Yamaha-Imperium bröckelt: Zweites Supersport-Spitzenteam geht zu Chinamarke
Zuerst Evan Bros und jetzt Ten Kate: Innerhalb zwölf Monaten hat Yamaha seine beiden erfolgreichsten Teams in der Supersport-WM seit 2019 verloren. Die Gründe lassen für die Zukunft tief blicken.
Seit 2019 waren es die Teams Evan Bros und Ten Kate, die für Yamaha Siege, Podestplätze und Titel einfuhren. Erst holten Randy Krummenacher und Andrea Locatelli für die Truppe aus Italien WM-Gold, dann triumphierten die Niederländer zweimal mit Dominique Aegerter. 2023 und 2024 gewann Aruba Ducati mit Nicolo Bulega und Adrian Huertas die Supersport-WM, 2025 wieder Ten Kate mit Stefano Manzi.
Im Oktober 2025 entschied sich Evan Bros für
Erinnerungen an die Anfangszeit der japanischen Werke
Was derzeit passiert, erinnert an die Zeit, als die japanischen Hersteller den europäischen immer mehr den Rang abliefen. Honda wurde 1946 gegründet, Suzuki 1952, Kawasaki 1954 und Yamaha 1955. 1961 wurden Tom Phillis (125 ccm) und Maik Hailwood (250 ccm) die ersten Weltmeister auf der Rundstrecke mit einem japanischen Motorrad, beide auf Honda. Der Deutsche Ernst Degner sorgte 1962 in der 50-ccm-Klasse für den ersten Suzuki-Titel, Phil Read triumphierte 1964 bei den 250ern erstmals für Yamaha. Und 1969 gelang schließlich auch Kawasaki der Triumph, mit Dave Simmonds bei den 125ern.
In der Superbike-Klasse eroberte Honda zwischen der Gründung 1988 und dem letzten Titel von James Toseland 2007 (mit Ten Kate übrigens) insgesamt sechs Fahrer-Weltmeisterschaften. Suzuki gewann 2005 mit Troy Corser, Yamaha zweimal: 2009 mit Ben Spies und 2021 mit Toprak Razgatlioglu. Kawasaki konnte neben den sechs Titeln in Folge von 2015 bis 2020 mit Jonathan Rea auch 2013 mit Tom Sykes und 1993 mit Scott Russell brillieren. In der Supersport-WM wurden ebenfalls alle vier großen japanischen Werke mindestens einmal Champion.
Bei Evan Bros und Ten Kate ist zu hören, dass ihnen der neue Partner aus China Chancen bietet, «wie man sie nur einmal im Leben erhält». Dem gegenüber steht die Aussage von Yamaha: «Wir suchen nicht nach einem Dienstleister, sondern nach einem Partner, der die finanziellen Risiken mit uns teilt und nach Sponsoren sucht.» Zwei Ansätze, die sich kaum stärker unterscheiden könnten.
Mit den Motorradmarken aus China herrscht Aufbruchstimmung
Mit den jungen Marken aus dem Reich der Mitte herrscht Aufbruchstimmung, ohne Frage. Valentin Debise, der mit ZX Moto bereits in deren erstem Jahr Supersport-Vizeweltmeister wurde und sechs Rennen gewann, schwelgt in Superlativen, wenn die Sprache auf die
Der Plan der chinesischen Firmen ist eindeutig: Sie wollen den japanischen Konkurrenten den Rang ablaufen. Investieren sie entsprechend, kaufen Know-how ein und verbünden sich mit den besten Teams, wird ihnen das gelingen.
Die
Yamaha verliert seine beiden besten Fahrer
Dieses Jahr gibt es von Yamaha in der Supersport-WM drei unterstützte Teams: Neben Ten Kate (Öncü, Okamoto) sind das AS (Arenas, Mahendra) sowie GMT94 (Garcia, Mahias). Von diesen werden nur die beiden Letztgenannten übrigbleiben, den Platz von Ten Kate besetzt Yamaha nicht nach.
Das bedeutet auch, dass es 2027 keine fünf Fahrer mehr mit einem Yamaha-Vertrag gibt, jetzt haben alle bis auf Ex-Weltmeister Lucas Mahias einen, sondern nur noch drei. Von diesen sind Roberto Garcia (bei GMT94) und Aldi Mahendra (bei der Weltmeistertruppe AS) bereits fix, ein schneller Fahrer wird noch gesucht.
Bitter und sehr ärgerlich für Yamaha: Mit
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