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Boss von neuem SGP-Promoter: Andere verdienen Platz mehr als Kai Huckenbeck

Die Vergabe der Dauer-Wildcards für den Speedway-Grand-Prix sorgt unter den Fans jedes Jahr für emotionale Diskussionen. Promoter Mayfield überlegt allem voran, was das Beste für den Sport ist.

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Im September 2025 übernahm die britische Firma Mayfield Sport Management von Warner Bros. Discovery den Vertrag für die Vermarktung des Speedway-GP für die Restlaufzeit bis Ende 2031. Deren Gründer und Eigentümer Richard Coleman war damals in aller Munde, weil er zusammen mit dem früheren Formel-1-Teamchef Günther Steiner das MotoGP-Team Red Bull KTM Tech3 von Hervé Poncharal erworben hatte und dort auch als Teamchef tätig ist.

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Als Anfang Oktober 2025 die drei Dauer-Wildcards für 2026 verlautbart wurden, entbrannten unter Fans wie Experten leidenschaftlich geführte Diskussionen, ob die ehemaligen Weltmeister Jason Doyle (40) und Tai Woffinden (35) sowie Max Fricke die richtige Wahl wären.

Mayfield wollte bekannte Namen

Während die Wildcards in der Vergangenheit immer wieder auch anhand der Nationalität oder an aufstrebende junge Könner vergeben wurden, entschied sich Mayfield für bekannte Namen. Fahrer wie der Tscheche Jan Kvech und der Deutsche Kai Huckenbeck fielen deshalb durch den Rost, obwohl ihre Heimatländer Grand-Prix-Austragungsorte sind. Und auch U21-Weltmeister Nazar Parnitskyi.

«Wir haben dieses Thema innerhalb der Kommission sicher eineinhalb Stunden diskutiert», verriet Coleman SPEEDWEEK.com im Vorfeld des WM-Auftakts in Landshut am 2. Mai. «Die Geschichte von Parnitskyi war eine sehr gute: Ein Athlet aus der Ukraine, der an der Weltmeisterschaft teilnimmt – er hat viele Leute positiv überrascht. In den vergangenen Jahren war es aber immer so, dass der erste Nachrücker im Schnitt an 5,5 Grands Prix teilnahm. Es war also sehr wahrscheinlich, dass Parnitskyi eine große Rolle in der Meisterschaft spielen würde. Ich wollte ihn gerne in der Serie haben, hielt es aber für genügend, wenn er diese 5,5 Rennen fährt, wenn das verständlich klingt.»

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Im März zog Tai Woffinden die Notbremse

Seit Mitte März steht fest, dass Woffinden nicht am Grand Prix teilnehmen und sich darauf konzentrieren wird, nach seiner langen Verletzungspause wieder in Topform zu kommen. Statt dem Engländer werden wir Parnitskyi als Stammfahrer erleben.

«Tai Woffinden ist sehr populär und bei den Fans äußerst beliebt», so Coleman. «Auch unsere Sponsoren mögen ihn. Vor der Kommissionssitzung hatte ich eine Unterhaltung mit ihm und wir vereinbarten, dass wir am 1. März ein ehrliches Gespräch führen, ob er fit ist. Ist er nicht fit, muss er uns das sagen. Es wäre eine schöne Geschichte gewesen, wenn er wie Marc Márquez nach so grauenhaften Verletzungen hätte zurückkommen können – ein romantischer Traum. Aber dafür muss er auch konkurrenzfähig sein. Fricke hätte sich nach Punkten fast automatisch für die Serie qualifiziert. Doyle war verletzt, sonst hätte wahrscheinlich auch er die Quali geschafft. Deshalb bin ich der Meinung, dass beide ihren Platz verdient haben.»

Laguta und Sayfutdinov wären erwünscht

Der Engländer weiter: «Wäre ich damals fester im Sattel gesessen, hätte ich mich intensiv darum bemüht zu schauen, ob wir die Russen Emil Sayfutdinov und Artem Laguta zurückbringen können. Viele Speedwayfans verstehen nicht, welch komplizierter Prozess und wie viele Beteiligte hinter diesem Bann stecken, ich kann nur sagen, dass es nicht so einfach ist. Sie haben einen polnischen Pass und fahren für die polnische Föderation, es müsste im Hintergrund aber dennoch einiges geschehen, damit sie für den SGP verfügbar werden. Sie hätten sich auch selbst in diese Position bringen können. Für mich sind Sport und Politik verschiedene Dinge und wir wollen eine Weltmeisterschaft mit den besten Fahrern. Aus Promotersicht kann ich sagen, dass wir prüfen werden, ob wir die beiden für den SGP auswählen können. Ich konnte nicht an meinem ersten Tag in der Schule gleich die Kontrolle übernehmen.»

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Für die deutschen Fans ist es eine herbe Enttäuschung, dass Kai Huckenbeck als nationale Nummer 1 nicht mehr in der Serie dabei ist, für Tschechien liegt der Fall mit Jan Kvech gleich. «Der vorhergehende Promoter hat Entscheidungen anhand der Nationalität getroffen», verdeutlichte Coleman. «Wenn ich mir den Gesamtstand anschaue, dann ist bei den beiden kein Fortschritt erkennbar. Ich verstehe die Entscheidung für sie, an einem gewissen Punkt muss man aber sagen, dass diese zwei einen Platz einnehmen, den andere mehr verdient haben. Wir wollen den Fans das bestmögliche sportliche Spektakel bieten, das sollte nicht vom Pass abhängen.»

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