Marquez zu Weggang von Honda: «Wollte nicht, dass meine Karriere so endet»
In einem Interview mit spanischen Podcastern blickte MotoGP-Weltmeister Marc Marquez auf seinen Wechsel von Honda auf Ducati zurück – eine der schwierigsten Entscheidungen in seiner Karriere.
Die knapp vierwöchige MotoGP-Pause nutzt Champion Marc Marquez für private Trainingssessions und um an seiner Fitness zu arbeiten. In dieser Woche flog MM93 zudem nach Japan, um einen Termin bei seinem Helmpartner Shoei wahrzunehmen. Dazwischen nahm sich der neunfache Weltmeister Zeit für Medientermine. So stand Marquez auch bei den Podcastern «Imagin» und «Tengo un Plan» Rede und Antwort. Bei dem ausführlichen Interview blickte er unter anderem auf eine schwierige Karrierephase – den Wechsel von Honda auf Ducati – zurück.
Nach der vierjährigen Verletzungsmisere und zermürbenden Jahren bei Honda wagte Marquez in der Saison 2024 bei Gresini Racing einen Neuanfang. «Der Tag, an dem ich am nervösesten war, war der, als ich die Ducati zum ersten Mal in Valencia testete; es ging nicht nur um den Druck. Die Leute wissen, wer Marc Marquez ist. Es ging darum, ob ich auf diesem Motorrad schnell sein würde oder nicht. Ich fragte mich, ob ich eine Ducati fahren könnte», so der 33-Jährige. 2024 holte er mit der Ducati drei GP-Siege und ein Sprint-Sieg sowie weitere 16 Podestplätze. Sein erstes Jahr mit der Desmosedici beendete Marquez auf Gesamtrang 3.
Marc Marquez: «Persönlich habe ich das Gefühl, den Kreis meiner Rennkarriere geschlossen zu haben.»
Marc Marquez fuhr elf Jahre für Honda und holte mit den Japanern sechs WM-Titel. «Mit Honda war es wie in einer Liebesbeziehung: Man wollte nicht gehen, aber man wusste, dass man musste, weil es das Beste für einen selbst war. Ich habe nicht mit dem Herzen, sondern mit dem Kopf entschieden», erzählte Marquez. «Natürlich wäre es schön, den Kreis zu schließen, aber für mich ist dieser Kreis bereits geschlossen. Persönlich habe ich das Gefühl, den Kreis meiner Rennkarriere geschlossen zu haben. Was auch immer als Nächstes kommt, ist willkommen. Der Ehrgeiz bleibt derselbe, ebenso wie der Siegeswille. Aber ich wollte nicht, dass meine Karriere nach der Verletzung 2020 so endet. (Honda) hat seitdem nicht mehr gewonnen, aber ich habe wieder angefangen zu gewinnen; ich habe es geschafft, und jetzt bin ich mit mir im Reinen.»
«Was mich am meisten zurückhielt, war mein Herz – nachdem ich über zehn Jahre bei Honda verbracht hatte – mit denselben Mechanikern und denselben Leuten», führte Marquez weiter aus. «Aber ob es einem gefällt oder nicht, egal wie viel man gewonnen hat, egal wie viele Titel man hat, man geht ein Risiko ein. In den Medien stehen Sportler und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unter großem Druck. Man stellt sich der Öffentlichkeit, und in den Medien habe ich eine ganz klare Botschaft gesendet: Gebt mir das Motorrad, das gewinnt, ich will sehen, wozu ich fähig bin.»
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