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Startplatz 2: KTM-Dreamteam will auf den MotoGP-Thron

KTM war auch 2024 erster Verfolger der Ducati-MotoGP-Übermacht aus Bologna. Mit einem beeindruckenden Piloten-Quartett, Aki Ajo als Teammanager und geschliffener RC16 wollen die Österreicher jetzt an die Spitze.

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Katar, MotoGP-Auftakt 2024: KTM-Werksfahrer Brad Binder klemmte sich in den ersten beiden Wettfahrten des Jahres tapfer ins Ducati-Sandwich und brillierte im Finish mit zwei zweiten Plätzen. Zeitgleich sorgte der Rookie im Feld für Fassungslosigkeit. Pedro Acosta prügelte seine KTM RC16 beherzt auf der Bremse an Marc Marquez vorbei. Phasenweise war der 19-Jährige der schnellste Pilot im Feld, nach kleinen Fehlern kreuzte Acosta die Ziellinie als famoser Neunter. Die KTM-Welt war in allerbester Ordnung.

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Zwar sorgte vor allem der jüngste der vier KTM-Athleten auch im weiteren Verlauf der Saison immer wieder für Jubel – insgesamt sechs Mal ließ sich Acosta auf dem MotoGP-Podest applaudieren – doch bei der Vergabe des WM-Titels redete kein KTM-Pilot auch nur ein Wort mit. Jack Miller und Augusto Fernandez landeten im Nirgendwo, Brad Binder und Pedro Acosta schlossen die letzte Saison auf den Rängen 5 und 6 – und hinter vier Ducati-Racern ab.

Immerhin, dank einer gegen Ende des Jahres wieder ansteigenden Formkurve gelang es den Österreichern, Aprilia wieder auf Rang 3 unter den Herstellern zu verweisen. Für die KTM-Werksmannschaft keine ausreichende Genugtuung. Die über alle Maßen verbissen agierende Einheit aus Mattighofen/Munderfing will mit keinem zweiten Platz der Welt zufrieden sein. Was zählt, ist der Sieg.

Um die letzten Zehntel zu finden, wurden in Österreich trotz bereits düstererer Wolken am Wirtschaftshimmel früh große Entscheidungen in Richtung 2025 getroffen. Während im Frühsommer 2024 an der Fahrerfront konkrete Pläne mit Maverick Vinales und Enea Bastianini geschmiedet wurden, übernahmen die Techniker-Urgesteine Wolfgang Felber (Chassis) und Kurt Trieb (Antrieb) wieder das Kommando auf der Entwicklungsseite. Der Vertrag mit Fabiano Sterlacchini wurde nicht verlängert. Mittlerweile ist der Italiener für die Entwicklung der Aprilia RS-GP verantwortlich.

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Die Doppelspitze befand die Basis der RC16 auch für 2025 als konkurrenzfähig, vermied eine neuerliche Revolution, arbeitete aber zugleich weiter an allen Kapiteln des komplexen Renners mit extrem leistungsfähigem V4-Motor, Karbon-Chassis sowie hauseigenen Federelementen von WP. Ein wichtiger Baustein bei der Verfeinerung des Österreich-Renners: die Testmannschaft mit Dani Pedrosa und Pol Espargaro. Die beiden Spanier haben den Speed der MotoGP-Elite – und viel Erfahrung.

Im Herbst 2024 entschloss sich die KTM-Spitze zur Beförderung von Aki Ajo. Seit dem ersten Testtag zur neuen Saison leitet der Finne, der mit KTM alle Erfolge in der Moto2 und Moto3 abräumte, auch das komplexeste Rennteam der Österreicher.

Bei den beiden großen Vorsaison-Tests in Sepang und Buriram ließ sich die endgültige Stärke des KTM-Tech3-Verbunds noch nicht ablesen. Dass die KTM-Tester den Shakedown lange anführten, hat nur bedingte Aussagekraft. Auffällig war, im Gegensatz zu Yamaha, dass sich die Neuzugänge Bastianini und Vinales zunächst schwertaten. Nur Vinales fuhr sich in den letzten Sessions des Buriram-Tests frei und auf Platz 9 der kombinierten Zeitenliste.

Klar schnellster RC16-Dompteur: Pedro Acosta. Der nun 20-Jährige ließ sich nicht in die Karten blicken, redete in der Öffentlichkeit in belanglosem Optimismus. Sehr relevant dagegen die Rundenzeiten des KTM-Frontmanns; Legt man die Resultate aus Malaysia und Thailand übereinander, zeigte sich der junge Spanier hinter den Márquez-Brüdern als dritte Kraft der MotoGP.

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Dass Pedro Acosta 2025 abliefern wird, daran zweifelt im gesamten GP-Fahrerlager niemand. Spannender ist die Frage: ob und wann die weiteren drei Großkaliber zünden. Besonders Brad Binder, der die Tests mit den Plätzen 12 und 13 ohne jegliche Aussagekraft abgeschlossen hatte, sollte 2025 an der Seite von Acosta glänzen, um gemeinsam einen ernsten Vorstoß auf den Thron der MotoGP zu unternehmen.

Auch wenn es im GP-Fahrerlager nie um Schadenfreude geht, der ernste Konkurrent Aprilia geht durch die schwere Verletzung des Weltmeisters Jorge Martin geschwächt in die neue Kampagne. Große Vorfreude verbietet sich auch durch den unbestreitbaren Fortschritt der Werke aus Japan. Alle fünf Hersteller werden 2025 ein Highlight setzen.

Nach den Wintertests und den nervenaufreibenden Monaten für das Wirtschaftsunternehmen KTM wäre es vermessen, die vier RC16-Piloten als WM-Favoriten zu bezeichnen. Das Potenzial für den finalen Durchbruch war aber nie höher als vor dem WM-Auftakt 2025.

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