Yamaha-Pilot Miller fluchte: «Ich dachte kurz, ich kann heute gewinnen»
Vor einer Woche wurde Jack Miller um seinen Heim-GP gebracht. Als auch im MotoGP-Sprint von Sepang alles gegen ihn lief, zuckte «Thriller Miller» aus. Längst herrscht wieder Ruhe in der Pramac-Box.
Wie alle anderen Yamaha-Piloten auch litt Jack Miller auf der trockenen Piste von Sepang unter der mangelnden Konkurrenzfähigkeit seiner Yamaha. Ander als noch vor einer Woche in seiner Heimat verpasste der Australier die Teilnahme am zweiten Qualifying. Mehr als Startplatz 16 war auf dem Sepang-Circuit nicht möglich.
Miller hatte nichts zu verlieren – und sah in der Frühphase des Sprints ganz kurz wie der mögliche Geheimtipp und Sprint-Sieger aus. Denn bereits in der zweiten von zehn Runden fielen einige Regentropfen. Gemäß MotoGP-Protokoll gingen sofort die weißen Flaggen raus, was den Piloten auch den möglichen Wechsel auf ein Bike mit Regenabstimmung signalisiert.
Jack Miller witterte die große Chance
Der Pramac-Pilot, der am vergangenen Sonntag innerlich zu zerbrechen schien, als sein Heim-GP aufgrund der Wetterbedingungen abgesagt wurde, reagiert sofort und bog Ende Runde 2 in die Boxengasse ab. Doch vor der Pramac-Box angekommen, musste Miller feststellen, dass sein Regenbike nicht vorbereitet war. Gestikulierend und schimpfend stand «Thriller Miller» fassungslos auf der Straße.
Nach dem aufreibenden Sprint schilderte der MotoGP-Routinier die Situation: «Ich fuhr nach dem Start auf Platz 17 oder 18, hatte also keine Chance, noch Punkte zu holen. Als ich die Tropfen in Kurve 7 auf dem Visier hatte und die Flaggen sah, dachte ich nur: Jetzt muss ich schnell sein, dann kann ich vielleicht gewinnen. Ich war mir sicher, dass in der nächsten Runde Regen kommt.»
Miller weiter: «Ich meine, wenn es hier regnet, dann ist es meist kräftig, also wollte ich es unbedingt versuchen und sofort wechseln. Aber als ich vor der Box war, habe ich schnell gesehen, dass mein Bike nicht bereit war – da habe ich in Richtung meines Crewchiefs Massimo geschimpft. Das war in dem Moment zu viel für mich. Denn ich hatte ihm vor dem Rennen gesagt, dass das Regenbike startklar sein soll – und er dachte wohl, es sollte in ein paar Runden fertig sein. Ich denke, wir hatten ein Kommunikationsproblem.»
Doch Jack Miller gelang es, die Sicherung wieder umzulegen. «Ich habe mich bereits bei ihm für meine Reaktion entschuldigt. Der Punkt war halt – ich dachte für einen Moment, ich kann hier gewinnen – und dann war mir klar, dass alles vorbei ist.»
Fette Tropfen, doch der große Regen kam nicht
Der Aussie gestand, dass er nicht erst während des Sprintes an ein Wetterchaos gedacht hatte. Miller: «Mein Wetterradar hatte zwar erst Regen mit dem Ende des Rennens vorhergesagt – so wie es dann auch kam –, aber hier weiß man nie genau. Und als dann einige fette Tropfen fielen, dachte ich – jetzt geht es gleich los.»
Bekanntermaßen kam es anders. Erst in der Auslaufrunde öffnete der Himmel kurz die Schleusen. Zu spät, nicht nur für Miller, der erst gar nicht mehr auf die Strecke ging und als «DNF» gelistet wurde. Auch für Morbidelli, Vinales, Mir und Lecuona, die ebenfalls auf Regen gesetzt hatten, wurde der Sepang-Sprint zum sportlichen Fiasko.
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