Tech3-Teamchef Coleman: In welchen Bereichen die MotoGP böse hinterherhinkt
Mit der Übernahme des MotoGP-Teams Tech3 haben sich Günther Steiner und Richard Coleman viel vorgenommen. Sie wollen dafür sorgen, dass die Mannschaft kommerziell auf das nächste Level kommt.
Zu Weihnachten 2025 hat sich Hervé Poncharal, eine der prägenden Figuren des MotoGP-Paddocks der vergangenen Jahrzehnte, zurückgezogen. Der Franzose hat sein Lebenswerk an Günther Steiner, Richard Coleman und weitere Investoren verkauft, der Engländer hat die Teamführung übernommen.
Steiner und Coleman kommen aus dem Automobilrennsport und haben Erfahrungen in mehreren Rennserien gesammelt, darunter die Formel 1. Sie haben klare Vorstellungen, was sich in ihrem MotoGP-Team kurz- und mittelfristig ändern soll.
«Das bisherige Marketing- und Kommunikationsteam bei Tech3 war verhältnismäßig klein», schilderte Coleman SPEEDWEEK.com im Exklusiv-Interview. «Günther und ich haben viel darüber geredet, im Rennsport musst du in jedem Silo gut aufgestellt sein. Denn es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem verfügbaren Budget und wie schnell du bist. Deshalb ist es wichtig, dass wir ein gutes Marketing- und Kommunikationsteam aufbauen, wir wollen darin die Besten sein. Wir möchten mit unserer Hospitality und dem Engagement unserer Partner Formel-1-Niveau erreichen, das ist sehr wichtig für uns. 2026 kam für uns sehr schnell, es gab bereits einige bestehende Verträge. Das band uns in manchen Bereichen eine Hand auf den Rücken.»
Richard Coleman: «Die MotoGP ist ein geschlossener Markt»
Erwartet Coleman zukünftig weitere Investoren aus der Formel 1 in der MotoGP? «Das ist ein geschlossener Markt, es ist schwierig da reinzukommen», betonte der Teamchef. «Die Formel 1 hatte immer einen romantischen Blick auf die MotoGP, weil es dort mehr um die Fahrer geht und alle enormen Respekt vor ihnen haben. Der Sport ist aus vielerlei Sicht etwas roher. In der Formel 1 haben alle erlebt, wie Liberty den Sport ökonomisch entwickelt hat. Wer eins und eins zusammenzählt, versteht das Interesse in der Formel 1 an der MotoGP. Davon abgesehen sind sämtliche Sportinvestorengruppen daran interessiert in die MotoGP einzusteigen. Das ist ein sehr liquider Markt, ich kann aber nicht sagen, dass viele einsteigen werden, weil es kaum jemanden gibt, der etwas verkaufen will.»
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