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Noch ohne Podium: Yamaha steckt in der Superbike-WM 2026 in einer schwierigen Phase. Andrea Locatelli spricht offen über die Stimmung im Team – und hält an seinem Vertrauen in das Projekt fest.
Die ausbleibenden Erfolge hinterlassen bei Yamaha Spuren. Während Ducati die Superbike-WM 2026 dominiert, wartet der japanische Hersteller weiterhin auf seinen ersten Podestplatz der Saison. Werkspilot Andrea Locatelli beschönigt weder die sportliche Lage noch deren Auswirkungen auf die Atmosphäre im Team.
«Der Rückstand auf die Spitze ist sehr groß. Wir haben viel Arbeit vor uns», stellte der Yamaha-Werkspilot auf Nachfrage von SPEEDWEEK.com klar. Auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft angesprochen, beschrieb der Italiener offen, wie schwierig der Alltag wird, wenn harte Arbeit nicht die erhofften Ergebnisse bringt.
«Man kann sich bestimmt vorstellen, dass es nicht mehr so toll ist, auf Arbeit zu gehen, wenn es nicht richtig läuft. Ich versuche, so professionell zu sein, wie ich kann. Ich glaube an Yamaha. Immer!»
Locatelli hatte sich im vergangenen Jahr bewusst dafür entschieden, seine Zusammenarbeit mit dem Hersteller fortzusetzen. An dieser Entscheidung hält er auch angesichts der aktuellen Schwierigkeiten fest. Sein Beitrag soll vor allem darin bestehen, den Verantwortlichen möglichst präzise Informationen für die Weiterentwicklung der R1 zu liefern.
«Im letzten Jahr traf ich die Entscheidung, mit Yamaha weiterzumachen. Ich arbeite hart und versuche, so viele Hinweise zu geben, wie ich kann. Ich gebe mein Bestes, um den Ingenieuren möglichst gute Feedbacks zu liefern.»
Gleichzeitig weiß Locatelli, dass sich der Abstand zur Spitze nicht allein durch zusätzlichen Einsatz des Fahrers schließen lässt. Die Möglichkeiten am Rennwochenende sind begrenzt. Welche Fortschritte daraus entstehen, liegt nicht vollständig in seiner Hand. «Wir können aber nicht zaubern. Wir müssen realistisch sein und mit den Werkzeugen arbeiten, die wir haben. Ich kann nicht kontrollieren, was passiert.»
Das ist keine Absage an das Projekt, sondern eine nüchterne Einschätzung der Situation. Locatelli will weiter seinen Teil leisten, macht aber deutlich, dass die sportlichen Probleme auch die Menschen innerhalb der Mannschaft belasten.
«Natürlich steigt der Stress im Team, wenn es nicht läuft. Das ist in jedem Job so, aber auch im Leben allgemein. Wenn man sich nicht gut mit seiner Partnerin versteht, dann ist es auch schwierig, nach Hause zu kommen.»
Mit diesem Vergleich beschreibt der Italiener, wie sehr ausbleibender Erfolg den täglichen Umgang beeinflussen kann. Seine Konsequenz daraus bleibt jedoch, eng mit den Beteiligten zusammenzuarbeiten und nach Verbesserungen zu suchen. «Ich arbeite so gut ich kann mit meiner Crew, mit meinem Teamchef und mit Yamaha. Ich glaube an dieses Projekt und denke, dass wir uns verbessern können.»
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