Toprak Razgatlioglu (13.) fordert von Yamaha: «Auf die 850er fokussieren!»
Toprak Razgatlioglu kam im MotoGP-Sprint von Aragon nicht über Platz 13 hinaus. Der Türke sieht die Probleme der 2026er-Yamaha – und fordert einen klaren Fokus auf die neue 850er für 2027.
Für Pramac-Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu endete der
Bester Yamaha-Pilot war Jack Miller auf Platz 10, während Fabio Quartararo den Sprint aufgrund eines Motorschadens nicht beenden konnte. Razgatlioglu kämpfte dagegen einmal mehr mit einer bekannten Schwäche der M1: Auf den langen Geraden des MotorLand fehlte es deutlich an Topspeed.
«Es war nicht so schlecht, aber alle Yamaha verlieren auf der Gegengeraden unglaublich viel», schilderte der dreifache Superbike-Weltmeister. Das Problem liege dabei weniger am Herausbeschleunigen aus den Kurven. «Am Kurvenausgang sind wir nicht schlecht. Aber sobald wir in den dritten Gang schalten und weiter hochschalten, fahren die anderen einfach davon. Dann bin ich allein.»
Für Razgatlioglu erschwert dieses Defizit vor allem die Zweikämpfe. Den verlorenen Boden muss er anschließend in den Bremszonen wieder aufholen. Doch auch dort lässt sich das Limit nicht beliebig verschieben. «Wir sind beim Bremsen sehr stark, weil das Motorrad auf der Geraden langsam ist und wir deshalb versuchen müssen, dort wieder aufzuholen. Aber auch beim Bremsen gibt es ein Limit. Irgendwann blockiert das Vorderrad und das Motorrad verzögert nicht mehr.»
Bastianini brachte Razgatlioglu aus dem Konzept
Zusätzlich kostete Razgatlioglu ein Zwischenfall mit Enea Bastianini wertvolle Zeit. Der Türke musste am Eingang der letzten Kurve ausweichen, um eine Kollision mit dem KTM-Piloten zu verhindern, kam von seiner Linie ab und verlor zwei Positionen. Anschließend kämpfte er sich wieder an Alex Rins heran, fand aber keinen Weg mehr am Spanier vorbei.
Trotz Platz 13 sah Razgatlioglu Fortschritte. Eine veränderte Abstimmung der M1 half ihm vor allem beim Einlenken. «Zum ersten Mal fahre ich das Motorrad mit einem solchen Setup. Normalerweise würde ich nie so fahren. Aber gestern habe ich verstanden, dass wir das brauchen, weil ich ein besser einlenkendes Motorrad benötige.»
Für den Grand Prix hat sich Razgatlioglu deshalb die Top-10 als Ziel gesetzt. Viel grundsätzlicher äußerte sich der 29-Jährige jedoch zur weiteren Entwicklungsrichtung von Yamaha. Auf die Frage, ob er im weiteren Saisonverlauf noch einen neuen Motor erhalten werde, machte Razgatlioglu deutlich, dass dies für ihn keine Priorität besitzt.
Toprak fordert: 1000er-Entwicklung sofort stoppen!
«Ich weiß es nicht, aber das ist mir auch nicht so wichtig, denn das nächste Jahr ist für mich wichtiger», stellte der Yamaha-Pilot klar. Angesichts der fortgeschrittenen Saison hält er größere Entwicklungen für die aktuelle 1000er-M1 nicht mehr für den richtigen Weg. «Ich denke, es wäre für uns besser, wenn sich Yamaha stärker auf die 850er konzentriert. Die Saison ist fast vorbei, wir stehen nicht mehr am Anfang. Wenn jetzt noch etwas Neues kommt, ist es zu spät», erklärte Razgatlioglu.
Mit dem neuen technischen Reglement beginnt 2027 für alle Hersteller eine neue Ära. Die MotoGP-Motoren schrumpfen von 1000 auf 850 ccm, gleichzeitig ändern sich weitere technische Rahmenbedingungen. Für Razgatlioglu bietet der Umbruch Yamaha die Chance, einen größeren Schritt zu machen – und genau dort sollten nach seiner Einschätzung die Ressourcen gebündelt werden.
«Es ist besser, wenn wir uns auf die 850er konzentrieren. Das ist meine Meinung. Ich weiß nicht, ob Yamaha das macht. Aber wenn sie sich nur auf die 850er fokussieren, wäre das für mich viel besser», unterstrich der MotoGP-Rookie. «Nächstes Jahr ist für alle alles neu und es wartet eine neue Herausforderung. Wir müssen mit Yamaha stärker zurückkommen.»
Razgatlioglus Prioritäten sind damit klar: Die verbleibenden Rennen mit der aktuellen M1 nutzt er vor allem zum Lernen und zur eigenen Anpassung an die MotoGP. Entscheidend ist für ihn jedoch, dass Yamaha seine Kräfte auf jene Maschine konzentriert, mit der 2027 ein Neustart gelingen soll.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach


