Pit Beirer (KTM) nach Japan-GP: «Enea konnte voll reinhalten, Pedro nicht»
Alle vier KTM-MotoGP-Piloten holten in Motegi Punkte – doch ein Podium blieb den Österreichern verwehrt. Rennsportchef Pit Beirer über die Rennen von Österreich-Sieger Acosta und Enea Bastianini.
Vor der Abreise zur weiten Überseetournee der Saison 2027 erlebte die MotoGP einen überlegenen Pedro Acosta. Der KTM-Werksfahrer dominierte in Sachen Speed und wurde trotz seines Aussetzers am Sprint-Samstag als glorreicher Sieger beim
Nach dem Zeittraining zum Meeting der Königsklasse in Motegi schien es für das KTM-Projekt zunächst noch besser zu laufen. Während Acosta nur haarscharf an der Bestzeit vorbeischrammte und schneller als Marc Marquez, Jorge Martin und Marco Bezzecchi war, mischte in Japan jetzt auch Enea Bastianini an der Spitze mit. Platz 5 im Zeittraining setzte der Italiener auf der Tech3-Maschine zum guten Startplatz 7 um. Noch vielversprechender Acosta, der seine RC16 auf den weichen Reifen in Reihe 1 gestellt hatte. Alles war angerichtet.
Doch als am Sonntag die Kisten verpackt wurden, waren keine Trophäen mit an Bord. Bastianini verließ Japan mit zwei starken vierten Rängen, doch Pedro Acosta war im Großen Preis nicht über Platz 7 hinausgekommen. Ein guter, aber unerwarteter Ausgang aus KTM-Sicht.
Rennsport-Chef Pit Beirer fasste den Japan-GP gegenüber SPEEDWEEK.com so zusammen: «Das Team ist natürlich mit viel Rückenwind nach Japan gekommen, nicht nur Pedro. Für Pedro lief auch lange alles bestens. Sein Gefühl für das Bike war da. Er hat uns erklärt, das Bike so wenig wie möglich anzufassen. Entsprechend war er bester Dinge für die Rennen, auch weil er sich ja im Q2 optimal platziert hatte.»
Acosta – zu beschäftigt mit Zweikämpfen
Pit Beirer weiter: «Der Crash im Sprint hat dann schon einen negativen Effekt gehabt – denn nach wenigen Metern abgeräumt zu werden, das ist nie ein gutes Gefühl. Am Sonntag hat dann der späte Wechsel auf die härteren Reifen mehr Einfluss genommen als bei Enea. Pedro ist in der ersten grundsätzlich bissig, aber das geht nur, wenn er das Feeling dafür hat. Zu Beginn des Rennens kam das einfach nicht.»
«Ganz untypisch für ihn hatte früh 1-2 kleine Unsicherheiten– und als es besser wurde, da steckte er im Kampf mit den Trackhouse-Jungs. Seine Rundenzeiten waren zwischenzeitlich erstaunlich, er fuhr schneller als die Spitze – aber die für ihn zu langsame Anfangsphase und die Duelle später haben dann halt diesmal mehr verhindert. Vielleicht wäre es besser gewesen, Pedro mit dem Medium-Reifen fahren zu lassen…», berichtete der KTM-Racing-Boss.
Anders die Situation in der Bastianini-Abteilung der Tech3-Box: «Enea war richtig stark. In erster Linie, weil er es geschafft hat, sich endlich früh vorne zu platzieren. Solche Rennen wie am Sonntag in Motegi fährt er eigentlich ständig – nur wenn er in Runde 1 auf P15 unterwegs ist, kriegt es halt keiner mit. Wenn es gelingt, Enea am Freitag nach vorne zu bringen, dann kommt so etwas wie Japan raus. Und – beeindruckend war, dass Enea im Gegensatz zu Pedro ab Runde 1 auch mit dem harten Reifen im Attacke-Modus fahren konnte. Enea konnte gleich voll reinhalten, Pedro nicht – das hat es am Ende ausgemacht.»
Das Fazit des Hauptverantwortlichen bei KTM: «Platz 4 und 7 – das war eine gute Leistung. Wir reisen sehr guter Dinge nach Indonesien – nicht nur, weil wir dort wieder mit ganz anderen Reifen unterwegs sein werden. Pedros Motorrad werden wir auch weiterhin nicht anfassen», so Beirer mit einem Lachen.
Mit dem soliden Mannschaftergebnis und den Positionen 4, 7, 11 und 14 rückten die RC16-Piloten näher zusammen. Das Werk aus Oberösterreich bleibt weiter dritte Kraft bei den Herstellern. Auf Verfolger Honda haben Acosta und Co. 135 Punkte herausgefahren, doch nach gleichfalls ist viel Luft nach vorne. Das Duell um die Krone bei den Konstrukteuren wird 2026 unter Italienern ausgemacht.
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