Michelin als Chance für Honda: Jake Dixon will 2027 auf das Podium!
Michelin macht Hoffnung: Jake Dixon setzt Honda für die Superbike-WM 2027 ein ambitioniertes Ziel. Nach schwierigen Monaten sieht der Brite Fortschritte – auch bei sich selbst.
Seit der werksseitigen Rückkehr in die Superbike-WM im Jahr 2020 wartet Honda auf den erhofften Durchbruch. Für 2027 formuliert Werkspilot Jake Dixon dennoch eine klare Erwartung: Die Fireblade soll vom ersten Rennwochenende an ein Motorrad sein, mit dem er um Podestplätze kämpfen kann.
Gemessen am bisherigen Saisonverlauf ist das eine große Ansage. Zu Beginn des Jahres erlebte das Projekt einen neuen Tiefpunkt. Die beiden Neuzugänge Dixon und Somkiat Chantra waren verletzt, Ersatzfahrer mussten einspringen. Nach der Saisonhalbzeit standen lediglich 14 Punkte in der Herstellerwertung zu Buche. Honda lag abgeschlagen auf dem letzten Platz.
Starker Aufwärtstrend in Cremona
Zuletzt gab es jedoch Fortschritte. Allein in Cremona sammelte Honda 18 Herstellerpunkte. Dixon fuhr in die Top-6, auch Chantra zeigte, dass er mit der CBR1000RR-R zunehmend besser zurechtkommt. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erklärte Dixon, warum das Projekt inzwischen eine klarere Richtung gefunden hat.
«Zu Saisonbeginn war ich verletzt und Chantra auch. Es kamen verschiedene Ersatzpiloten zum Einsatz. Deshalb kam das Projekt schnell vom Kurs ab. Mit den Stammfahrern wäre das anders gelaufen», ist er überzeugt. «Jetzt gelingt es uns, das Maximum aus dem Paket herauszuholen. Wir hatten verschiedene Tests und fanden einen guten Weg, eine gute Richtung bei der Entwicklung.»
Den Aufwärtstrend schreibt der Brite allerdings nicht allein den technischen Fortschritten zu. Nach seinem Wechsel aus der Moto2-WM musste auch er lernen, die Fireblade und deren Elektronik richtig zu nutzen. «Ich muss aber auch festhalten, dass ich das Motorrad jetzt besser fahre. Ich bin jetzt vollkommen fit und verstehe die Elektronik viel besser. Deshalb kann ich auch mehr herausholen. Das ist eine große Sache. Es ist also ein Mix aus dem Team, aber auch ein Teil, der von mir ausgeht. Ich kann nicht für alles das Team verantwortlich machen. Sie leisten wirklich gute Arbeit.»
Michelin-Reifen harmonieren besser mit der Honda Fireblade
Für 2027 setzt Honda auf Kontinuität: Dixon
«Wir absolvierten in Cremona einen halben Tag. Es ist schwierig, die Situation richtig zu verstehen. Fest steht aber, dass der Michelin-Reifen ganz anders funktioniert. Die Karkasse des Reifens ist viel steifer als beim Pirelli. Mit unserem Motorrad harmoniert der neue Reifen gut. Er mag steifere Karkassen – das sieht man, wenn man Bridgestone-Reifen montiert. Unser Motorrad mag diese Reifen mehr als die Pirelli-Reifen. Doch wir haben noch viel Arbeit vor uns, wenn wir uns mit den Ducati messen wollen.»
Die wiederholten Honda-Siege beim 8-Stunden-Rennen in Suzuka geben dieser Hoffnung zusätzliche Nahrung. Dort fährt die Fireblade auf Bridgestone-Reifen. Nach Dixons Einschätzung passt deren steifere Karkasse besser zum Motorrad – eine Eigenschaft, die er auch bei Michelin wahrgenommen hat.
Ein Erfolgsgarant für die Superbike-WM ist das allerdings noch nicht. Ein 8-Stunden-Rennen stellt andere Anforderungen als die kurzen WM-Läufe, zudem müssen die Gegner ihre Motorräder ebenfalls auf Michelin abstimmen. Dixon weiß, dass Honda den Rückstand nicht allein durch den Reifenwechsel aufholen wird.
Ehrgeizige Zielsetzung für die Superbike-WM 2027
Seinen Anspruch für die kommende Saison formuliert er trotzdem unmissverständlich: «Im kommenden Jahr müssen wir von Beginn an ums Podium kämpfen. Ich weiß, dass das eine große Ansage ist und es einfach gesagt ist. Ich weiß, wozu ich fähig bin. Und ich weiß auch, wozu Honda fähig ist.»
Dabei bestärkt ihn vor allem, wie intensiv der Hersteller an Verbesserungen arbeitet. «Bereits in der kurzen Zeit, in der ich hier bin, haben sie sehr viel Material geliefert. Die Hingabe ist da, es muss nur zusammenkommen. Natürlich wird es nicht einfach, weil Ducati sehr clever ist.»
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