Wie in alten Zeiten: Fans in Sachsen feierten Duell Bagnaia gegen Martin
Mit einem schlechten Q2 hatte sich Ducati-Pilot Pecco Bagnaia der Chance auf Top-Rennergebnisse beraubt. Ein harter Zweikampf mit Jorge Martin um Platz 5 frustrierte den Italiener und freute die Fans.
Das Sonntagsrennen auf dem Sachsenring bot im Spitzenfeld wenig Unterhaltung. Zwar eroberte Ai Ogura wenige Runden vor Schluss gegen Teamkollege Raul Fernandez den zweiten Rang und damit auch den zweiten Platz in der WM-Wertung, doch das spannendste Duell war jenes um den fünften Platz. Geführt wurde es vom WM-Leader Jorge Martin und Francesco Bagnaia.
Es war eine Neuauflage jener Duelle, die 2023 und 2024 noch um die WM-Krone geführt wurden. Der Spanier kämpft in diesem Jahr abermals um die MotoGP-Weltmeisterschaft, doch Francesco Bagnaia ist vor der Sommerpause nur auf WM-Rang 8. Dem Unterhaltungswert des Positionskampfes zwischen den beiden Streithähnen tat das am Sachsenring keinen Abbruch, auch wenn es für einen Platztausch nicht reichte. Der Ducati-Pilot dazu nach dem Rennen: «Ich habe es in einer Runde in Kurve 11 probiert, aber es war die Kurve, in der Jorge schneller war als ich. Ich war in der Situation nicht nah genug für ein Überholmanöver, es war zu schwierig.»
Beide Piloten gingen mit Handicaps in das Duell. Bagnaia: «Jorge hatte Probleme mit dem Vorder- und ich mit dem Hinterrad. Damit haben sich unsere Rundenzeiten ausgeglichen.» Aus Vorsicht steckte der Italiener bei seinem einzigen Überholversuch zurück: «Ich habe aus meinen Fehlern der Vergangenheit gelernt: Ankommen geht vor, ein Crash ist nie eine gute Idee. Ich habe an anderen Stellen alles Mögliche versucht, aber bin nie nah genug gekommen.» Das Risiko, durch einen Sturz wertvolle Punkte wegzuwerfen, sei zu hoch gewesen. Ein Wagnis wäre der Mann mit der Nummer 63 nur für einen Sieg eingegangen: «Die meisten Punkte machst du zwischen Rang 2 und Rang 1 gut. Ein großes Risiko lohnt sich nur also nur für einen Sieg.»
Ein Ergebnis, das für den Mann mit der Nummer 63 am Sachsenring weit entfernt war. Das Deutschland-Wochenende sei für den Turiner schwierig gewesen, der sechste Platz entsprechend das kleinstmögliche Übel: «Wenn ich daran denke, wie viele Probleme ich dieses Jahr auf dieser Strecke hatte, sind der sechste Rang am Sonntag und der siebte Platz im Sprintrennen großartige Resultate», so der Sieger von 2024.
Als ehemaliger MotoGP-Doppelweltmeister weiß der Turiner dennoch, wie sich Piloten fühlen, wenn sich der Kampf um die Königsklassen-Krone zuspitzt, so wie an diesem Wochenende: Vor der Sommerpause liegen die fünf Bestplatzierten der Weltmeisterschaftswertung innerhalb von nur noch 24 Punkten. Durch Rennsperren und Verletzungspause ist der zuletzt unangefochten in Führung liegende Marco Bezzecchi nach dem MotoGP-Wochenende am Sachsenring auf den vierten Gesamtrang abgestürzt, Jorge Martin war vom Podium weit entfernt und sah die Kunden-Aprilias vom Trackhouse-Team nur von hinten. Stattdessen holten die Verfolger Ai Ogura und Marco Marquez in rasendem Schritt auf. Für Bagnaia kein Zeichen der Schwäche der Konkurrenten: «Jeder will die Weltmeisterschaft und jeder der Fahrer gibt alles dafür. Mehrere Fahrer und mehrere Motorräder sind auf hohem Niveau. Der Unterschied ist, dass Ducati nicht mehr so dominant ist.»
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