Dall’Igna über den Indonesien-GP: «Haben den Schaden in Grenzen gehalten!»
Ducati rechnete beim MotoGP-Event in Indonesien mit einer Klatsche. Dank Champion Marquez und Patzern von Aprilia lief es besser als erwartet. Mastermind Gigi Dall’Igna lobte «Marcs Genialität».
Was den Titelkampf in der MotoGP angeht, kann Marc Marquez zufrieden sein mit seinem Auftritt in Indonesien. Im Sprint siegte er, den Grand Prix beendete der 33-Jährige auf Rang 6 – er sah dort das erste Mal in einem Sonntagsrennen die Zielflagge.
Vor dem Event auf dem Mandalika International Street Circuit stand bereits fest, dass es für Ducati ein schwieriges Rennwochenende werden wird – das haben die Ergebnisse aus der Vergangenheit gezeigt. Rivale Aprilia hingegen war als haushoher Favorit angetreten.
Die Dinge nahmen ihren Lauf. Am Samstag stand sich der Hersteller aus Noale selbst im Weg. Marco Bezzecchi und Raul Fernandez beförderten sich gegenseitig ins Aus und Jorge Martin musste sich in Führung liegend zurückfallen lassen – Schuld war wieder einmal ein zu geringer Druck im Vorderreifen. Am Sonntag lief dann alles glatt für die RS-GP-Piloten: Es wurde ein Vierfachsieg, zudem konnte Martin die WM-Führung zurückerobern.
«Eine große Hürde liegt nun hinter uns, ohne dass wir Schaden genommen haben»Gigi Dall'Igna
Dennoch ging MM93 als Sieger aus dem Event hervor – er schaffte in Indonesien mehr, als er und auch die Roten erwartet haben. «Es war ganz klar kein einfaches Wochenende für uns, und dennoch war es meiner Meinung nach ein positives», unterstrich Ducati-Corse-CEO Gigi Dall’Igna in seiner Analyse auf LinkedIn. «Es bringt neue Energie – natürlich nicht die eines Sieges, sondern die Art von Energie, die daraus entsteht, dass wir Chancen nutzen, die Zähne zusammenbeißen und wertvolle Punkte holen, auch wenn wir in der Defensive sind. Genau das war bei unserem Sprint-Sieg und dem sechsten Platz im langen Rennen am Sonntag der Fall. Auch wenn Letzteres als bescheidenes Ergebnis erscheinen mag, ermöglicht es uns in Kombination mit dem Sieg am Samstag, von dort abzureisen, ohne dass sich unser Rückstand in der Meisterschaft verändert hat. Wir haben den Schaden mit purem Können und Erfahrung auf einer Strecke begrenzt, von der wir wussten, dass sie hart sein würde – vielleicht unsere schwierigste und definitiv eine, die unseren Gegnern zugutekam. Tatsächlich hatte es Marc auf dieser Strecke zuvor noch nie geschafft, in einem Sonntagsrennen die Ziellinie zu überqueren.»
Dall’Igna lobte die Leistung von Marc Marquez in höchsten Tönen: «An diesem Wochenende zeigte sich so viel von Marcs Genialität: Bereit zu sein, wenn es am wichtigsten ist, um einen unerwarteten ersten Platz zu ergattern, und den Scharfsinn zu zeigen, kritische Momente zu meistern, wenn das Motorrad nicht das stärkste im Feld ist, und das absolute Maximum aus jeder Situation herauszuholen, selbst aus der ungünstigsten.»
Gigi Dall'Igna: «Tatsächlich fühlen wir uns jetzt sogar stärker und besser vorbereitet»
«Eine große Hürde liegt nun hinter uns, ohne dass wir Schaden genommen haben», führte Dall’Igna weiter aus. «Tatsächlich fühlen wir uns jetzt sogar stärker und besser vorbereitet. Dennoch war es insgesamt ein anspruchsvoller GP für Ducati, wie die Ergebnisse unserer anderen Fahrer bestätigen. Wir wussten von Anfang an, dass es am Sonntag hart werden würde und dass wir kämpfen müssten. Unser Tempo reichte nicht an die Besten heran, also mussten wir uns anpassen, ohne die Motivation zu verlieren, und das große Ganze im Blick behalten. Und genau das haben wir getan – mit Konzentration, Klarheit und jener gesunden Portion Demut, die einem immer guttut.»
Marc Marquez reist nun mit zwei Punkten Rückstand auf WM-Leader Jorge Martin nach Australien. Auf Phillip Island findet vom 23. bis 25. Oktober das nächste Rennwochenende statt. Bei den letzten fünf Grands Prix wird sich der Titelkampf weiter zuspitzen. «Jedes einzelne Rennen ist nun entscheidend für den endgültigen Titelkampf. Das mag wie ein Klischee klingen, ist aber absolut wahr!», so Dall’Igna. «Noch nie war der Abstand in dieser Phase der Weltmeisterschaft so knapp: eine echte Show. Möge der Beste gewinnen – mit jener unverwechselbaren Sportlichkeit und Fairness, die unser wunderschöner Sport verdient. Auf geht’s, Ducati!»
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