Lecuona (Ducati) zu 2027: «Schon bald können wir etwas dazu verkünden»
Iker Lecuona erlebte in Donington sein bestes Superbike-Event. Auch der Crash im Superpole-Race konnte ihm die gute Laune nicht verderben. Was er zur Vertragsverlängerung mit Aruba.it-Ducati sagt.
Nach seinem ersten WM-Sieg am Samstag in Donington fiel bei Ducati-Werksfahrer Iker Lecuona eine riesige Last ab. Die Freude war groß beim Spanier, dass er zudem das erste Mal seinen Teamkollegen Nicolo Bulega besiegen konnte.
Am Sonntag wollte er erneut ganz oben stehen auf dem Siegespodest, doch der Tag verlief anders als erhofft. Im Superpole-Race erwischte Lecuona erneut einen sehr guten Start. Von Position 2 preschte er nach vorn und konnte sofort eine kleine Lücke auf Bulega herausfahren. Doch dann stürzte er in der zweiten Runde. Er stellte seine Panigale wieder auf und fuhr am Ende des Feldes weiter. Doch kurz vor Schluss steuerte er die Box an und gab auf.
«Ich bin nicht glücklich über den Sturz, aber ich habe mich auf dem Motorrad sehr gut gefühlt. Manchmal, wenn du auf dem Bike sehr viel Vertrauen hast und du entspannt fährst, dann machst du kleine Fehler. Ich war am Kurveneingang vielleicht zwei km/h schneller unterwegs und dann ist mir das Vorderrad weggerutscht», erklärte der WM-Zweite seinen Crash. «Normalerweise bin ich hier im letzten Sektor der Stärkste. Es war mein Fehler und ich muss dazulernen. Ich bin aber froh, dass ich im Sprintrennen gestürzt bin und nicht im Hauptrennen. Ich muss daraus lernen, aber als ich in die Box zurückfuhr, erklärte ich meinem Team, dass ich wusste, weshalb ich gestürzt bin. So ist es leichter, das Problem zu lösen.»
Doppelt bitter war, dass Lecuona durch den Sturz im Superpole-Race das zweite Hauptrennen am Sonntagnachmittag von Startplatz 10 in Angriff nehmen musste. Er machte das Beste aus der Situation und kämpfte sich im Rennen Runde um Runde nach vorn. In Runde 16 schnappte er sich dann Yari Montella (Barni Ducati) und er lag auf Platz 2. Doch dann war Endstation. Bulega siegte und überquerte 4,161 sec vor Lecuona die Ziellinie.
«Dennoch war es für mich fast ein perfektes Wochenende – bislang das Beste für mich», freute sich der 26-Jährige. Wieviel Spaß hat ihm die Aufholjagd von Platz 10 gemacht? «Es hat Spaß gemacht, weil einige Überholmanöver richtig gut waren – so wie bei Montella oder Sam Lowes. Ehrlich gesagt, war ich in der Startaufstellung sehr entspannt. Ich hatte keinen Druck, denn ich konnte nur gewinnen. Von Position 10 musst du zuerst die erste Kurve überstehen, dann kannst du anfangen Positionen gutzumachen. Ich dachte mir, wenn ich Zweiter werde, wäre es perfekt. Ich konnte es genießen, als ich Montella einholte, versuchte ich meinen Fokus zu behalten. Es war gut.»
Seit Lecuona in diesem Jahr von Honda ins Ducati-Werksteam wechselte, hat sich im Leben des Spaniers alles zum Guten gewendet. «Mein Leben hat sich komplett verändert, seit ich in dieser Familie bin», bestätigte er. «Ich habe keine Crashs, keine Verletzungen. Und wenn ich stürze, dann sind es kleine und keine gefährlichen, weil ich nicht über dem Limit fahren muss. Ich bin schnell, lerne dazu und genieße es, das Motorrad zu fahren. Wenn ich zuhause bin, will ich trainieren und hart arbeiten. In der Vergangenheit hatte ich manchmal nicht die Energie dafür. Jetzt ist es anders. Vor diesem Rennwochenende habe ich eineinhalb Monate jede Woche mit Testen oder Rennen fahren verbracht. Und wenn ich nach Hause komme, arbeite ich weiter, weil ich diese Extra-Motivation habe. Ich bin happy und der Ducati-Familie sehr dankbar.»
Lecuona hat bei Aruba.it-Ducati nur einen Einjahresvertrag unterschrieben. Bislang hat er seinen Vertrag für 2027 noch nicht verlängert. Dass die gemeinsame Reise über 2026 hinaus weitergehen wird, zweifelt jedoch niemand mehr an. «Ich bin nah dran. Schon bald können wir etwas dazu verkünden. Das Ziel ist es, gemeinsam weiterzumachen», versicherte Lecuona.
Nun geht die Superbike-WM in die Sommerpause. Der Jungvater weiß, was er in dieser Zeit machen wird. «Wegen meiner Tochter muss ich jetzt mehr zuhause ein. Vielleicht gehen wir dann Ende August nach Valencia, um die Familie zu besuchen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach


