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Neue Kawasaki für das Team Bolliger: Warum die ZX-10RR keine Option ist

Team Bolliger setzt 2027 auf die neue Kawasaki ZX-10R statt auf die RR. Teamchef Kevin Bolliger erklärt exklusiv die Gründe und verrät weitere technische Änderungen.

Endurance-WM

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Beim Schweizer Team Bolliger stehen für die Saison 2027 in der Langstrecken-Weltmeisterschaft einige technische Veränderungen bevor. Nach mehreren Jahren mit der bisherigen Kawasaki Ninja ZX-10R wird die traditionsreiche Privatmannschaft auf das neue Modell mit aerodynamischen Flügeln umsteigen. Die Entscheidung für die ZX-10R und gegen die hochwertigere ZX-10RR ist dabei bewusst gefallen.

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Während die ZX-10RR als Homologationsmodell speziell auf den Rennsport ausgerichtet ist und unter anderem auf besonders hochwertige Komponenten im Motorinneren setzt, bleibt Bolliger bei der günstigeren Basisversion. Der Grund sind vor allem die laufenden Kosten.

«Wir bleiben bei der ZX-10R. Die RR ist für uns nicht finanzierbar», erklärte Teamchef Kevin Bolliger im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Insbesondere die speziellen Motorkomponenten der RR stellen für die Schweizer ein wirtschaftliches Hindernis dar. Die ZX-10RR verfügt über Titanpleuel und spezielle Leichtbaukolben, die für den Rennstreckeneinsatz Vorteile bieten, allerdings auch entsprechend teuer sind.

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«Die Titanpleuel und die Aluminiumkolben sind für uns als Team zu kostspielig – vor allem mit Blick auf die Servicekosten», erläuterte Bolliger. «Wir müssten immer wieder neue Pleuel und Kolben verbauen. Das ist für uns als Privatteam zu teuer.»

Gerade im Langstrecken-Rennsport, wo die Motoren über viele Stunden hohen Belastungen ausgesetzt sind, spielen die Kosten für Wartung und Revision eine wichtige Rolle. Für ein Privatteam wie Bolliger muss deshalb nicht nur die reine Performance stimmen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des gesamten Pakets.

Neue Kawasaki mit aerodynamischen Flügeln

Trotz des Verzichts auf die RR dürfen sich die Fahrer 2027 auf ein weiterentwickeltes Motorrad freuen. Bislang setzte Bolliger noch die ZX-10R der Modellgeneration 2021 ein. Nun folgt der Wechsel auf die neue Version mit aerodynamischen Flügeln.

«Bisher sind wir noch das 2021er-Modell ohne Flügel gefahren. Im nächsten Jahr greifen wir dann auf das neue Modell zurück, das die Flügel hat», bestätigte Bolliger. Die neue Verkleidung mit Winglets ist eine der auffälligsten Veränderungen der aktuellen ZX-10R. Für das Team bedeutet der Modellwechsel eine neue technische Ausgangsbasis, die im Winter auf die Anforderungen der Langstrecken-WM abgestimmt werden muss. Dabei bleibt es nicht bei der Aerodynamik. Auch beim Fahrwerk kündigt sich eine wichtige Veränderung an.

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Wechsel zu Öhlins zeichnet sich ab

«Es wird zudem noch einige Änderungen im Bereich Fahrwerk geben. Wir verbauen andere Federelemente», verriet der Teamchef. Bislang arbeitete Bolliger mit K-Tech zusammen. Für 2027 deutet sich jedoch ein Wechsel zum schwedischen Fahrwerksspezialisten Öhlins an. Auf die Frage nach dem künftigen Partner gab Bolliger einen augenzwinkernden Hinweis: «Es wird goldig.»

Hinter dem geplanten Wechsel stehen vor allem praktische Überlegungen hinsichtlich der technischen Betreuung. «Der Support bei K-Tech ist begrenzt. Sie konzentrieren sich stark auf ihre Projekte im UK», erklärte Bolliger. «Öhlins ist hier stärker vertreten. Deshalb war der Wechsel naheliegend.»

Für ein Langstreckenteam ist die Betreuung durch die technischen Partner besonders wichtig. Schließlich müssen Fahrwerksabstimmung und Reifenwahl unter unterschiedlichsten Bedingungen funktionieren – vom Sprinttempo im Qualifying bis zu den wechselnden Anforderungen eines 24-Stunden-Rennens.

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Bolliger möchte Pirelli treu bleiben

Während sich beim Fahrwerk ein Lieferantenwechsel abzeichnet, setzt Bolliger bei den Reifen auf Kontinuität. Die Schweizer möchten ihre Zusammenarbeit mit Pirelli fortsetzen. «Wir möchten bei Pirelli bleiben. Die Signale von Pirelli für eine weitere Zusammenarbeit waren positiv», berichtete Bolliger.

Der Teamchef zeigte sich insbesondere von der Entwicklungsarbeit des italienischen Reifenherstellers überzeugt. «Pirelli liefert sehr gute Reifen. Die jüngsten Entwicklungen sind sehr vielversprechend. Ein Dank nach Italien, die Entwicklung ist richtig gut», lobte er.

Ein besonderes Dankeschön richtete Bolliger außerdem an Pirelli-Racing-Manager Johannes Grosse und dessen Mannschaft, die das Team in der abgelaufenen Saison unterstützten. «Wir bedanken uns auch bei Johannes und seinem Team, das uns sehr gut unterstützt. Johannes setzte sich für uns ein, damit wir in Suzuka mit Pirelli antreten können.»

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Der Einsatz beim japanischen 8-Stunden-Klassiker war für Bolliger 2026 etwas Besonderes, schließlich kehrte die Schweizer Mannschaft erstmals seit 2019 nach Suzuka zurück. Für 2027 zeichnet sich damit ein umfangreich überarbeitetes Gesamtpaket ab: eine neue Kawasaki ZX-10R mit Winglets, voraussichtlich Öhlins-Federelemente und weiterhin Pirelli-Reifen. Auf die kostspielige RR-Technik verzichtet Bolliger dagegen bewusst.

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