Petrucci emanzipierte sich von Toprak: Nicht nachdenken, sondern zufahren!
Mit Rang 4 erlebte Danilo Petrucci bei der Superbike-WM in Assen seinen besten Trainingsfreitag, seit er BMW-Werksfahrer ist. Jetzt muss er die Zeitenliste nicht mehr von unten nach oben lesen.
Mit Nicolo Bulega, Lorenzo Baldassarri und Iker Lecuona führen am Trainingsfreitag in Assen drei Ducati-Fahrer die Zeitenliste an, dann folgt BMW-Ass Danilo Petrucci. 0,405 sec verlor der Italiener, wobei nur WM-Leader Bulega außer Reichweite ist.
«Unglücklicherweise bin ich recht alt und fuhr auf dieser Strecke schon viele Motorräder», schmunzelte Danilo in kleiner Medienrunde. «Meine Erinnerungen an Assen sind nicht so gut, wobei es viel Spaß macht, die BMW hier zu fahren. Am Freitagmorgen sagte ich zu mir selbst: ‚Fahr einfach dieses Bike und denk nicht darüber nach, was du zu tun hast, oder was sie dir sagen, was du tun sollst.‘ Bei der Abstimmung und mit der Elektronik konnten wir einige Fortschritte erzielen, die Nachmittagssession war recht gut.»
Danilo Petrucci mit neuer Einstellung
«Petrux» hatte am Donnerstag geschildert, dass er sich zu Saisonbeginn
Mit neuer Einstellung startete er gut ins FP1, stürzte wenige Minuten vor Ende aber ebenso wie sein ROKiT-Teamkollege Miguel Oliveira. «Ich war viel zu schnell in die letzte Schikane hinein», so Petrucci. «Aber das war gut, jetzt kenne ich das Limit. Das war mein bislang bester Tag auf einer BMW – ich gewöhne mich an das Bike und kann diese Strecke genießen. So ein Tag ist wichtig für mich, vor allem für mein Vertrauen und Gefühl fürs Bike. Wenn ich jetzt Druck mache für eine gute Rundenzeit, dann kommt sie auch – das ist ein gutes Zeichen. In den vergangenen Rennen musste ich die Ergebnisliste von unten herauf lesen, um meinen Namen zu finden. Jetzt finde ich mich oben auf der Liste, das ist besser.»
Petrucci: Nicolo Bulega in eigener Welt
Erleben wir auf dem TT Circuit den nächsten Ducati-Durchmarsch, fragte SPEEDWEEK.com beim Routinier nach. «Ducati ist eine Sache, Nicolo Bulega eine andere», stellte er klar. «Nico hat hier schon letztes Jahr in den Rennen eine Pace gezeigt, die besser als von allen anderen war. So war es auch am Freitagnachmittag, er ist sehr schnell. Ich weiß nicht, ob er einen neuen weichen Reifen verwendet hat, aber er lag so oder so vorne. Unser Motorrad funktioniert in einem kleinen Fenster, dieses haben wir getroffen. Das will ich ab jetzt immer schaffen, damit ich dieses Motorrad sehr gut fahren kann.
Laut Wettervorhersage ist es unwahrscheinlich, dass Assen während des Wochenendes von Regen verschont bleibt. Schlägt dann die Stunde von Regenkünstler Petrucci? «In Australien strauchelte ich im Nassen, wir haben aber herausgefunden warum. 2016 habe ich in Assen im Regen zum ersten Mal ein MotoGP-Rennen angeführt», erinnerte er sich. «Nach fünf Runden kamen die roten Flaggen raus. Es gab einen Neustart, ich führte erneut und mein Bike ging kaputt. Ich habe nicht die besten Erinnerungen an Assen im Regen, bin aber zuversichtlich, dass ich schnell sein kann.»
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