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Alte F2- und Gruppe C-Helden tauschen im Thurgau Erinnerungen aus

Gekommen waren zum Treff u. a. Mike Thackwell, der F2-Europameister von 1984, Stanley Dickens, der Le Mans-Sieger von 1989 und Gruppe C-Ass Kenny Acheson, sowie viele Wegbegleiter.

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Eingeladen hatte zu einem würdigen kleinen Werkstattfest nach Sulgen (nahe Kreuzlingen/Konstanz) der «eilgenössische» Motorsporttausendsassa Markus Hotz. Dort firmiert die von Hotz gegründete traditionsreiche Firma Horag-Racing, die heute von seinem Sohn Benjamin Hotz geleitet wird. Unter anderem importiert das Unternehmen Ligier-Prototypen.

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Heute 84 Jahre jung, war Hotz als Konstrukteur und Fahrer in den späten 1960er Jahren in den Motorsport hineingelangt, als er im wilden Formel V-Pulverdampf, etwa auch beim einzigen je in Israel abgehaltenen Autorennen, ziemlich engagiert war.

Seine Horag-Formel Super-Monoposti wurden auch erfolgreich von Harald Ertl genutzt, der Hotz mit seinem F1-Hesketh auch zu Testfahrten ausrücken lies. Ein zunächst an gedachter Start beim Schweizer Grand Prix in Dijon 1975 sagte Hotz indes ab - zu gefährlich mit Rücksicht auf seine junge Familie mit drei Jungs.

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Die Entscheidung hielt Hotz allerdings nicht ab international erfolgreich in F2-March-Rennwagen an den Start zu gehen. So gewann er etwa die zur Europameisterschaft zählenden Berg-Klassiker St. Ursanne-Les Rangiers und Freiburg-Schauinsland jeweils gleich drei Mal.

Als Teamchef setzte er in der F2- und später in der F3000-Europameisterschaft als Privatteam erfolgreich seine Fahrzeuge ein. Fahrer waren unter anderen etwa die Motorradweltmeister Johnny Cecotto oder Rolf Biland sowie die jetzt zum Festle gekommenen Mike Thackwell und Stanley Dickens.

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Für seinen Freund Fredy Lienhard, einem erfolgreichen Schweizer Unternehmer (Lista: Betriebs- und Lagereinrichtungen für Industrie), leidenschaftlichen Motorsport-Enthusiasten und schnellen Rennfahrer (24-Stunden-Daytona-Sieger 2002) setzte er erfolgreich den Ferrari 333 SP sowie die Lola-Judd und Porsche RS-Spyder-LMP2-Prototypen bei Langstrecken-Rennen ein.

Zusammen mit Motorenbauer Mario Illien engagiert sich Hotz heute mit viel Kenntnis und Herzblut für die Nutzung von synthetischen Kraftstoffen im Motorsport.

Der Neuseeländer Mike Thackwell fuhr in der Saison 1982 für Horag-Racing mit einem March-BMW in der F2-Europameisterschaft. Thackwell war in 1981 bei Testfahrten in Thruxton mit einem Ralt-Honda verunfallt und hatte sich schwere Kopfverletzungen und Trümmerbrüche an den Fersen zugezogen. Bei seinem Comeback mit dem kleinen Horag-Team belegte er bei den F2-Rennen in Pau und Spa-Francorchamps jeweils den dritten Platz und ärgerte so immer wieder das March-BMW-Werksteam ganz gehörig. Im Ralt-Honda holte der Blondschopf schließlich 1984 den F2-EM-Titel.

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Markant war sein in Orange gehaltener Helm mit dem großen weißen Buchstaben «T» gewesen. Bekannt ist auch vielen deutschen Rennsportfans das Plakat des Eifelrennens auf dem Nürburgring in den frühen 1980er Jahren, auf welchem Thackwell aus seinem Helm heraus mit stahlblauen Augen herausblickt.

Im Ralt-Cosworth sicherte sich Thackwell hinter Christian Danner in 1985 die Vize-Meisterschaft in der erstmals ausgetragenen F3000-Europmaeiserschaft. Als damals bislang jüngster F1-Teilnehmer der Grand Prix-Geschichte bestritt er mit 19 Jahren beim Großen Preis von Kanada auf Tyrrell seinen ersten von fünf GP-Einsätzen.

In 1986 triumphierte er zusammen mit Le Mans-Legende Henri Pescarolo im Sauber-Mercedes C8 beim 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring.

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Nach dem Norisring-Rennen 1987 beendete der «Freigeist» beendete der „Freigeist“ schon im Alter von gerade 26 Jahren für seine übergroße Fangemeinde ziemlich überraschend seine Karriere. Der schon damals große Kommerez und Medienrummel war offenbar nicht sein Ding gewesen.

Als Hubschrauberpilot flog er später Arbeiter auf Bohrinseln in der Nordsee bevor er - bis heute - als sonderpädagogischer Lehrer tätig wurde, der mit viel Verve seine Eleven auch höchstpersönlich als Busfahrer zur Schule chauffiert.

Der aus dem nordschwedischen Färila stammende Stanley Dickens (74) ist väterlicherseits ein Verwandter des berühmten britischen Schriftstellers Charles Dickens. Nach Anfängen in der Formel Ford und Formel 3 fuhr der studierte Werbegraphiker in 1981 für Horag-Racing in der Formel 2.

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Sein größter motorsportlicher Erfolg gelang ihm indes bei den Sportwagen. Er holte sich den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1989 gemeinsam mit Jochen Mass und Manuel Reuter im Sauber-Mercedes C9-Silberpfeil.

Bereits im Vorjahr war er in Le Mans im Joest-Porsche 962 auf Platz drei gefahren. Neben sieben Le Mans-Teilnahmen fuhr er zudem erfolgreich Gruppe C-Rennen in Japan. Heute arbeitet er auch als LMP3-Fahrercoach beim Sinzheimer Gebhardt-Team.

Kenny Acheson fuhr zwar nicht für Horag-Racing, war aber in den frühen 1980er Jahren ein Teil der großen Formel 2-Familie. Zunächst als Fan des Motorradrennsports (etwa auch als Bewunderer von Legende Bill Ivy) war der heute 68-jährige Nordire in den Motorsport hineingelangt.

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Auf Toleman, Ralt und Maurer startete er in der F2-EM und erzielte einige Podestplatzierungen. Insgesamt fuhr er zehn Grand Prix-Rennen für RAM-Racing.

In der Sportwagenweltmeisterschaft gewann er 1989 zusammen mit Mauro Baldi zwei WM-Läufe im Sauber-Mercedes C9. In Le Mans fuhr er im gleichen Jahr zusammen Baldi und Gianfranco Brancatelli auf Platz zwei. Beim Langstreckenklassiker belegte er in 1991 (Jaguar) und 1992 (Toyota) jeweils nochmals auf den zweiten Platz. Zuletzt Ende Juni fuhr Acheson im Rahmen der London Historic-Trophy in Brands Hatch einige flotte Demonstrationsrunden mit dem Sauber-Mercedes C9.

Mechanikerlegende Bruno Flückiger aus dem Berner Vorort Gümlingen war beim Treffen gleichfalls mit von der Partie. Er schraubte in der F2 für Horag und auch für das Münchner Cassani-Team mit den Fahrern Mario Ketterer, Axel Plankenhorn und Manfred Winkelhock.

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In der F1 arbeitete er für die Rennställe von ATS Ensign und Theodore am Auto von Marc Surer.

Beim späteren McLaren-Chef Ron Dennis baute er in England die Procar-BMW-M1-Rennwagen mit auf. Einen davon betreute er dann bei den Rennen für Hans Stuck. In der Gruppe C arbeitete er mehrere Jahre für Brun-Motorsport auch in Federführung am Porsche von Stefan Bellof. Mit Brun wurde er in 1986 Weltmeister in der Langstrecken-WM. In 1989 war Flückiger dann Chefingenieur am siegreichen Sauber-Mercedes in Le Mans.

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Weitere frühere Horag-Schrauber fanden sich in Sichtweite des Säntis ein. Dazu gehörten Josef Brunner, der selbst einen eigenen Formel Ford-Rennwagen konstruierte und Thomas Gantenbein sowie der schwäbische Haudegen Willi Zeller. Acheson hatte seine früheren treuen Rennbegleiter Zoltan Wirth und Steve Horn beim alternativen Bodenseeausflug mitgenommen.

Man lernt nie aus: ETH-Studentin Elisa Cavaliere, die bei Horag an den Ligier-Protoypen das Set up mit austüftelt, erläuterte am gelungenen Abend den Old School-Racers zwischen Apero-Hauptmenu-und-Dessert wie man State-of-the-Art in der Gegenwart die Rennwagen abstimmt. Immerhin wollte keiner des «Trio infernales» ein Comeback direkt ausschließen.

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