Gute und schlechte Starts: So schossen die MotoGP-Asse bislang ins Rennen
Ohne einen guten Start stehen die MotoGP-Piloten auf verlorenem Posten. Die Statistik der ersten sechs Rennen zeigt, wer den komplexen Startvorgang besonders gut im Griff hat – und wer Boden verliert.
Auf der
Im Zusammenspiel aus Motorsteuerung, mechanischen Elementen wie der Kupplung und auch dem absenkbaren Fahrgestell gelingen den Piloten bei korrekter Verwaltung des Starts mittlerweile Traumstarts, die ohne die Unterstützung der Ingenieure so nicht funktionieren würden. Wie effizient die Piloten der Königsklasse starten, das zeigt sich besonders dann, wenn ein System einmal nicht funktioniert.
Marc Marquez patzte beim letzten Italien-GP bei der Aktivierung der Launch-Control. Beschleunigt von den eigenen Instinkten ging es in Rennen. Marquez büßte von Startplatz 1 immerhin 5 Plätze bis zum ersten Anbremsen ein. Selbstredend – je besser ein Start gelingt, desto «entspannter» können die Fahrer den weiteren Rennverlauf planen. Ein vermasselter Start ins Rennen bedeutet immer auch einen großen zusätzlichen Stressfaktor – für Mann und Maschine.
Auch aus diesem Grund treiben alle Werke enormen Aufwand, um ihren Atleten optimale Starthilfe mittels der technischen Systeme zu liefern. Und um das Fazit der Betrachtung zum Teil vorwegzunehmen – alle fünf Werke haben mittlerweile Verfahren entwickelt, die es ihren Piloten am Rande der physikalischen Grenzen entlang nahezu perfekt ermöglichen, an Tempo zuzulegen.
Unterschiede gibt es trotzdem. Denn nicht alle Fahrer sind in der Lage, die Systeme gleichermaßen effizient einzusetzen. Herausragende Starter sind durch den starken Eingriff nicht mehr zu küren, aber besonders. Zu den Piloten, die regelmäßig Positionen gutmachen, zählt Honda-Werksfahrer Joan Mir. Der Mallorquiner hatte sich für den Saisonauftakt in Thailand Startplatz 10 gesichert. Die Honda mit der Nummer 36 schoss im Sprint bis auf Position 6. Im Großen Preis von Brasilien wiederholte Mir die Leistung: von 13 ging es vor auf 9 und auch in den USA machte der Weltmeister des Jahres 2020 im Sprint wieder Positionen gut.
Gute Startnoten gibt es auch für den zuletzt oft gescholtenen Pecco Bagnaia. Bei zwei der sechs Rennen 2026 machte der Ducati-Werksfahrer mindestens drei Plätze von der Linie gut. Beklatscht wurden auch die Anfahrmanöver von Jorge Martin. In Thailand überholte der der WM-Zweite zwei Fahrer auf dem Weg zur Kurve und beim US-Grand-Prix machte der «Martinator» gleich vier Positionen gut, es ging von 7 auf 3, wobei auch das Geschick bei der Positionierung für den richtigen Brems- und Einlenkpunkt mit in die Rechnung geht.
Bekannt ist auch, dass KTM-Piloten besonders gut starten. Das Phänomen, das vor allem von Brad Binder geprägt wurde, gilt in dieser Form 2026 nicht mehr. Und doch gelang dem Südafrikaner beim Goiânia-GP einer der besten Starts der noch jungen Saison. «BB33» schnappte sich vom schlechten Startplatz 21 sechs Gegner. Bemerkenswert gut kam auch der aktuell Dritte der WM, Pedro Acosta, vom Fleck. In Thailand fuhr Acosta beim Sprint von Platz 6 los, schoss auf 3 – und gewann am Ende sein erstes Rennen.
Falsch liegt wer denkt, Yamaha-Fahrer haben es schwerer Fahrt aufzunehmen. Nahezu ideal arbeitete Fabio Quartararo in Brasilien mit der Physik. Vom guten vierten Startplatz ging es auf der Yamaha bis auf Platz 2! Und auch Rookie Toprak Razgatlioglu zauberte – gleich bei seinem ersten Schuss in die MotoGP-Welt ging es in Thailand von 21 auf 15.
Trackhouse-Pilot Ai Ogura schimpfte zuletzt über sich selbst und seine schlechten Starts. Fakt ist zumindest, dem Japaner gelang es 2026 in noch keinem Rennen mit der Aprilia RS-GP in der direkten Startphase, Plätze gutzumachen. Während Martin besonders gut und Ogura eher schlecht losfährt, gehen die Starts für die anderen Aprilia-Piloten Bezzecchi und Fernandez meist neutral aus.
Sicher ist, dass der massive Einsatz von Technologie die MotoGP auch in Sachen Start näher zusammengebracht hat und die Startqualität insgesamt angehoben hat. Und doch – der entscheidende Faktor, um sich optimal ins Rennen zu bringen, bleibt im schnellsten Zweiradsport auch weiterhin der Fahrer.
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