Speedway-GP-Boss Coleman: «Sonst gibt es keine Weltmeisterschaft mehr»
Der Kalender des Speedway-GP 2026 umfasst zehn Veranstaltungen in sieben Ländern – alle in Europa. SPEEDWEEK.com sprach mit Mayfield-Chef Richard Coleman, was für die nächsten Jahre angedacht ist.
Die Speedway-Hochburgen Polen und Großbritannien sind diese Saison mit drei und zwei Veranstaltungen im Grand-Prix-Kalender vertreten, in Deutschland, Tschechien, Schweden, Lettland und Dänemark ist jeweils ein Rennen. Der neue Rechteinhaber Mayfield Sports Entertainment,
Mehr Rennen nicht gleich mehr Geld
«Wenn wir den Kalender erweitern, bekommen wir nicht notwendigerweise mehr Geld für die TV-Rechte oder von unseren Serienpartnern», erklärte Mayfield-Eigentümer Richard Coleman im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Expandieren ist immer schwierig, weil die Kosten steigen, aber nicht unbedingt die Einnahmen. Wir müssen uns den Kalender sehr genau anschauen, ich werde diesbezüglich aber keine Versprechen abgeben wie meine Vorgänger. Ein wichtiges Ziel ist, dass wir versuchen nach Australien zurückzukehren. Das werden wir aber nur machen, wenn es finanziell abgesichert ist. Wir haben ein Angebot auf dem Tisch, das glaubwürdig erscheint. Also schauen wir, dass wir den Kalender entwickeln, was potenziell bedeutet, dass wir die Anzahl Rennen steigern. Aber es muss finanziell Sinn machen.»
Viermal gab es bislang einen Speedway-GP in Australien: 2002 in Sydney und von 2015 bis 2017 in den Docklands von Melbourne. Selbst wenn die Meisterschaft nicht in einem Riesenstadion wie damals in Melbourne antritt, sind die Kosten wegen der vielen und teuren Flugtickets sowie der Fracht hoch.
Meine Aufgabe ist für Nachhaltigkeit zu sorgen.richard coleman
«Alles hängt von der Unterstützung der Regierung und externen Sponsoren ab», verdeutlichte Coleman. «Beides schaut vielversprechend aus. Mich erreichen immer wieder Beschwerden wegen zu hoher Kosten gewisser Dinge oder weil die Fahrer nicht genügend Preisgeld bezahlt bekommen. Ich entgegne jedem: ‘Warst du kürzlich mal im Kino, beim Abendessen oder hast einen Urlaubsflug gebucht?‘ Meine Kosten steigen extrem, die Inflation ist überall spürbar. Für uns ist es eine große Herausforderung, das alles in den Griff zu bekommen. Jeder hat seine Aufgabe – meine ist es, für Nachhaltigkeit zu sorgen. Sonst gibt es keine Weltmeisterschaft mehr.»
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