenführer. 2025 fehlter der «Martinator» verletzungsbedingt. Mit dem Aprilia-Projekt will Martin noch nicht abschließen.
Während Aprilia-Aushängeschild Marco Bezzecchi in wenigen Wochen vom gefeierten Sieger des Heim-GP zum gestürzten und gesperrten WM-Zweiten abstieg, übernahm Jorge Martin. Die Situation um den Weltmeister von 2024 ist kurios. Schon vor Monaten stand hinter den Kulissen fest, dass Martin Aprilia nach zwei Jahren wieder verlassen wird – und Jorge Martins Leistungskurve stabilisierte sich im Wissen um die sichere Trennung weiter und weiter. Während Bezzecchi bei den letzten acht Rennen viermal ohne Punkte blieb, patzte Martin nur einmal. Sein Abräumer in Balaton sorgte für Spannungen, denn Martin hatte mit dem Dreifach-Aus für Aprilia die überlegene Führung in der Hersteller-WM dramatisch schmelzen lassen.
Bei der Auftaktpressekonferenz zum Deutschland-GP fiel es Jorge Martin leicht, den Favoritenball an Marc Marquez weiterzuspielen. «MM93», ebenfalls vor die Mikrofone getreten, hat die Chance, seinen zehnten Sieg auf dem Sachsenring einzufahren.
Jorge Martin sprach selbstkritisch zum Auftritt bei den letzten Rennen, die von Konstanz, aber nicht von Rennsiegen geprägt waren: «Ich bin nicht komplett zufrieden mit meiner Pace, denn zuletzt in Assen hatte ich keine Chance, das Tempo der Trackhouse-Jungs war viel besser. Aprilia hat einen fantastischen Job mit dem Motorrad gemacht, aber an mir und am Team liegt es, in den nächsten Rennen wieder etwas mehr herauszuholen.»
Angesprochen wurde Martin auch auf seine bereits publik gemachte Verpflichtung durch Yamaha. Der Madrilene brachte es ehrlich auf den Punkt: «Als ich in die MotoGP gekommen bin, konnte ich mich für Ducati entscheiden. Dann kam der richtige Moment für Aprilia – und nun war es mit Blick auf die Zukunft für mich und meine Familie bei Yamaha zu unterschreiben. Vielmehr möchte ich dazu nicht sagen.»
Jorge Martins Aussagen zur frisch gewonnenen Tabellenführung und die nächsten sportlichen Ziele zeugten von Realismus: «Es ist schön, auf P1 zu liegen, aber das war es auch schon. Zum jetzigen Zeitpunkt spielt es für mich keine Rolle, ob ich auf 1, 2, 3 oder 4 liege. Die WM ist sehr kompetitiv, eine ganze Reihe von Fahrern liegt sehr eng beisammen. Es ist so viel möglich, ich denke, es ist am besten, mich nur auf die nächste, bestmögliche Leistung zu konzentrieren Hauptziel ist es, mit einem positiven Gefühl in die zweite Saisonhälfte zu gehen und mit dem Bewusstsein, dass wir bis zum Schluss hundert Prozent gegeben haben.»
Vor den Rennen 21 und 22 ist die Position des «Martinators» in der Tat alles andere als komfortabel. Die Top 4 der WM mit Martin, Bezzecchi, Di Giannantonio und Ai Ogura sind vor der Sommerpause nur durch 25 Punkte getrennt. Und auch Sachsenring-Rekordhalter Marc Marquez fehlen nur 40 Zähler zur ersten Position.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach








