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Superbike WMKolumne

Weshalb die Superbike-WM keinen interessiert

Selten war das Interesse an der Superbike-WM in Deutschland so gering wie 2014, die Ursachen dafür sind vielseitig. Troy Bayliss glaubt, dass bald alles gut wird.

Im Artikel erwähnt






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Leere Tribünen: 2014 keine Seltenheit
Leere Tribünen: 2014 keine Seltenheit
Foto: Gold & Goose
Leere Tribünen: 2014 keine Seltenheit
© Gold & Goose

Die Superbike-WM 2014 ist für viele deutsche Fans wenig attraktiv, obwohl packender Sport geboten wird. Es gibt kein deutsches Team, keine deutschsprachigen Fahrer. BMW ist werksseitig ausgestiegen, Ikonen wie Max Biaggi, Carlos Checa, Troy Bayliss und Troy Corser haben aufgehört. Rennen in Deutschland oder Österreich: Fehlanzeige. Die TV-Übertragungen auf Eurosport: lücken- bis mangelhaft. Die Zuschauerzahlen auf den Rennen: meist erbärmlich.

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Den meisten Fans reicht es nicht nur gut unterhalten zu werden. Sie wollen mit ihren Helden mitfiebern. Für einen Max Neukirchner oder ein BMW-Werksteam interessieren sich in Deutschland mehr Leute als für Tom Sykes oder Crescent Suzuki.

Bedenklich: Großbritannien hat einen WM-Lauf, stellt den Weltmeister und mit Tom Sykes, Jonathan Rea, Eugene Laverty, Chaz Davies und Alex Lowes fünf siegfähige Piloten. Trotzdem kamen zum Rennen nach Donington Park Ende Mai nur um die 15.000 Zuschauer.

"Einer der Gründe, dass so wenige Briten zur Superbike-WM kommen, ist vielleicht das gestiegene Interesse an MotoGP", meint Carl Fogarty, mit vier WM-Titeln und 59 Laufsiegen bis heute der erfolgreichste Pilot. "Aber ich weiß es nicht. Wir haben einen britischen Weltmeister und fünf oder sechs Briten, die Rennen gewinnen können, trotzdem kommen keine Zuschauer. Vielleicht liegt es an fehlenden Persönlichkeiten – oder an den Regeln. 1999 hatten wir Donington Park 75.000 Fans, heute noch 15.000. Nach Brands Hatch kamen 125.000 Fans."

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Niemand kennt den Weltmeister

Fans begeistern sich für Charakterköpfe. Für Fahrer die unterhalten – auf und neben der Rennstrecke. Für Typen, die etwas zu sagen haben. Auf Weltmeister Tom Sykes trifft dies alles zu. Doch ihn kennt bei uns niemand.

Ein Cal Crutchlow ist vom gleichen Schlag, nur dass er verbal noch ein paar Schippen mehr draufpackt. Als er Supersport-Weltmeister wurde, nahm man das bei uns am Rande zur Kenntnis. Als Yamaha-Werksfahrer in der Superbike-WM war Crutchlow nie der Überflieger, obwohl er auf dem Weltmeister-Motorrad von Ben Spies saß. Als der Engländer 2011 in die besser vermarktete MotoGP-WM wechselte, merkte die Presse schnell, was das für ein cooler Kerl ist. Ein wilder Hund, der kein Blatt vor den Mund nimmt und mit jedem dritten Satz eine Schlagzeile zimmert.

Fehlt es der Superbike-WM letztlich nur an echten Typen?

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"Es wird ein paar Jahre dauern, bis die Leute von den heutigen Piloten die gleiche Meinung haben wie von Checa, Biaggi oder Corser", meint der dreifache Weltmeister Troy Bayliss. "Gib der WM noch ein Jahr, dann kehrt sie zu alter Stärke zurück. Tom Sykes ist ein guter Junge, sehr schnell und zielstrebig, trotzdem ganz normal. Über ihn werden die Fans irgendwann reden wie heute über mich."

Rennfahrer können sich nur dann im Licht der Öffentlichkeit sonnen, wenn sie wahrgenommen werden. Dafür braucht es vor allem Fernsehen. Die Übertragungen auf Eurosport sind von gut weit entfernt. Es kommen nicht alle Rennen live, öfters wird auf Bezahlsender Eurosport2 ausgewichen.

Keine Helden zum Mitfiebern

Viel schlimmer für die deutschsprachigen Fans ist aber, dass sie niemanden zum Mitfiebern haben. Als ein Max Neukirchner 2008 die Chance hatte Weltmeister zu werden und Rennen gewann, fesselte das die Fans.

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Oder als BMW 2012 beinahe mit Marco Melandri Weltmeister geworden wäre, bevor das Management in München den Werkseinsatz beerdigte und seither langweiligen Kundensport groß schreibt.

Auch Ducati haben die Fans immer geliebt. Nur gibt ein Troy Bayliss halt mehr her als der brave Chaz Davies oder Davide Giugliano, der sich nur mit italienischen Journalisten unterhält, weil er kaum ein Wort englisch spricht.

2015 könnte tatsächlich viel besser werden. Die Zwei-Klassen-Gesellschaft mit Werksmaschinen und Evo-Bikes ist dann Vergangenheit, das Feld wird näher zusammenrücken.

Superbike-WM auf dem Sachsenring und oder auf dem Red Bull Ring in Spielberg: nicht ausgeschlossen.

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Markus Reiterberger steigt in die Weltmeisterschaft auf: wir hoffen es. Am Besten mit seinem jetzigen Team von Werner Daemen und BMW!

Max Neukirchner kehrt in die Weltmeisterschaft zurück, auf einer Werks-Ducati seines Landsberger Teams 3C: wir wünschen es uns.

Tritt all das ein, dann verschmerzen es die Fans auch, dass ein großer Name wie Marco Melandri zurück in die MotoGP-WM geht und lieber dort hinterher fährt, als es bei den Superbikes endlich auf den Punkt zu bringen und mit Aprilia den WM-Titel einzusacken. Dass womöglich auch Jonathan Rea und Eugene Laverty eine MotoGP-Statistenrolle wählen, statt bei den Superbikes in einer Hauptrolle aufzutreten.

Wenn es WM-Vermakter Dorna irgendwann gelingt für eine gescheite und vor allem verlässliche TV-Übertragung zu sorgen, dann bleibt für den Weihnachts-Wunschzettel nicht mehr vier übrig.

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Wo sehen Sie die größten Probleme der Superbike-WM? Was muss anders, besser werden? Schreiben Sie Kommentare unter den Artikel, SPEEDWEEK.com wird die Dorna damit konfrontieren.

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