Raul Fernandez flog zur Bestzeit: «Will Marco und Jorge nicht stören»
Dass Aprilia beim MotoGP-Zeittraining in Mandalika spitze war, war keine Riesenüberraschung – dass Platz 1 mit Rundenrekord an Raul Fernandez ging, dagegen schon. Der Trackhouse-Athlet berichtete..
Trackhouse-Aprilia-Pilot Raul Fernandez war zu Beginn des Indonesien-GP noch im Windschatten der MotoGP-Elite geblieben. Das FP1 hatte der Spanier mit einer 1:30,5 min beinahe unauffällig auf Position 5 abgeschlossen. Im Zeittraining, das nach einem Stromausfall mit über 30 Minuten Verspätung erst um 15.35 Uhr Ortszeit startete, zeigte sich dann eine Art Fernandez 2.0.
Bereits nach den ersten fliegenden Runden auf potenziellen Rennreifen lag die Nummer 25 an der Spitze. Zeitweise musste Fernandez die Spitze abgeben – doch das war eher eine vorübergehende Erscheinung. Denn mit der ersten Attacke war Fernandez und besser noch, der Madrilene fuhr, eine ganze Salve nahezu identischer Runden und zog dabei auch Marco Bezzecchi auf Platz 2.
Im Finale dann der Paukenschlag. Der Trackhouse-Pilot – 2025 bereits Dritter im Sprint und Sechster im GP von Indonesien – schlug der Konkurrenz eine 1:28,725 min um die Ohren. Fernandez war damit 0,219 Sekunden fixer als Marco Bezzecchí – und neuer Inhaber des Rundenrekords. Noch beeindruckender: Marc Marquez büßte auf Platz 5 bereits 0,7 Sekunden ein.
Fernandez spielte mit offenen Karten: «Wir wussten, dass wir hier schnell sein werden – allerdings bezog sich das speziell auf das Tempo in den Rennen. Das haben wir bereits im letzten Jahr gelernt. Dass es bei Attacke so gut ging, war aber so nicht zu erwarten.»
Der Schnellste des Zeittrainings betonte: «Wichtiger als der Rundenrekord ist mir aber die Pace. Hier waren wir etliche Runden richtig gut. Die Zeiten mit dem Medium-Reifen hätten auch für das Q2 gereicht.»
Die Sicht des Trackhouse-Piloten mit Blick auf den WM-Dreikampf zwischen Martin, Marquez (Ducati) und Bezzecchi ist sehr neutral. Fernandez: «Für mich ist es eine Chance, die ich genieße. Ich schaue auf mich – und damit kann ich möglicherweise aus allem raushalten. Ich mag nicht in der Mitte stecken und ich will Marco und Jorge nicht stören – sie haben genug zu tun mit Marc. Mein Vorteil ist auch der, dass ich komplett ohne Druck fahre. »
Der Spanier analysierte abschließend: «Im ersten Sektor habe ich noch mehr Potenzial, hier sind auch die Werksfahrer von Aprilia etwas stärker. In allen Sektoren ist es sehr, sehr gut – würde man eine Strecke für die Aprilia maßschneidern, dann wäre es Mandalika.» Fernandez voller Zuversicht: «Trackhouse macht einen starken Job und ich genieße – also versuchen wir es durchzuziehen.»
Kleiner Schönheitsfehler: Nur Ai Ogura schaffte es im Mandalika-Zeittraining nicht unter die besten Zehn. Der Japaner versucht im Q2 zu den Aprilia-Kollegen aufzuschließen.
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