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Danilo Petrucci über Gefahren: «Ich hatte Angst, meine Beine zu verlieren»

In den vergangenen drei Saisons hatte Danilo Petrucci zwei sehr schwere Unfälle, in Jerez fuhr er sein letztes Rennen in der Superbike-WM. Der 36-Jährige erzählt offen, wie er sich verändert hat.

Superbike WM

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Am 11. April 2024 hatte Danilo Petrucci einen Horrorsturz beim Motocrosstraining in Cingoli, an die Folgen erinnert er sich noch gut. «Damals sind ein paar Zähne herausgebrochen und der Kiefer war in Teilen. Dazu hatte ich Brüche im Schlüsselbein und Schulterblatt.» Danilo sagt das lapidar, er weiß aber sehr genau, dass der Sturz auch mit bleibenden Schäden oder seinem Tod hätte enden können – er hatte unfassbares Glück.

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Der Italiener fuhr damals seine zweite Saison in der Superbike-WM für das Team Barni Spark, bereits Mitte Juni kehrte er auf die Ducati zurück! Petrucci kam entgegen, dass im Mai keine Rennen waren und er wegen seinen Verletzungen nur Assen verpasste. Ab Brüx (Most) Anfang Juli brauste er in der restlichen Saison zehnmal aufs Podium, beim Heimrennen in Cremona gelang ihm in Abwesenheit des verletzten späteren Weltmeisters Toprak Razgatlioglu ein Dreifachsieg – es war wie im Märchen. «2024 war ich in Portimao, Magny-Cours und Cremona zusammengenommen der beste Punktesammler», grinste der Evergreen beim Treffen mit SPEEDWEEK.com verschmitzt.

Danilo Petruccis rechte Hand: Drei Platten, 28 Schrauben

2025 war er auf dem besten Weg WM-Dritter zu werden, brach sich aber kurz vor dem Saisonfinale beim Krafttraining mehrfach die rechte Mittelhand und verpasste deshalb die letzten Rennen in Estoril und Jerez. «In dieser Hand habe ich heute noch drei Platten und 28 Schrauben», hielt Petrucci fest. Es wurde nur WM-Rang 5, aber immerhin beendete er die Saison als bester Privatier und hatte für 2026 einen BMW-Werksvertrag in der Tasche.

Als Nachfolger von Toprak lasteten riesige Erwartungen auf Danilo, «doch dann lief alles schief, was schieflaufen konnte», fasste er seine Saison bei den Weiß-Blauen zusammen. «Wegen des schlechten Wetters hatten wir keine Wintertests und als ich besser wurde, verletzte ich mich in Most und hatte Angst, meine Beine zu verlieren. Ich hatte große Schmerzen, vor allem in meinem linken Oberschenkel. Ich hatte zwei kleine Frakturen, in meinem Steißbein und im Wadenbeinkopf.» Hinzu kamen schmerzhafte Verletzungen am Knie und in den Muskeln, aufgrund der zahlreichen Schwellungen musste über ein Liter Blut, das sich angesammelt hatte, entfernt werden. Die folgenden Tage waren eine höllische Qual.

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Petrucci konnte die Angst nicht mehr überwinden

«In den vergangenen drei Jahren hatte ich schwere Unfälle, Operationen und Therapien», ließ Danilo die schlimmen Zeiten Revue passieren. «Ich war im Kampf mit mir selbst, mit meinem Körper. Mit 36 Jahren ist es hart, nach Verletzungen zurückzukommen. Wenn du dich nach einem Sturz fürchtest, ist es schwierig. Dann beginnst du in der ersten Runde anders zu denken und siehst Gefahren – mit 25 siehst du Möglichkeiten. Wenn du auf dem Motorrad Angst hast – das ist keine Arbeit, wie für einen normalen Angestellten.»

«Petrux», der Rennen in der MotoGP- und Superbike-WM sowie der US-Meisterschaft und dem Superstock-1000-Cup gewann, nicht zu vergessen sein Etappensieg bei der Rallye Dakar, nennt die Dinge beim Namen, auch wenn es zu seinem Nachteil ist.

Ich war nicht gut genug und konnte nicht alles aus dem Bike herausholen.

petrucci über sein jahr mit bmw

«Mein größtes Plus und zugleich Minus war immer, dass ich die Wahrheit sage», charakterisierte er sich selbst. «Ich sagte zu BMW, dass ich einen Schritt zurück machen muss, weil ich das Motorrad nicht so fahren kann, wie es gefahren werden muss. Ich war nicht gut genug und konnte nicht alles aus dem Bike herausholen. Mir wurde klar, dass ich das nicht beeinflussen kann. Vor allem, wenn ich mit Schmerzen fahre. Das ist schwierig zu erklären. Selbst wenn du dich intensiv damit beschäftigst, hast du so etwas im Hinterkopf. Nach einer Weile wird es schwierig, diesen Kampf mit deinem Gehirn immer wieder auszufechten. Rennfahrer sind wie Maler oder Sänger: Um ein gutes Bild zu malen oder einen starken Song zu schreiben, brauchst du Inspiration. Aber es gibt auch ein Leben nach dem Rennsport – das ich genießen möchte. Ich will glücklich sein, weiß aber noch nicht, wie mir das gelingen wird.»

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Für die MotoAmerica 2027 hat der Routinier ein Angebot des Teams Attack Performance Progressive Yamaha vorliegen, mit dem Bobby Fong dieses Jahr Champion wurde. Danilo wird genau abwägen, ob es das ist, was er sich wünscht. Oder ob er sich auf seine drei Restaurants konzentriert und den Flugschein sowie Bootsführerschein macht.

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