Supersport-WM • Neu
Misano, Superpole: Yamaha und ZX Moto in Reihe 1 – Öttl bester Ducati-Pilot
BMW-Pilot Danilo Petrucci berichtete beim Superbike-Event in Misano über sein Martyrium nach dem Highspeed-Crash in Most. Für den Italiener wurde selbst der Alltag zur enormen Herausforderung.
Im ersten Rennen in Most ist Danilo Petrucci bei einem Highspeed-Crash heftig von seiner BMW abgeflogen. Er zog sich dabei zahlreiche Verletzungen zu. Das Superbike-Event in Aragon musste der Italiener auslassen, auch in Misano an diesem Wochenende ist er nicht am Start.
Petrucci ist dennoch an die Adria gereist, um bei seinem Team zu sein und die Rennen von der Box aus mitzuverfolgen. Am Freitag nahm er sich auch die Zeit, um bei einem exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com über seinen Gesundheitszustand zu berichten.
«Zum Glück geht es mir jetzt besser. Ich hatte große Schmerzen, vor allem in meinem linken Oberschenkel. Ich hatte zwei kleine Frakturen – in meinem Steißbein und im Wadenbein-Kopf», berichtete Petrucci. Auch schmerzhafte Verletzungen am Knie und in den Muskeln hat Petrucci bei seinem Crash in Most davongetragen. Aufgrund der zahlreichen Schwellungen mussten über ein Liter Blut, das sich angesammelt hatte, entfernt werden.
Petrucci hat nach seinem Crash eine Nacht im Krankenhaus in Most verbracht. «Ich reiste dann nach Hause und war zwei Tage in einer privaten Klinik untergebracht. Danach konnte ich nach Hause. Die ersten zehn Tage waren ein Albtraum, das Schlimmste war das Sitzen und das Aufstehen», berichtete der 35-Jährige. «Es war schrecklich. Ich konnte nicht schlafen und wenn ich aufstehen wollte, brauchte ich Hilfe. Ich brauchte in der Nacht 15 Minuten, um auf die Toilette zu gehen. Glücklicherweise wurde es dann Schritt für Schritt besser. Wenn man Verletzungen in den Muskeln hat, wird es umso besser, je mehr man ich bewegt. Aber man darf es nicht übertreiben, weil man einen gebrochenen Muskel hat – wenn man diesen zu sehr benutzt, läuft man Gefahr, dass man sich erneut verletzt.»
An diesem Wochenende wird Petrucci in Misano von BMW-Testfahrer Michael van der Mark ersetzt. «Ich wäre dieses Wochenende so gerne gefahren. Ich habe zu Hause hart daran gearbeitet, um mich so gut es ging in Form zu bringen, aber ich kann meine Knie noch nicht richtig abwinkeln», so Petrucci. An ein Training auf einem Motorrad war nicht zu denken. «Ich versuchte zu sitzen, doch es war zu schmerzhaft, als ich meinen Körper bewegte. Ich hätte es gerne an diesem Wochenende versucht, doch ich bin noch nicht bereit. Ich habe sehr viel Blut verloren und jedes Mal, wenn meine Herzfrequenz nach oben geht, bleibt mir die Luft weg. Ich trainiere deshalb sehr viel auf dem Fahrrad, um die roten Blutkörperchen wieder aufzubauen.»
Das Superbike-Meeting in Misano kommt für Petrucci definitiv zu früh. «Ich hätte es gerne heute versucht, aber vielleicht hätte ich dann gleich wieder aufgeben müssen. Es wäre auch nicht sicher gewesen», musste er sich eingestehen. Sein Ziel ist es, Mitte Juli in Donington zurückzukommen. «Wir werden zuerst Testen, dann werde ich in Donington hoffentlich wieder bei 100 Prozent sein.»
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.