Platzt der MotoGP-Traum? Nicolo Bulega hat keinen Grund für Optimismus
Die Superbike-WM 2026 dominiert Nicolo Bulega nach Belieben, der Italiener ist seit 13 Rennen ungeschlagen. Und trotzdem deutet nichts darauf hin, dass er für 2027 einen Platz in der MotoGP erhält.
Ducati hat sich mit Nicolo Bulega 2022 einen Rohdiamanten geangelt. Nach seinem Scheitern in der Moto2 wagte er in der Supersport-Klasse den Neuanfang und ließ WM-Bronze im ersten Jahr den Titel folgen. Für 2024 wurde er ins Superbike-Werksteam transferiert, stellte dort auf Anhieb den zweifachen Champion Alvaro Bautista in den Schatten und unterlag in seinen ersten beiden Jahren auf der Panigale V4R lediglich dem furios fahrenden Toprak Razgatlioglu (BMW).
Als Belohnung für seine starken Leistungen durfte Bulega im Vorjahr die MotoGP-Maschine testen, kam bei den Grands Prix in Portimao und Valencia als Ersatz für den verletzten Marc Marquez zum Einsatz und leistete von Anfang an tadellose Arbeit.
Seine Aufgabenstellung für 2026: Den Titel bei den Superbikes gewinnen und ab Anfang Mai (in Mugello) mit der neuen 850er-MotoGP-Maschine testen. Denn Bulega verfügt nicht nur über sehr hohen Speed, sondern kennt auch die ab 2027 in der MotoGP zum Einsatz kommenden Pirelli-Reifen bestens.
In den Ducati-Teams stehen andere auf der Wunschliste
Monatelang galt als so gut wie sicher: Erfüllt er die Aufgaben dieses Jahr wunschgemäß, wird Ducati Corse seinen Zögling in die Premier-Class befördern. Inzwischen deutet nichts mehr daraufhin, dass es so kommt. Im Lenovo-Werksteam gelten Marc Marquez und Pedro Acosta als gesetzt, bei VR46 wird Fabio Di Giannantonio seinen Vertrag verlängern und könnte den aufstrebenden Fermin Aldeguer an die Seite gestellt bekommen.
Bei Gresini Racing zeichnet sich ab, dass es trotz hoher Kosten mit Ducati weitergehen soll. Dort hat der Hersteller aus Bologna aber kein Mitspracherecht, was die Fahrer betrifft, und oben
13. Superbike-Sieg in Folge und kein Angebot
Auf dem TT Circuit in Assen hat Bulega am Wochenende sein 13. Superbike-Rennen in Folge gewonnen und führt die Weltmeisterschaft nach nur drei Events mit erstaunlichen 69 Punkten Vorsprung auf seinen Aruba-Teamkollegen Iker Lecuona überragend an. Und doch hat er Stand Sonntagabend nicht eine Offerte für die MotoGP, auch wenn er zuletzt mit dem Aprilia-Team Trackhouse in Verbindung gebracht wurde.
«Mein Manager geht nach Jerez, vielleicht ändert sich etwas zu meinen Gunsten», verriet Bulega beim Treffen mit SPEEDWEEK.com in den Niederlanden. «Er wird mit einigen MotoGP-Teams reden, dann sehen wir. In Balaton in zwei Wochen kann ich vielleicht mehr erzählen. Es wird sehr schwierig, denn es gibt nur wenige Motorräder und viele sehr gute Fahrer. Ich müsste das Glück haben, dass einige der Fahrer dorthin gehen, wo ich sie mir wünsche. Bleibe ich in der Superbike-WM, sind das keine traurigen Nachrichten, denn ich bin sehr glücklich in dieser Klasse und fühle mich gut. Das Superbike-Paddock ist wie Familie für mich. Habe ich keine Möglichkeit in die MotoGP zu gehen, dann ist das nicht dramatisch.»
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