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Appell: Marco Melandri stellte Aprilia vor die Wahl
In 24 Rennen für das Aprilia-Werksteam brauste Marco Melandri in der Superbike-WM 2014 elfmal aufs Podest. Seinem damaligen Teamkollegen Sylvain Guintoli bescheinigt er einen schlechten Charakter.
Superbike WM
Im Artikel erwähnt

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2009 stieg Aprilia werksseitig in die Superbike-WM ein, Max Biaggi wurde 2010 und 2012 Weltmeister auf der schnellen RSV4. Als 2014 Marco Melandri ins italienische Team kam, war er einer der Titelfavoriten. Doch letztlich räumte sein Teamkollege Sylvain Guintoli den Titel ab und wurde für viele überraschend Weltmeister. Melandri gewann sechs Rennen, stand elfmal auf dem Podest und wurde WM-Vierter. Anschließend kam es zum großen Krach zwischen dem heute 37-Jährigen und dem Hersteller aus Noale, weil dieser Melandri für 2015 zwangsweise in die MotoGP-WM verfrachtete. Im dritten Teil des großen Karriere-Rückblicks spricht der Ende letzte Saison zurückgetretene Marco Melandri über die zwei bewegten Jahre mit Aprilia.
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Marco, 2014 bist du für Aprilia gefahren, das war das letzte Jahr, in dem sie ein Werksteam in der Superbike-WM hatten. Sylvain Guintoli wurde damals Weltmeister und du nur Vierter. Wie kam das? Als ich das Motorrad übernahm war es so, wie es Gigi Dall’Igna im Jahr zuvor hinterlassen hatte. Dann übernahm Romano Albesiano dessen Job, er hatte aber keine Rennerfahrung. Ich sagte ihnen von Anfang an, dass das Motorrad hinten zu hart abgestimmt sei, das Federbein war viel zu hart. Sie sagte mir, dass das bei der Aprilia so wäre. Ich entgegnete, dass es mir egal sei, welche Feder sie einbauen, so lange es für mich passt. Albesiano nahm aber keine Ratschläge von einem Fahrer an, weil er schließlich ein Ingenieur ist. Daraus entwickelte sich ein andauernder Kampf zwischen uns. In Malaysia sagte ich ihm dann, dass er entweder tut was ich ihm sage, oder ich nicht fahre. Sie hielten sich an meine Vorschläge und ich gewann beide Rennen. Über den zweiten Sieg waren sie nicht glücklich, weil in ihren Augen Guintoli hätte gewinnen müssen. In Portimao räumte mich Guintoli dann noch im Regen ab, dort hätte ich sicher gewonnen. Er ist ein guter Typ, als er mich aber damals runterfuhr, hat er sich nicht mal entschuldigt. Und als ich ihn ein Rennen gewinnen ließ, bedankte er sich nicht. Das sind kleine Dinge, die einen großen Unterschied machen. Das war eine sehr schwierige Saison, weil niemand glücklich war, wenn ich Rennen gewann. Du hattest einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Aprilia. Deshalb konnten sie dich für 2015 in die MotoGP-WM stecken, obwohl du kein Interesse hattest?
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Genau. Ich wollte wirklich nicht dorthin, weil ich die MotoGP-Klasse sehr gut kenne. Es war dumm, ohne Testteam, mit einem umgebauten Superbike und ohne pneumatischen Ventiltrieb einzusteigen. Ich sagte ihnen nach den ersten Tests, dass sie keinen Fahrer auf das Motorrad setzen sollten, wenn er das nicht will. Selbst wenn du so einem Fahrer das beste Bike der Welt gibst, wird er sich niemals gut schlagen. Als Fahrer muss man an das glauben, was man tut. Dann erfuhr ich aus den Medien, dass sie in der Superbike-WM doch mit so etwas wie einem Werksteam weitermachen. Sie ließen damals Torres und Haslam fahren. Nach dem ersten Sepang-Test, der war zehn Tage vor dem ersten Rennen auf Phillip Island, sagte ich ihnen, dass sie einen Fahrer tauschen sollen. Ich wollte, dass sie mich in die Superbike-WM stecken und Haslam oder Torres in die MotoGP-Klasse. Ich wollte unter keinen Umständen MotoGP fahren. Aber sie sagten nur, dass das Motorrad besser werden würde. Wenn ich heute darüber nachdenke, was sie mir alles versprochen haben, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Sie redeten von den Top-7 im ersten Jahr, Top-5 im zweiten und Siege im dritten. Ich versprach ihnen damals, sollten sie wirklich im dritten Jahr gewinnen, würde ich ihnen jeden Euro zurückgeben, den ich in meinem ganzen Leben bei Aprilia verdient habe. Ich war mir sicher, dass das Projekt nicht funktionieren würde.
Wie bist du aus dem Aprilia-Vertrag rausgekommen?
Wir haben uns geeinigt, sie bezahlten mich danach aber nicht mehr. Obwohl das so ausgemacht war. Also trafen wir uns erneut mit den Rechtsanwälten und mussten einen anderen Weg finden. Das war eine miese Situation damals.
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