Tardozzi (Ducati) nach verpasster Australien-Chance: «Jorge ist ein Held»
Die Ausgangslage vor dem Australien-GP war für das Ducati-Werksteam um Marc Marquez auch nach dem Ausfall von Jorge Martin nichts anderes als blendend. Doch das Wetter vereitelte den Ducati-Elfmeter.
Aus Sicht von Ducati Corse verlief der Große von Australien lange nahezu ideal. Obwohl das wichtige Zeittraining auf trockenem Asphalt fest in den Händen der Aprilia-Piloten war, standen nach nassem Qualifying im wieder trockenen Sprint drei Ducati-Piloten mit Champion Marc Marquez in Front drei Desmo-Racer an der Spitze. Besser noch. Jorge Martin war komplett leer ausgegangen und auf dem Weg nach Melbourne für weitere Untersuchungen seiner Verletzungen.
Zunächst deutete vieles darauf hin, dass Martin nicht nur den Australien-GP verpassen wird, sondern auch in Malaysia nicht antreten kann. Doch der Check in der Metropole ließ Hoffnungen aufkommen und Aprilia-Teammanager Paolo Bonora bestätigte, dass ein Sepang-Einsatz von Martin mit den jetzigen Erkenntnissen nicht auszuschließen ist.
Riesendrama für die Fans – Glück für Jorge Martin
Nun auch noch die Absage des Australien-GP. Was ein Riesendrama für die Fans auf Phillip Island ist, bedeutet Glück im Unglück, Jorge Martin. Das noch überschaubare Punktedelta von 10 Zählern nach dem missglückten Sprint bleibt bis zum Sprint in Malaysia bestehen.
Während sich die MotoGP-Piloten für eine kurze Ersatzparade bereit machten, sprach Ducati-Lenovo-Teamchef Davide Tardozzi nüchtern enttäuscht vor laufender Kamera: «Es ist nicht das, was wir wollten – auch nicht für die Fans. Wir hatten uns ein ganz anderes Szenario für den GP-Sonntag gewünscht. Aber die Sicherheit hat Priorität, sie war das erste Problem. Dass wir dadurch nun die Chance verpassen, weiter zu punkten, ist das kleinere Problem, auch wenn es für etwas glücklich für Jorge ist.»
Tardozzi zeigte sich mit Blick auf den WM-Kampf als unpolitischer Sportsmann: «Ich wünsche Jorge, dass er in der Lage sein wird in Malaysia zu fahren. Es ist nachvollziehbar, dass er alles tun wird, auch mit Blick auf die WM und sich anstrengen, so wenig Punkte wie möglich zu verlieren. Jorge ist ein fantastischer Fahrer und Held der MotoGP, er ist immer in der Lage, Außergewöhnliches zu leisten.»
Statt im Idealfall mit einem Plus von 35 Punkten nach Malaysia zu reisen und dort nicht auf Jorge Martin zu treffen, ist die Realität eine andere. Bei nur noch vier ausstehenden MotoGP-Events bleibt die Weltmeisterschaft offen. Doch alles wird davon abhängen, wie schnell Jorge Martin wieder die Verfolgung von Tardozzis Schützling Marc Marquez aufnehmen kann.
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