TT 2026: Dean Harrison & Michael Dunlop gewinnen und Hollywood schaut zu
Die Rennen zur Tourist Trophy auf der Isle of Man sind wieder einmal Geschichte. Was wird neben den vielen Programmänderungen und Absagen noch von der diesjährigen Ausgabe im Gedächtnis bleiben?
Nach 14 Tagen hektischem Treiben rund um die Tourist Trophy ist es auf der Isle of Man wieder ruhig geworden und bei vielen hat der berüchtigte TT-Blues eingesetzt. Die Teams haben im Fahrerlager längst ihre Zelte abgebaut und sind auf dem Weg ins Hauptquartier oder zum nächsten Einsatz irgendwo in Europa. Erst Ende August wird der Bereich der Glencrutchery Road wieder bunter, wenn man sich für die Classic TT bzw. den Manx Grand Prix bereitmacht.
Die drei Siege von Michael Dunlop in den Klassen Supersport und Sportbike waren nach seiner Dominanz in den letzten Jahren durchaus erwartbar, nicht aber die klare Überlegenheit von Dean Harrison auf den 1000er-Motorrädern. Schon im Training unterstrich er seine Topform mit der Bestzeit und auch im Superbike-Rennen und der Senior-TT kam niemand auch nur annähernd an den Honda-Werksfahrer heran. Pech für ihn, dass beide Läufe der Superstock-Kategorie, die er 2025 gewonnen hatte, abgesagt wurden, so blieb es dieses Jahr bei zwei TT-Siegen.
Peter Hickman wurde heuer zweifellos etwas unter seinem Wert geschlagen. Der schnellste Fahrer auf dem Snaefell Mountain Course - sein Rundenrekord von 16:36,115 aus dem Jahr 2023 hielt allen Angriffen stand - ist noch nicht da, wo er vor seinem Sturz bei der vorjährigen TT war. Er wird noch einige Zeit benötigen, um an frühere Erfolge anzuknüpfen. Wenn man um den Ehrgeiz der Rennfahrer weiß, dann wird er mit seinen vier Rängen in den Top-3 nur mäßig zufrieden sein.
Noch geben Harrison, Dunlop, Hickman und Davey Todd, der dieses Jahr verletzungsbedingt nur als Kommentator für TT+ dabei war, den Ton an, aber für die Zukunft haben einige ihre Anwartschaft auf die Ablöse der TT-Asse angemeldet. Mitch Rees hat zweifellos Potential. Er könnte auch derjenige Fahrer sein, der im Honda-Werksteam den Platz der Road-Racing-Legende John McGuinness übernehmen könnte. Und auch Jamie Coward, Mike Browne und Paul Jordan muss man im Auge behalten.
Für Gesprächsstoff neben den tollen Leistungen der Teilnehmer sowie der vielen wetterbedingten Verschiebungen und Absagen sorgte die Streichung der Seitenwagen-Rennen aus dem TT-Programm. Der Überschlag der Favoriten Ryan und Callum Crowe rüttelte die Verantwortlichen wach. Am Reglement der Aerodynamik bedarf es eines strengen Eingriffs, wenn man verhindern will, dass sie sich bei Sprüngen nicht zu unbeherrschbaren Flugobjekten entwickeln. Vom Seitenwagen-Papst Louis Christen kam bereits ein Vorschlag, der sich relativ schnell und kostenschonend umsetzen lässt.
Hollywood hat die Tourist Trophy entdeckt. Nicht nur Filmcrews tummelten sich auf der Insel, auch die amerikanischen Schauspielstars Brad Pitt und Channing Tatum die irische Actress Eve Hewson waren vor Ort, um an der Umsetzung eines Filmprojekts über das spektakulärste Straßenrennen der Welt zu arbeiten. So sehr man sich natürlich über das Interesse aus der Filmbranche freut, wird vereinzelt befürchtet, dass der Film einen negativen «Game-of-Thrones-Effekt» haben könnte, wie es zum Beispiel seit Jahren in der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik der Fall ist.
Leider kam es auch dieses Jahr wieder zu einigen schweren Unfällen, die mit Daniel Ingham ein Todesopfer forderten. Maria Costello und ihr Beifahrer Shaun Parker werden derzeit ebenso noch im Aintree Hospital behandelt, wie Jamie Cringle, Gary McCoy und Erno Kostamo und auch zwei Zuschauer, die vom Motorrad eines gestürzten Fahrers getroffen wurden, mussten aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen in diese Spezialklinik verlegt werden.
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