MotoGP-Direktor Ezpeleta zum neuen Format 2027: «So wollten es die Teams»
Die von der MotoGP Sports Entertainment verkündeten Änderungen zum Format der MotoGP-Event für 2027 sorgen für reichviel Gespräch. Carlos Ezpeleta mit Hintergründen zu den Beschlüssen.
Unmittelbar vor dem Start zum Indonesien-GP im Ferienparadies Lombok verkündete Promotor MotoGP Sports Entertainment Group, kurz MSEG, durchaus relevante Veränderungen zum Ablauf der MotoGP-Events. Die beiden Beschlüsse: Das Zeittraining am Freitagnachmittag verschwindet. Nach einem zweiten freien Training wird es ein eigene Quali-Sitzung für den Sprint am Samstag geben.
Am Samstag stehen weitere Attacken an, die Startplätze für das GP-Rennen werden neu ausgefahren. Die Anpassungen gelten exklusiv für die Königsklasse. Dazu kommt die polarisierende Eliminierung der Warm-up-Session am Sonntagmorgen. Statt der kurzen eigenen Session werden ab 2027 mehrere Einführungsrunden als Standard eingeführt.
Gegenwind von den MotoGP-Fahrern
Die Ankündigung war zum Auftakt des Indonesien-GP Thema des Tages. Alle Fahrer hatten eine Meinung, nicht wenige äußerten unmissverständlich Kritik an den Modifikationen des Formats. Pecco Bagnaia sprach von einem «No-go» was die Abschaffung des Warm-ups angeht. Auch das potenziell höhere Verletzungsrisiko durch das «schärfere» Format stoß adhoc etlichen Piloten auf.
Um Klarheit aus Sicht der MotoGP zu schaffen, trat Carlos Ezepeleta in seiner Funktion als sportlicher Direktor in Mandalika vor die Mikrofone. Der Hauptverantwortliche aller Abläufe auf der Rennstrecke berichtete, wie es zu den Änderungen kam: «Beim GP in Misano traten die Teams mit dem Wunsch an uns heran Anpassungen am Zeitplan vorzunehmen.»
Ezpeleta weiter: «Zum Verständnis: Die Hersteller fordern unter anderem seit längeren etwas weniger Streckenzeit. Zudem ist das Bestreben gleichzeitig die Spannung der Sessions der für die Zuschauer zu erhöhen – ohne dabei das Risiko für die Piloten zu erhöhen. Das war die Grundlage und die Anpassungen entsprechen diesen Wünschen, die ausschließlich von den Teams kamen.»
Und: «Fakt ist, heute nutzen die Teams 80 Prozent des Zeittrainings am Freitag als weiteres freies Training um dann in 15 Minuten wie in einem Qualifying zwei Zeitattacken zu fahren. Michelin hat uns das auch bestätigt. Auch zum besseren Verständnis für die Fans haben wir das also getrennt. Dazu bekommen alle die es am Freitag nicht ins Q2 geschafft haben einen neue Chance.»
Fahrer sind keine Verhandlungspartner der MotoGP
Die Kehrseite der erhöhten Spannung – statt wie bisher nur 12 Fahrer, müssen nun alle 22 Piloten mehrere Zeitattacken am Samstag fahren. Mehr als die Tatsache von mehr Action auf der Strecke, stört die Fahrer offensichtlich die Art der Kommunikation, denn ein direkter Austausch zwischen Athleten und Promoter fand nicht stand.
Ezpeleta zeigt sich hierzu als Geschäftsmann: «Natürlich sieht die MotoGP die Bedürfnisse der Fahrer und unterstützt sie in allen Belangen – aber die Piloten sind nicht unsere Vertragspartner – das sind die Teams.»
Auch die Abschaffung der Warm-up-Session wurde von Ezpeleta verteidigt: «Später kam noch der Wunsch nach der Streichung der Warm-up-Einheit dazu. Die war ursprünglich dazu gedacht etwaige Probleme zu finden oder zu beheben. Doch ebenfalls von Michelin wurde bestätigt, dass mit den aktuellen Reifen die Bedingungen am Sonntagmorgen nichts mit denen zum Rennen zu tun haben. Deswegen sollten mehr Runden direkt vor dem Rennen gefahren werden können, das werden wir möglich machen.»
Wird das neue Format zum Aufwärmen auch für die anderen GP-Klassen zur Anwendung kommen? Zur Erinnerung: Aktuell gibt es ein 10-minütiges Warm-up nur die Königsklasse. Carlos Ezpeleta zeigte sich offen: «Warum nicht – wenn dieser Wunsch von den Teams dieser Klassen vorgetragen wird, können wir das auch für die Moto2 und Moto3 anwenden.»
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