Schweizer in der MotoGP: Hoffnungsträger Tom Lüthi
Den Schweizer GP-Piloten gelang in der Königsklasse (500 ccm/MotoGP) seit 1949 erst ein GP-Sieg: Michel Frutschi siegte 1982 auf einer Sanvenero 500 in Nogaro/Frankreich. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf Tom Lüthi.
In der kommenden Saison wird erstmals ein Schweizer in der MotoGP-Viertakt-Klasse als Stammfahrer antreten: Moto2-Vizeweltmeister Tom Lüthi wird für das belgische Estrella Galicia 0,0 Marc VDS-Honda-Team Gas geben.
Der WM-Zweite ist dort Teamkollege von Franco Morbidelli, der ihn im Moto2-Titelkampf 2017 besiegte. Die ersten Testfahrten in Valencia und Jerez verpasste Lüthi verletzungsbedingt. Beim Sepang-Test durfte er sich in dieser Woche erstmals auf die MotoGP-Honda schwingen.
"Ich muss noch viel lernen", lautete Lüthis Fazit nach den drei Testtagen, die er mit 2,296 sec Rückstand auf die Bestzeit von Ducati-Star Jorge Lorenzo abschloss. Damit war er der langsamste aller diesjährigen Fixstarter. "Alles in allem war es nicht so schlecht, aber klar würde ich mich auf dem Zeitenmonitor gerne weiter vorne sehen", gestand der MotoGP-Rookie.
Die neue MotoGP-Viertakt-Ära begann 2002. Seither war in dieser Klasse noch nie ein Schweizer Rennfahrer aktiv. Eskil Suter bestritt in der Königsklasse als letzter Eidgenosse 1998 acht Grand Prix auf der MuZ 500 – das war noch in der Zweitakt-Ära.
Die Domäne der Schweizer waren eher die kleinen Klassen wie 50, 80 und 125 ccm, auch in der 250er und 350er-Kategeorie sowie bei den Seitenwagen sorgten die Schweizer regelmässig für Erfolge.
Luigi Taveri gewann 1962, 1964 und 1966 die 125-ccm-Weltmeisterschaft für Honda; Stefan Dörflinger gewann vier Weltmeistertitel in der kleinsten Klasse – 50 und 80 ccm. Und Rolf Biland feierte nicht weniger als sieben Gespann-Weltmeistertitel.
In der Königsklasse gab es seit 1949 erst einen Schweizer GP-Sieg: Michel Frutschi gewann auf der italienischen Sanvenero 500 im Jahr 1982 in Nogaro/Frankreich, als die Stars wegen des rutschigen Belags streikten.
Immerhin: Gyuala Marsovsky (er stammte eigentlich aus Ungarn) und Bruno Kneubühler erreichten je fünf Podestplätze.
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