Superstar Lewis Hamilton und Ferrari: Seine Zukunft ist längst entschieden
Unruhe in Italien und England um die Vertragslage von Ferrari-Star Lewis Hamilton. Was der siebenfache Weltmeister selber sagt und wie Teamchef Fred Vasseur die angebliche Ungewissheit vom Tisch fegt.
Lewis Hamilton 2025: ein Mann vor dem Rücktritt. Der erfolgreichste Formel-1-Fahrer verzweifelte fast an seinem Ferrari, von Charles Leclerc in den Schatten gestellt. Der eine oder andere Experte wie stellvertretend Weltmeister Jenson Button stellte hart, aber fair in den Raum: «Vielleicht ist die Zeit von Lewis abgelaufen.»
Lewis Hamilton 2026: ein Mann pfeffert alle Rücktritts-Gerüchte ins Nirwana. Der erfolgreichste Formel-1-Fahrer ist mit dem neuen Rennwagen per Du, dieses Mal zieht der Monegasse Leclerc den Kürzeren.
Und was war nun mit dem «Mehrjahresvertrag», den Ferrari mit dem siebenfachen Weltmeister abgeschlossen hatte? Hamilton sprach dazu in Kanada Klartext.
Lewis in Montreal: «Ungeachtet dessen, dass mich einige Leute in den Rücktritt schreiben, bin ich komplett klar im Kopf. Ich bin an Ferrari gebunden, ich bin diesem Team verbunden, ich habe unerschütterliche Pläne, ich weiss ganz genau, was ich will, und keiner meiner Gedanken dreht sich um Rücktritt. Ich bin noch sehr lange hier, gewöhnt euch besser daran.»
Im Rahmen des GP-Wochenendes von Silverstone hat mein Kollege Daniel Sparisci vom Corriere della Sera Ferrari-Teamchef Fred Vasseur zum Gespräch gebeten. Neben vielen anderen Punkten musste, logisch, über Lewis Hamilton gesprochen werden.
Der französische Ferrari-Teamchef sagt: «2025 hatte ich das Ausmass des Wechsels von der Mercedes-Welt in die Ferrari-Welt unterschätzt, alles war neu für Hamilton, und Lewis ist nicht einer dieser Fahrer, die alle zwei bis drei Jahre das Team wechseln wie etwa Carlos Sainz. Inzwischen kennt Lewis die Werkzeuge, die Leute und unseren Ansatz durch und durch. Und mit den guten Ergebnissen ist er in eine positive Spirale geraten.»
«Wir haben Lewis auch wegen der Erfahrung geholt, die er mitbringt. Und das macht sich bezahlt.»
Und dann, fast beiläufig, fragt Sparisci: «Können wir es denn bekannt geben: Hamilton wird auch 2027 bleiben?» Immerhin hatte das Ferrari bislang nie so gesagt. Und Vasseur antwortet knackig: «Ja.»
Führte die «intensive Arbeit mit Ferrari 2025» (Hamilton über Hamilton) zu einem Auto, das auf Lewis massgeschneidert ist? Vasseur: «Pah, wir bauen keine F1-Autos auf den Leib geschneidert für den einen oder anderen Piloten. Höchstens können die Autos nach den Vorgaben der Fahrer entstehen, ihr Beitrag ist wichtig, aber wir sprechen hier von marginalen Unterschieden.»
Lewis Hamilton hat anklingen lassen: Die Mission WM-Titel mit Ferrari wird zu Ende geführt, auch wenn es länger dauern sollte als zunächst erwartet. Was Fernando Alonso und Sebastian Vettel versagt geblieben ist, was zuletzt Michael Schumacher mit Ferrari gelang, das will auch Lewis Hamilton – als Weltmeister Ferrari zu einem neuen Titel führen.
Es liegt daher auf der Hand, über 2027 hinaus nachzudenken und bei Ferrari nachzuhaken. Aber das wischte Vasseur in Silverstone vom Tisch. In der FIA-Konferenz meinte er zu diesem Thema: «Wer hat über die Vertrags-Verlängerung gesprochen? Er steht noch bei uns unter Vertrag, und es ist nicht an der Zeit, heute über eine Verlängerung zu sprechen.»
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