Speedway-GP in Breslau: Bartosz Zmarzlik triumphierte nach Wetterchaos
Mit fast dreistündiger Verspätung ging es beim Speedway-GP in Breslau/Polen nach starken Regenfällen los und es entwickelte sich ein unterhaltsames Rennen, das zu einem neuen WM-Leader führte.
Wer den Plan hatte, vor dem Fußballspiel der deutschen Mannschaft gegen die Elfenbeinküste in Toronto den ersten von drei Grands Prix in Polen aus Breslau (Wroclaw) anzuschauen, dem machte das Wetter einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Als die TV-Übertragung begann, standen sowohl die Boxen der Fahrer als auch die Strecke nach ergiebigen Regenfällen unter Wasser. Als dann endlich gestartet werden sollte, streikte die Stromversorgung und die Offiziellen bereiteten sich sogar auf Flaggenstarts vor. Der Strom kam glücklicherweise wieder und um 21:50 Uhr wurde endlich der Grand Prix von Breslau gestartet.
Als es losging, zeigte sich, dass es richtig war, den Rennstart nach hinten zu verschieben, denn die Arbeiten an der Strecke fruchteten und es entwickelte sich ein unterhaltsamer Grand Prix, wenngleich in den ersten acht Läufen alle Sieger vom äußersten Startplatz kamen und sich lediglich Maciej Janowski den Weg an die Spitze erarbeitete und nicht vom Start weg geführt hatte. Auch die WM-Kontrahenten Bartosz Zmarzlik und Brady Kurtz konnten im zweiten Durchgang den gelben Startplatz für sich nutzen und ihren jeweils ersten Sieg bei ihrem zweiten Antritt einfahren. Vorzeitig beendet war der Renntag im zweiten Durchgang für die Australier Jason Doyle und Jack Holder, die nach einem Sturz in der ersten Kurve mit Kacper Woryna verletzt ausschieden.
Kurtz überrumpelte Zmarzlik
Im 16. Lauf trafen Bartosz Zmarzlik und Brady Kurtz zum ersten Mal aufeinander und zunächst führte der Pole, doch schon in der Startkurve zog Kurtz auf die äußere Linie und konnte ausgangs der Zielkurve am Weltmeister vorbeigehen und das Aufeinandertreffen in den Vorläufen für sich entscheiden. Somit hatte der WM-Leader im Kampf um den direkten Finaleinzug einen Vorteil gegenüber Zmarzlik, zumal der Australier in seinem letzten Vorlauf auch noch vom gelben Startplatz losmusste, wobei mit zunehmendem Rennverlauf auch die anderen Startplätze besser funktionierten.
Sowohl Kurtz als auch Zmarzlik gewannen ihre letzten Läufe und zogen damit direkt ins Finale ein. In den Last-Chance-Qualifiern setzte sich zunächst Robert Lambert durch, der gegen Ende des Rennens mit zwei Laufsiegen auftrumpfte und diesen Trend mit dem Finaleinzug fortsetzte. Im zweiten Last-Chance-Qualifier trafen gleich drei Dänen auf Wildcard-Fahrer Maciej Janowski, der am Nachmittag das Sprintrennen gewonnen und vier zusätzliche WM-Punkte eingesackt hatte. Nach einer dramatischen ersten Runde, in der die Führung dreimal wechselte, setzte sich Michael Jepsen Jensen durch und eroberte so seinen Platz im Finale.
Kurtz fällt in der Gesamtwertung zurück
Mit der ersten Wahl sicherte sich Kurtz im Finale den inneren Startplatz, doch von außen kam Multichampion Zmarzlik und setzte sich vor den Australier. Kurtz fiel im Verlauf der vier Runden sogar noch weiter zurück und verlor nicht nur den zweiten Platz in der Tageswertung, sondern auch die Führung in der Weltmeisterschaft, die Zmarzlik nun mit drei Punkten vor ihm innehat.
Ergebnisse Speedway-GP Breslau/PL:
1. Bartosz Zmarzlik (PL), 20 WM-Punkte/11 Vorlaufpunkte
2. Robert Lambert (GB), 18/11
3. Michael Jepsen Jensen (DK), 16/9
4. Brady Kurtz (AUS), 14/12
5. Anders Thomsen (DK), 12/11
6. Patryk Dudek (PL), 11/8
7. Leon Madsen (DK), 10/11
8. Jan Kvech (CZ), 9/9
9. Andzejs Lebedevs (LV), 8/11
10. Maciej Janowski (PL), 7/6
11. Max Fricke (AUS), 6/6
12. Kacper Woryna (PL), 5/5
13. Nazar Parnitskyi (UA), 4/3
14. Dominik Kubera (PL), 3/3
15. Jason Doyle (AUS), 2/2
16. Marcel Kowolik (PL), 1/2
17. Nikodem Mikolajczyk (PL), 0/0
18. Jack Holder (AUS), 0/0
Last-Chance-Qualifier 1: 1. Robert Lambert, 2. Patryk Dudek, 3. Jan Kvech, 4. Andzejs Lebedevs
Last-Chance-Qualifier 2: 1. Michael Jepsen Jensen, 2. Anders Thomsen, 3. Leon Madsen, 4. Maciej Janowski
Finale: 1. Bartosz Zmarzlik, 2. Robert Lambert, 3. Michael Jepsen Jensen, 4. Brady Kurtz
Sprint-Rennen: 1. Maciej Janowski, 2. Robert Lambert, 3. Max Fricke, 4. Andzejs Lebedevs
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