Pedro Acosta gibt am Sachsenring OP-Update: «Nerv stand stark unter Druck»
Nach der Karpaltunnelsyndrom-Operation hofft Pedro Acosta auf ein problemloses MotoGP-Wochenende auf dem Sachsenring. Der KTM-Pilot beschreibt, wie der Eingriff seine Situation verbessert hat.
Nach einem schwierigen Rennwochenende in Assen reist Pedro Acosta mit gemischten Gefühlen zum Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring. Der KTM-Werkspilot musste den Grand Prix in den Niederlanden
Acosta zeigte sich am Donnerstagnachmittag vorsichtig optimistisch. «Die Operation war ziemlich unkompliziert. Alles sieht so aus, als wäre sie gut verlaufen. Die Ärzte haben gesehen, dass der Nerv ziemlich stark unter Druck stand. Deshalb sollte es jetzt besser werden», erklärte der Spanier. Erste Anzeichen sprechen aus seiner Sicht für eine Verbesserung: «Ich wache nachts nicht mehr auf, weil ich meine Finger nicht spüre. Das sieht schon ziemlich gut aus. Aber wir müssen abwarten, was die Ärzte beim Medizincheck sagen.»
Auch die unmittelbaren Folgen des Eingriffs scheinen überschaubar zu sein. «Ich hoffe, dass die Fäden heute Nachmittag entfernt werden. Ansonsten ist alles in Ordnung», berichtete Acosta.
Wie konkurrenzfähig ist KTM auf dem Sachsenring?
Trotz der positiven Entwicklung will der KTM-Pilot die Erwartungen bewusst niedrig halten. «Wir dürfen keine Erwartungen haben. Zuerst muss ich heute Nachmittag den Medizincheck bestehen. Dann sitze ich am Freitag auf dem Motorrad und werde sehen, wie ich mich fühle», sagte er.
Hoffnung macht ihm das Layout des Sachsenrings: «Ich glaube nicht, dass diese Strecke mit den vielen Linkskurven besonders belastend für meine Hand sein wird. Aber man weiß nie.» Sportlich möchte Acosta vor der Sommerpause noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. «Wir brauchen ein gutes Wochenende, damit wir sagen können, dass die erste Saisonhälfte akzeptabel war. Die letzten beiden Grands Prix waren wirklich hart – wegen der technischen Probleme und meiner körperlichen Situation in Assen. Jetzt ist es Zeit für einen Neustart. Der Sachsenring war normalerweise immer eine Strecke, die den KTMs ganz gut liegt. Mal sehen, was möglich ist.»
Neben seiner körperlichen Verfassung beschäftigen KTM weiterhin die technischen Schwierigkeiten der vergangenen Wochen. Acosta geht jedoch davon aus, dass der Hersteller die Probleme bald in den Griff bekommt. «Ich habe mit KTM noch nicht darüber gesprochen. Aber es ist kein Geheimnis, dass wir diese Probleme haben. So etwas darf nicht passieren. Im Moment steckt das Team seine gesamte Energie in die Zuverlässigkeit und nicht in die Weiterentwicklung – ich denke, das machen derzeit alle Hersteller so. Es sollte hier oder spätestens nach der Sommerpause gelöst sein. Für dieses Wochenende sieht es jedenfalls ziemlich vielversprechend aus.»
Bevorstehender Wechsel zu Ducati keine Ablenkung
Auch auf die jüngst bekannt gegebene Veränderung seiner sportlichen Zukunft angesprochen, versicherte Acosta, dass ihn dies nicht von seiner aktuellen Aufgabe ablenke. «Ich war eigentlich immer schnell und habe mein Ziel erreicht, regelmässig in den Top-5 zu fahren. Die Ankündigungen haben daran nichts geändert. Ehrlich gesagt war ich nervöser, als bekannt wurde, dass ich überhaupt in die MotoGP komme. Ich mache im Moment einen guten Job bei den Dingen, die ich selbst kontrollieren kann.»
Sein Fokus gilt trotz des bereits feststehenden Wechsels zu Ducati weiterhin ausschließlich KTM. «Ich freue mich sehr über die neue Möglichkeit. Aber im Moment ist mein Kopf bei KTM und ich werde bis zum Saisonende 100 Prozent geben. Der erste MotoGP-Sieg wird früher oder später kommen. Momentan ist es wegen unserer Probleme schwieriger, aber wir werden bis zum Schluss alles versuchen.»
Zum nahenden Abschied von KTM fand Acosta versöhnliche Worte. «Ich würde nicht sagen, dass ich einen Teil meines Lebens hinter mir lasse. Ich werde großartige Erinnerungen an diese sechs Jahre bei KTM behalten. Und ich denke, dass KTM mit den Fahrern, die kommen, ebenfalls eine gute Möglichkeit für einen Neustart hat.» Im kommenden Jahr tritt das KTM-Werksteam mit Alex Marquez und Fabio di Giannantonio an.
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