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Superbike-WM 2027 mit Michelin: Yamaha erwartet große Veränderungen
Was Toprak Razgatlioglu auf der M1000RR aufführt, macht einen sprachlos. Der Türke sorgte in Barcelona im ersten Rennen der Superbike-WM in spektakulärer Manier für den ersten BMW-Sieg seit 3. Oktober 2021.
Als im Vorjahr während des Barcelona-Events durchsickerte, dass Toprak Razgatlioglu nach vier Jahren von Yamaha zu BMW wechseln würde, dachte manch einer, der Weltmeister von 2021 wäre verrückt geworden.
Doch bereits während der Wintertests und auch beim Saisonstart in Australien bewies der Ausnahmekönner, dass er dieses Jahr mit der M1000RR vorne mitmischen wird. Ausgerechnet auf dem Catalunya-Circuit, der für BMW wahrscheinlich schlechtesten Strecke im Kalender, eroberte Toprak seinen ersten Sieg für den deutschen Hersteller. Und beendete damit jene Durststrecke, die seit Michael van der Marks Sieg im verregneten Sprintrennen am 3. Oktober 2021 in Portimao angedauert hatte.
Schauen wir uns die Hauptrennen an, müssen wir sogar ins Jahr 2013 zurückblättern: Damals triumphierte Chaz Davies auf dem Nürburgring.
Toprak gewann in Barcelona nicht nur. Wie er sein Rennen einteilte und Shooting-Star Nicolo Bulega (Aruba.it Ducati) in den letzten Runden niederrang, war atemraubend und ein Augenschmaus.
"Mein einziger Plan war, möglichst ruhig und sanft zu fahren", beschrieb Razgatlioglu seine Strategie, die ihn zwischenzeitlich bis zu 4,6 sec hinter den führenden Bulega zurückwarf. Zu Beginn der vorletzten Runde lag der 27-Jährige knapp 2 sec hinter dem Italiener. "Als Bulega mich überholte, fuhr ich bewusst langsamer, für mich wäre auch ein Podestplatz gut gewesen. Ich habe hier nie zuvor gewonnen, BMW auch nicht. Als ich in den letzten sechs Runden sah, dass Bulega nachlässt, habe ich mehr Druck gemacht. Ich hatte den Sieg vor Augen, in den letzten zwei Runden ging ich ans Limit. In Kurve 5 habe ich ihn dann überholt, in den letzten Sektoren war er sehr langsam. Unter dem Helm habe ich gelacht und konnte die karierte Flagge kaum erwarten."
"Wir sind noch nicht bei 100 Prozent des Potenzials unseres Motorrads", betonte Toprak, der jetzt WM-Dritter ist. "Viele haben über BMW schlecht geredet, jetzt können es alle sehen: Wir haben am zweiten Rennwochenende gewonnen und dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Und ich habe den Pole-Rekord verbessert, 1:39,4 min hat mich überrascht."
"Mit BMW ist es schwierig", räumte der Türke ein. "Alle reden darüber, dass wir erfolgreich sein müssen, ich bin sehr glücklich, dass uns dieser Sieg gelungen ist. Vor meinem ersten Rennen in Australien spürte ich großen Druck, anschließend war er weg. Seither konzentriere ich mich auf meinen Job. Jetzt haben wir gewonnen und ich bin entspannter. Alle haben an mich geglaubt und ich glaube an dieses Projekt. Alle arbeiten schwer. Jetzt sind alle glücklich und arbeiten noch härter."
Dann ergänzte er mit dem für ihn typischen Understatement: "Diese Strecke ist weder für meinen Fahrstil noch für die BMW gut, aber uns gelang ein ordentliches Resultat. Auf anderen Strecken werden wir etwas stärker sein. Hier musst du nur den Hinterreifen schonen, das ist woanders nicht so."
Als zweitbester BMW-Fahrer kam van der Mark ins Ziel – auf Platz 9 und mit 16,6 sec Rückstand.
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