Carlos Sainz (Williams): Aufs falsche Pferd gesetzt? «Besorgniserregend»
Im letzten Saisondrittel 2025 stand Carlos Sainz mit Williams als Dritter auf dem Podest. 2026 kommt er über neunte Plätze nicht hinaus. Der Spanier findet das «besorgniserregend und frustrierend».
Hat Carlos Sainz aufs falsche Pferd gesetzt? Als klar wurde, dass Mercedes-Superstar Lewis Hamilton zu Ferrari zieht, wurde der vierfache GP-Sieger aus Madrid überflüssig. Der Sohn des gleichnamigen Rallye-Weltmeisters hatte vorrangig zwei Lösungswege – Audi und Williams. Papa Carlos riet zu Audi, Sohn Carlos unterzeichnete bei Williams.
Carlos der Jüngere glaubt fest an die Vision von Williams-Teamchef James Vowles, der Williams wieder auf die Siegerstrasse bringen will. Aber auf dem Weg dahin scheint Vowles mit seinem Team falsch abgebogen zu sein.
Im letzten Saisondrittel durfte Sainz zwei Mal aufs Siegerpodest – als Drittplatzierter der Grands Prix von Aserbaidschan und Katar. 2026 jedoch ist Carlos bislang nicht über drei neunte Plätze hinausgekommen, in Shanghai, Miami und Montreal.
Williams beendete die Konstrukteurs-WM 2025 auf dem anständigen fünften Platz, ein Jahr später dümpelt das Team mit nur elf Punkten auf P8 und kann von Glück reden, dass Audi aus seinen Möglichkeiten zu wenig gemacht hat, Aston Martin komplett abgestürzt ist und Neuling Cadillac viel Lehrgeld bezahlt.
Natürlich muss die Frage erlaubt sein: Hat Carlos Sainz mit Williams aufs falsche Pferd gesetzt. Der WM-Fünfte von 2021, 2022 und 2024 hat sich bislang immer hinters Team gestellt, aber nach dem jüngsten Rennen in Silverstone gibt es reichlich kritische Töne.
Der vierfache GP-Sieger sagt: «Wir hatten in Silverstone einen wirklich guten Start und eine sehr gute erste Runde, ich lag in den Punkten und dachte, dass das Rennen von da an laufen würde, weil ich die Autos hinter mir – vielleicht mit der schmutzigen Luft, die ich ihnen serviere – für den Rest des Rennens in Schach halten kann.»
«Aber sobald wir unser Tempo gefunden hatten, erkannte ich, dass der Alpine und die Audi einfach zu schnell für uns waren, was das ganze Wochenende über der Fall war – ich konnte sie nicht aufhalten. Das ist besorgniserregend und frustrierend, weil sich in diesem Jahr ein schlechter Trend abzeichnet, nämlich dass wir mit Verbesserungen scheinbar kaum Rundenzeit finden.»
«Wir müssen analysieren, was los ist, denn leider haben wir inzwischen viel Gewicht aus dem Auto herausgenommen, aber der Abstand zu den Top-Teams wird grösser statt kleiner, und der Abstand zur Spitze des Mittelfelds wird auch immer grösser – wir scheinen also nicht jene Rundenzeit zu finden, welche die neuen Bauteile im Windkanal versprochen hatten.»
«Klar bin ich verärgert, hm, besorgt ist das vielleicht das passendere Wort. Niemand wird gerne überholt, besonders nach so vielen guten Starts, die wir dieses Jahr hinlegen, wenn wir uns mehrfach in den Punkterängen platzieren – und dann zurückfallen.»
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